Light-Produkte – Fluch oder Segen?

„Die habe ich mitgenommen, weil „light“ draufsteht – ich wollte sie mal probieren.“ – Meine Mutter auf meinen Kommentar, wieso sie nicht einfach die Vollkorncracker, sondern die Lightdinger gekauft hat.

Lightpudding, Lightwurst, Lightkäse, Lightsahne, Lighteis, Lightleiden… Alles ist mittlerweile als light-Version zu erhalten und soll suggerieren: Wenn du mich isst, nimmst du ab; ich bin nämlich viel toller als die normale Wurst! Ist alles Käse Leute!

Ernährungsexperten raten oft sogar von light-Produkten ab im Rahmen einer gesunden Gewichtsreduktion.

Natürlich klingt es toll, wenn man statt Schlagsahne Rama Cremefinde nehmen kann – ist doch viel weniger Fett oder so drin! Und wer mag nicht Sahnepudding essen, der viel weniger Kalorien hat, als sein Vollfettfreund?

Oft hören wir die Argumente: Light ist schlecht, weil es nach nichts schmeckt und daher isst man mehr davon. Oder: Light hat meistens viel mehr Zucker, weil der Geschmack des Fettes fehlt und daher gar nicht weniger Kalorien, sondern nur weniger Fett, aber viel mehr Kohlenhydrate! Stimmt schon..

Das sind aber eher Kleinigkeiten.

Habt Ihr Euch schon einmal Gedanken darum gemacht, warum man Käse, Butter, Wurst, Eis, Joghurt, Chips, etc. in light kaufen kann? Wieso nicht die allgemeinen normalen Zusammensetzungen?

Zum einen ist es eine super Marketingstrategie gewesen: Die Menschen sollen abnehmen – so wird es überall offeriert. Wie sollen sie das machen? Weniger essen oder [und hier kommt die geniale Idee dahinter] light-Produkte nutzen. Wer will schon freiwillig weniger essen und auf Leckereien verzichten? Niemand, genau und mit light-Lebensmitteln muss er das auch gar nicht! Angeblich.

Light-Produkte sind oft schweineteuer. Da fließen Unmengen an finanziellen Mitteln. Die Firmen können mit dem Abnehmwahn feat. Faulheit richtig Kohle verdienen!

Menschen sind zudem immer anfällig für Neues. Die meisten zumindest. Mein Vater braucht am Pudding- und Süßigkeitenregal genauso lange wie für den restlichen Einkauf. Dem entgeht nichts neues und alles wird ausprobiert. So sind ganz viele – oft unbewusst. Ist neu, Packung sieht gut aus, klingt lecker und hey, ist light!! Mitgenommen.

Man kann es ihnen nicht verübeln: sie sind wirtschaftliche Unternehmen, die ihre Kunden ködern müssen um Geld zu verdienen und Gewinne zu erzielen. So funktioniert die Wirtschaft nun einmal.

Leider auf Kosten unserer Gesundheit! Und DAS ist der wichtige Punk:

Wie bekommen die Hersteller also bei weniger Fett, Zucker, etc. denn nun den Geschmack in die Produkte? „Light“ ist nicht definiert: alles was irgendentwas weniger intus hat, darf light aufgedruckt bekommen. Fett ist ein Geschmackträger. Zucker süßt natürlich. Salz würzt. Wo kommt der Geschmack jetzt her?

Natürlich ist er jedenfalls nicht! Es gibt ganze Chemielabore, die nichts anderes tun, als den lieben langen Tag Pilze und Chemikalien zu züchten, erforschen, mischen, die Geschmäcker imitieren sollen. Das wahrscheinlich bekannteste Imitat heißt Olestra und ist ein Fettersatzstoff. Das macht die Chips so „leicht“… Es kann vom Körper nicht abgebaut werden, verhindert die Vitaminaufnahme und kann bei größeren Mengen zu Krämpfen und Durchfall führen – dauerhaft zu Gewichtzunahme. Die europäischen Richtlinien sind glücklicherweise noch strenger und weniger „kaufbar“ als die amerikanisches. Amerikaner müssen das Zeug leider essen; seit einige Zeit muss es nicht einmal mehr gekennzeichnet werden! Aber auch, wenn es Olestra in europäischen Lebensmitteln nicht gibt, wird auch mit unserem Essen genug Schund getrieben. Chemie ist Chemie – ob nun zugelassen oder nicht. Sie ist nicht gut für uns. In Deutschland zugelassen ist Aspartam – ein Zuckerersatzstoff. Aspartam wurde in den 90er bei uns zugelassen, muss sich aber seit kurzem wieder einer Prüfung unterziehen lassen. Wie zu allem gibt es Studien, die Schädigungen des Körpers aufzeigen wollen und wieder welche, die das Gegenteil beteuern. „Studien“ kann eigentlich jeder machen und veröffentlichen. Wer ein bestimmtes Interesse hat, kann dieses auch bescheinigt bekommen – er muss sich nur an das richtige „Institut“ wenden. Wer mal eine Cola light trinkt, braucht sich da keine Gedanken zu machen. Aber wer nur light-Softdrinks zu sich nimmt, sollte sich überlegen, nicht doch Wasser zu probieren. Mal der light-Joghurt ist auch kein Verbrechen. Aber es sollte nicht zur hauptsächlichen Ernährung dienen. Ich nehme auch mal light-Produkte, wie Ihr in den Rezepten sehen könnt – aber selten.

Ihr könnt mit light-Produkten nicht abnehmen. Wenn „weniger Fett“ draufsteht, ist oft mehr Zucker drin. Wenn „weniger Zucker“ draufsteht, ist oft mehr Chemie drin, usw…

Es spricht nichts dagegen, normal fetten Käse zu essen. Wer light-Salami auf die Stulle legt, der kann auch richtige nehmen. Tut Eurem Körper etwas gutes und gebt ihm echte Lebensmittel, keine künstlich erzeugten! Er wird es Euch danken.

4 Gedanken zu “Light-Produkte – Fluch oder Segen?

  1. Ich halte von Light-Produkten überhaupt nichts. Wir achten sowieso darauf, Lebensmittel zu kaufen die diese Bezeichung auch wirklich verdienen. Alles wo irgendwas mit E drauf steht ist doch kein anständiges Produkt mehr! Lieber verzichte ich auf einige Sachen und genieße sie an einigen Tagen bewusst, als zum Lightprodukt zu greifen und die möglichen Spätfolgen in Kauf zu nehmen.
    Diese wurden mämlich noch nicht ausreichend untersucht. Ich bin zum Beispiel überzeugt, dass es kein Zufall ist, dass die Anzahl an Alzheimer-Patienten und die Menge an künstlichen Süß-und Zusatzstoffen zugenommen hat. So etwas legt sich nämlich ganz schnell um unsere grauen Zellen…
    Dadurch das aber mega konzerne dahinter stehen, wird es noch ein langer weg zurück zu WIRKLICH gesundem Essen sein.

    Finde ich übrigens toll, dass du einen kompletten Post dem Thema widmest, und dann auch noch so ausführlich – Daumen hoch😉

    Liebste Grüße Mari.

    • Vielen Dank. Ich denke nur leider, dass es keinen Weg mehr zurück geben wird, sondern gegenteilig immer weiter voraus – unsere Kinder werden wahrscheinlich wirklich mal Essen aus der Tube quetschen und es ein Festmahl nennen… Ein Kumpel von mir sagte auch schon vor ein paar Jahren: Wir werden nicht mehr im Boden verrotten können durch die ganzen Konservierungsstoffe im Essen.

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