Kind, schling doch nicht so…

Es nimmt dir doch keiner was weg!

Kommentare meiner Mutter, Großmutter, Tante – des Vaters, Opas, etc. zu meinem Essverhalten.

„Hallo, meine Name ist Romy und ich bin ein Schlinger“ – „Hallo, Romy!“
Ja, ich esse, als hätte ich die letzten drei Jahre nichts mehr bekommen. Ich lehne mich dabei jetzt nicht extrem nach vorne, schiebe mir die überfüllte Gabel in den Mund, obwohl noch drei Gabeln voll drin sind und ich schmatze auch nicht – denke ich. Aber 30 mal kauen… na wer macht denn sowas? Ich nicht.. ich bin froh, wenn ich 10 mal gekaut habe.. dann war es aber wohl auch ein verdammt zähes Stück Fleisch.

Aber Mutter/Oma/Tante/die anderen haben ja recht – etwas langsamer Essen schadet nicht. Im Gegenteil: Wer langsamer isst, isst weniger. Wenn ich innerhalb von 10 Minuten zwei volle Teller Spaghetti Bolognese verschlungen habe, bin ich zwar derbe gefüllt, aber satt kann man es nicht nennen. Das kommt erst später. Das würde aber auch nach einem Teller kommen, für den ich mir mehr Zeit genommen habe. In Gesellschaft kann ich mich oft an anderen um mich herum orientieren und versuche mich deren Esstempo anzupassen. Alleine bin ich nach 5 Minuten mit einer vollen Mahlzeit fertig. Dabei ist mein Mund eigentlich total klein…

Zudem kann ich nichts liegen lassen. Der Teller ist immer leer.

Liegen lassen können und langsamer Essen sind gerade beim Abnehmen fast schon viel wichtigere Aspekte, als alles so fett- und kalorienarm wie möglich zu machen. Drei Hähnchenbrüste geschlungen sind jetzt nicht wirklich besser als ein Schweineschnitzel genossen.

Natürlich ist es einfach zu sagen: Reiß dich halt zusammen! Aber genauso leicht ist es nicht getan. Sollte mir nicht sofort jemand den Teller wegnehmen, kann ich da einfach nichts drauf liegen sehen. Ich sollte als Kind immer aufessen – so wurde ich erzogen. Gewohnheiten kann man ändern, aber Erziehung ist eine besondere Form der Gewohnheit – das erzogene innere Ich streubt sich da ein wenig.

Ich bin damit sicher nicht allein. Was also tun?

Wir müssen uns austricksen.. Nein, nicht Grapefruitsaft während des Essens trinken und nein, Spühlmittel über den restlichen Kuchen kippen ist auch keine Lösung.

Es gibt ganz einfache und profane Mittelchen.. sagen wir eher Werkzeuge dazu.

Kinder- oder Kuchenbesteck.. Die Gabeln sind kleiner, die Löffel oft nur halb so groß oder noch kleiner. Wenn nicht so viel auf einmal draufpasst, kommt auch nicht so viel auf einmal im Mund an. Der Teller ist länger voll; wir müssen mehr arbeiten um ihn zu leeren. Wer statt des großen Tellers einen Frühstücksteller nutzt, signalisiert seinem Gehirn: Teller voll, randvoll, also richtig voll! Das müssen wir erst einmal schaffen.. Die gleiche Menge sehe auf einem großen Teller viel weniger und ggf. unbefriedigender aus.

Gummibärchen, Kekse, Schokolade.. ich verstehe Menschen nicht, die das vergammeln lassen können. Mein Ex konnte sich am Anfang der Woche eine Packung Cookies kaufen und die reichte ihm für die ganze Woche… ich futter die locker auf. Hätte er auch gekonnt – er hatte aber die nötige Selbstbeherrschung, wirklich nur Morgens und Abends einen Keks zu essen.. Kann ich nicht. Will ich auch gar nicht können. Ich will mir nicht geistig auf die Finger hauen müssen und die ganze Zeit denken: Kleine braunes Kekschen, bist so knusprig und schokoladig. Lockst mich mit deinem herrlichen Duft und schaust mich mit deinen großen Schokostückchen verführerisch an. Ich würd dich so gern vernaschen, aber ich darf es nicht, sonst werde ich aus dem Paradies verbannt.. Was bleibt? Gar nichts davon kaufen, dann kann man es nicht essen. Ist doch bescheuert!

Glücklicherweise gibt es Gummibärchen an der Kasse in kleinen 100g Beutelchen, Cookies als kleine 75g Packung, Schokoriegel in Miniformat.. Auf den ersten Blick erscheinen die Preise natürlich teurer – finanziell sind sie das auch, ideell allerdings nicht! Ich bezahle lieber verglichen zur normalen Packung etwas mehr, habe aber nur ein Drittel der Menge, die ich verputzen kann.

Die Welt um uns herum ist so groß, besinnen wir uns ab und zu doch mal auf das kleine und ersparen wir uns, Opfer bringen zu müssen.

Ein Gedanke zu “Kind, schling doch nicht so…

  1. Hallo? Wer kaut denn bitte 30 Mal…?!? Ich jedenfalls nicht. Aber mach dir keine Sorgen meine Mutter ist da so wie du.Ich sag dann immer zu ihr sie soll nicht so schlingen.Ich selbst schlinge nur dann sehr viel,wenn es mein Lieblingsessen ist…aus Angst mein Papa isst es mir weg😉 Seit kurzen haben wir neues Geschirr und die Telle für´s Mittag sind um einiges kleiner.Am Anfang haben wir alle gelacht und siehe da,dieser kleine Teller reichz und wir werden genau so satt🙂

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