Tipp: Laufen in hohen Schuhen lernen

Stellt Euch einmal diese Szene vor Eurem geistigen Auge vor:

„Ihr seid in einem Schuhgeschäft, umringt von tollen Pumps, Sandaletten, High Heels, Stiefeln, etc. – alles tolle hohe Schuhe.

Dann ist sie dort – sie, die genau die Schuhe anhat, die Ihr auch grade anprobiert.

Was solls, dann interessiert sie sich eben auch dafür.. Ihr beugt Euch nach unten, um auch den zweiten Schuh anzuziehen und da laufen sie an Euch vorbei. Diese Schuhe, wie von geisterhand, von links nach rechts. Ihre Beine sind daran, ihre Hüften, ihr Oberkörper und.. die Schuhe drehen um und kommen zurück. Sie läuft elegant und elfengleich. Keine Spur von Unsicherheit. Kein Anzeichen, sie würde hohe und dünne Absätze tragen. Kein Problem für sie. Und die Schuhe sehen am Fuß einfach klasse aus!

Ihr steht auf, stellt Euch gerade auf – nun guck mal Liebes – Ihr hebt das rechte Bein, schiebt es nach vorne und beginnt zu laufen.. stampf, stampf, stampf.. wackel.. stampf.. Verdammt! Es sieht nicht annähern so elegant aus, wie bei ihr.“

Nur die wenigstens Menschen können in hohen Schuhen auf Anhieb super laufen. Gerade mit ein paar Kilo zuviel fällt es schwerer. Das Gleichgewicht ist oft nicht so stark ausgeprägt, die Muskeln untrainiert, die Körperhaltung oft eine kleine Katastrophe. Das alles sind aber wichtige Aspekte, die einen Gang fließend und leicht wirken lassen.

Es gibt unzählige Anleitungen, wie Ihr lernen könnt, in hohen Schuhen zu laufen.

Ich werde sie nicht wiederholen oder verlinken.

Vielmehr werde ich Euch erklären, wie ich das mache.

Bevor Ihr die Schuhe anzieht und loslauft, gibt es wichtigeres: Ihr müsst an Eurer Haltung arbeiten.

Eine gerade Körperhaltung ist wichtig.

Wir machen das mal zusammen.

Stellt Euch hin. Einfach gerade, wie Ihr immer steht.

Nun halten den Kopf gerade, streckt den Hals etwas, bis Ihr das Gefühl „des erhobenen Hauptes habt“ – nicht des hochnäsigen Hauptes!

Nehmt die Schultern zurück, dabei geht das Brustbein etwas nach vorne und nach oben. Der Bauch geht rein.

Schiebt das Becken etwas nach vorne, dabei spannt Ihr die Oberschenkel und die Waden an.

Eurer Körper sollte nun angespannt sein und Ihr ganz gerade stehen.

Wenn sich das jetzt unangenehm für Euch anfühlt, müsst Ihr dringen an Eurer Rückenmuskulatur arbeiten!

Diese Haltung ist unsere Ausgangshaltung.

Einfach in den Schuh schlüpfen und los wäre schön, aber, da fehlt noch etwas zu.

Am besten zieht Ihr die Schuhe an während Ihr auf einem Stuhl sitzt.

Stellt die Beine etwa hüftbreit auseinander und steht auf.

Vor dem Laufen kommt der Stand.

Spannt den Körper an, wie wir es eben geübt haben.

Schaukelt nun leicht hin und her, vor und zurück. So könnt Ihr den richtigen Standpunkt für Euch finden. Dabei werdet Ihr merken, dass es irgendwo einen Punkt gibt, auf dem Ihr Euch sicherer fühlt, nicht mehr so wackelig. Den müsst Ihr suchen.

Wenn Ihr den gefunden habt, merken!

Für den richtigen Gang, hebt nun langsam ein Bein, erst das Knie nach vorne und dann den Fuß nachschieben. Setzt mit dem Absatz als erstes auf und rollt dann nach vorne ab. Das gleiche mit dem anderen Bein. Versucht diesen einen sicheren Punkt zu treffen.

