125 minus x – Mein Bericht – letzter Teil

Jojo oder normale Zunahme?

Unser Arzt hatte uns schon darauf vorbereitet, dass wir nach Absetzen der Shakes ein paar Kilo zunehmen werden – das wäre ganz normal und das ist es auch!

Normal entscheidet sich aber auch wieder bei der Anzahl der Kilos. Ich hatte bei der Vorletzten Messung ein Gewicht von 84,2 Kg – habe also dann 3 Kilo zugenommen. Erstmal!

Das ist vollkommen in Ordnung!

Mein Körper konnte Veränderungen allerdings noch nie gut verkraften. Ich habe also angefangen zu lernen. Die Ausbildung war geprägt von Wechseln zwischen Berufsschule und Einsatzort. Um alles einmal gemacht zu haben, wechselten meine Filialen auch regelmäßig. Dazu kamen Schichten, unterschiedliche Aufstehzeiten und Stress. Ich landete also am Ende wieder bei 95 Kilo. Kleidergrößentechnisch änderte sich jedoch nicht viel – ich brauchte nichts größer. Im Gegenteil, meine Kleidergröße wird sehr langsam mittlerweile, aber trotzdem immer kleiner!

Dennoch störten mich die 95 Kilo und ich schaute, wie ich sie wieder loswerden könnte. Die Shakes waren mir allein von meinem Lehrlingsgehalt zu teuer und ich kannte noch keine Alternativen. Ich versuchte es also vorerst mit purer Kontrolle! Ich bastelte mir ein Esstagebuch und schrieb ordentlich auf, was ich wann aß und was ich am Morgen wog. Das half schon irgendwie, hielt ich aber nicht lange durch. Ich brauchte mehr Kontrolle. Ich stieß auf eine Internetseite von der Apothekenumschau. Ein super Programm! Bedarf analysieren und dann eingeben, was gegessen wurde und abhaken. Am Ende mussten alles abgestrichen sein. Es funktionierte wunderbar!! Das ganze Konzept der Seite war klasse; die Rezeptrubrik, die Tipps, die Community! Sie war kostenlos und das war wahrscheinlich auch ihr Todesurteil. Die Seite wurde leider eingestellt, obwohl ein Großteil der Mitglieder bereit gewesen  wäre, Gebühren zu bezahlen. Ich hatte meine Kilos wieder runter und nach Ende des Programms schleichend auch wieder drauf.

Als ich ausgelernt hatte, hoffte ich auf einen geregelten Tagesablauf, um mir die Möglichkeit zu geben, wieder reinzukommen. Pustekuchen! Schichtarbeit. Zwei Stunden Fahrtweg für eine Strecke. Den ganzen Tag sitzen. Mein Ziel war also: Halten! Hauptsache das Gewicht halten!

Ich bastelte mir ein neues Esstagebuch. Ich verzierte es mir Sprüchen und Bildern, Rezepten und Gedanken, die mich motivieren sollten. Irgendwann fehlte mir aber wieder die Zeit, das weiterzuführen und ich hörte auf.

Zwischenzeitlich versuchte ich es auch mit Trennkost. Ich habe seit ich abgenommen habe diverse Unverträglichkeiten auf bestimmte Lebensmittel entwickelt, die sich mal zeigen, mal nicht, vielleicht nur in Verbindung mit anderen – ich weiß es nicht und daher habe ich versucht, mit Trennkost rauszufinden, ob es besser wird. Ich hielt nicht lange durch! Nudeln – ohne Tomatensauce? Niemals!! Ich liebe meine Lieblingsspaghetti und da muss Tomate ran! Allerdings ging es mir wirklich besser. Ich beschloss also, mich nicht an Trennkost zu halten, aber einiges trotzdem für mich anzunehmen.

Mittlerweile bin ich bei einem Online-Tagebuch angemeldet. Ich brauche diese krasse Kontrolle für mich selber. Und es funktioniert! Zudem kann ich nachvollziehen, was ich wann gegessen habe, wenn mich wieder Verdauungsstörungen und Magenschmerzen plagen. Das half dabei Milchprodukte, manche Mehlprodukte, einige Obst- und Gemüsesorten und gewisse Fettmengen nur noch selten auf meinem Teller landen zu lassen.

Jetzt im Studium komme ich einem geregelten Tagesablauf sehr nahe und komme mit den neuen Shakes super klar. Ich bin jedoch nicht so diszipliniert wie früher.  Die Süßsucht erwähnte ich ja bereits und daher kann ich, wenn ich bei meinen Eltern bin, an Kühlschrank, Keksdose und Süßigkeitenversteck nicht vorbei. Ich trage es aber wenigstens ehrlich ein und gucke mir die rote Kalorienzahl an – Tageslimit überschritten. Ich habe versucht mich bei 1.200 kcal pro Tag einzupendeln und meine Kalorienzahl nach und nach zu reduzieren – zuletzt wechselte ich von 1.600 kcal auf 1.400 und das Ziel ist es, die Vorgabe auf 1.200 kcal zu reduzieren und dennoch jeden Tag im grünen Bereich zu bleiben. Ich schwanke eigentlich immer zwischen 1.150 und 1.300 – an Tagen wo ich bei meinen Eltern war sind es auch schnell mal 2.300 kcal.

Aber, das darf sein! Ich gönne mir den Snickersriegel oder das Eis, wenn ich Hunger darauf habe! Ich habe kein Ziel und arbeite einfach auf stetig bergab. Mittlerweile funktioniert das halt nicht mehr so schnell und reibungslos, aber auf Dauer gesehen doch. Dann geht halt die Gewichtskurve in der Grafik auch mal leicht nach oben – solang die Tendenz nach unten zeigt, mache ich mir da selbst keinen Stress! Ich bewege mich aktuell bei 88 bis 89 Kilo und konnte schon wieder bei Oberteilen 42 und Hosen 44 kaufen; das hatte ich bei den 84 Kilo 2007 nicht und das zeigt mir, dass mein Gewicht nur ein Anhaltspunkt und kein aussagekräftiger Wert ist. Ich war nie schlank und ich kann von meinem Körper nicht erwarten, dass er nach 20 Jahren Übergewicht innerhalb kurzer Zeit schlank und rank wird, ohne Spuren der Vergangenheit. Gegen 20 Jahre Übergewicht sind 5 Jahre Abnehmen einfach nichts und daher gönne ich mir und meinem Körper noch eine Menge Zeit. Jeder, der versuchen möchte sein Gewicht zu reduzieren, sollte sich darüber im Klaren sein, dass mehrere Jahre nicht mit wenigen Minuten vertuscht werden können.

Die entsprechenden Spuren sind sichtbar. Winkerfett, Fettschürze an Bauch, Rücken und Beinen – wenn es nie anders war, kann das beste Training und alle Ratschläge des Arztes auch nicht helfen. Meine Chefin im ersten Lehrjahr hat ebenfalls 40 Kilo abgenommen bevor ich sie kennenlernte und sie hatte einen unwahrscheinlich tollen flachen Bauch ohne eine Delle – als wär da nie was gewesen, als hätte sie nie ein Kind bekommen! Und das auch noch mit Radikaldiät und ohne Sport. Das war richtig unfair! Aber ihr Körper sah auch nie lange so aus.. Sie war nicht von Anfang an dick und daher konnte ihr Bindegewebe sich wahrscheinlich noch super an die Jahre vor der magischen 100 erinnern. Mein Körper kennt das nicht und daher werde ich um eine OP nicht herumkommen – aber das hat noch Zeit (hoffe ich).

Jeder sollte seinen Weg finden und ihn verfolgen und sich bewusst sein, dass er investieren muss: Zeit, Wissen, Neugier und unglaublich viel Geduld!

Ich lebe mein Diätleben nur nach einer Regel und die lautet:

Ich mache meine Regeln!

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6 Gedanken zu “125 minus x – Mein Bericht – letzter Teil

    • lieben dank! mich haben diese zwischnziele immer mehr frustriert als allesandere – ich bin kein mensch der auf ziele hinarbeitet und ich denke, so geht es einigen. wer eher ein spontaner mensch ist, der wird auch mit festen daten nicht glücklich, sonst wäre er ja auch in anderen dingen so.. jeder muss ausprobieren wie und was ihm am besten liegt.

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