Wenn Eure Beinmuskulatur nun angespannt ist, dürfte Euch das gar nicht so schwer fallen. Da der Rest des Körpers ja auch noch angespannt sein sollte, sollte sich Eure Hüfte leicht mitbewegen, der Oberkörper allerdings nicht. Ihr werdet eine ganze Weile brauchen, ehe Ihr das so hinbekommt.

Wichtig ist langsam anzufangen. Lauft langsam, macht kleine Schritte und steigert Euch nach und nach bis Ihr ein normales Gehtempo mit einer normalgroßen Schrittlänge erreicht habt.

Zum Üben solltet Ihr Platz haben. Ein Flur oder langer Raum bietet oft nur Platz für 3 – 8 Schritte. Ihr solltet mehr haben. Evtl. einen Garten oder einen sehr wenig besuchten Gehweg.

Üben ist unerlässlich!

Wenn Ihr anfangs lauft, wie ein Bauer ist das halb so wild. Wenn Ihr ein Gefühl für das sichere Gehen auf Absätzen bekommen habt, probiert die Füße etwas weiter zusammen zu nehmen. Ideal wird der Gang, wenn Ihr die Füße leicht überkreuzt aufsetzt.

Wie gut Ihr laufen könnt, hängt auch mit den Schuhen zusammen!

Ihr solltet zum Üben Schuhe wählen, in denen Ihr guten Halt habt.

Jetzt kommt der Herbst und da bietet es sich an, Stiefel oder Stiefeletten zu kaufen, die einen schmalen höheren Absatz haben. Wenn Eurer Knöchel fixiert ist, der Fuß komplett vom Schuhe umschlossen und auch etwas die Wade umschlossen ist, ist es wesentlich einfacher!
Ihr habt die Möglichkeit, bis es wieder wärmer wird mit diesen Schuhen zu üben. Sie geben Euch den nötigen Halt und Ihr könnt nicht so leicht umknicken.

Wenn der Sommer dann kommt, wird es viel leicht für Euch sein, auf offene Schuhe zu wechseln und mit denen zu laufen. Ihr habt Euch und Eure Füße ja bereits an die Haltung, die Muskelspannung und den Gang gewöhnt.

Nicht jeder kann jede Höhe tragen: versucht mal im Schuh auf einem Bein zu stehen – je unsicherer und wackeliger, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Schuh zu hoch ist. Ihr solltet Euch mit den Absätzen im Schuhe noch auf die Zehenspitzen stellen können. Eure Sehnen entscheiden, wie hoch Ihr kommt. Schafft Ihr es nicht mit dem Hacken noch aus den Schuhen hoch zu kommen, sind die Schuhe ebenfalls zu hoch. Zwingt Euch nicht in zu hohe Schuhe, Ihr werdet keine Freude mit ihnen haben!

Eins möchte ich Euch allerdings nicht vorenthalten: Ihr werdet Schmerzen haben. Euch werden die Füße schmerzen. Das ist leider so – sorry.. Ihr könnt das aber etwas hinauszögern. Achtet beim Schuhkauf darauf, dass die Ballen gepolstert sind. Wenn die Sohle dünn ist und hart, sind die Schuhe meistens sehr preiswert gewesen und werden Euch sehr sehr schnell weh tun. Ihr könnt Gelkissen kaufen, aber die sind bei weitem kein Ersatz für gute Schuhe!

Mich würde interessieren, ob Euch die Erklärung geholfen hat – lasst mir einfach einen Kommentar da.

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2 Gedanken zu “Tipp: Laufen in hohen Schuhen lernen

  1. Von einer Frau, die sich das Laufen auf Mamas hohen Schuhen noch mühsam selbst beigebracht hat: tolle Anleitung und wunderbare Hilfestellung! Ein Lichtblick für alle Mädels, die sich anhören lassen müssen, dass sie das mit den Absätzen besser wieder bleiben lassen sollen. Es ist eben doch Übungssache und kein Naturtalent! 🙂

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