Little Black Jacket

Die Wanderausstellung „Little Black Jacket“ dreht sich einzig und allein um die kleine berühmte schwarze Tweedjacke, ohne Kragen, aber mit Prunkknöpfen von Chanel. Fotografiert von Karl Lagerfeld.

Gastiert hat die Ausstellung in einigen der wichtigsten Metropolen der Welt: von u.a. New York über Sydney und Seoul bis Paris, Moskau und von Ende November bis Mitte Dezember auch in Berlin.

Von Karl Lagerfeld als Person kann man nun halten, was man möchte. Ich halte nicht viel von ihm.

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Die Fotografien und Designs sind jedoch wirklich gut.

„The Little Black Jacket“ war eine Ausstellung ganz im Stile Chanels und Lagerfelds. Der U3-Tunnel am Potsdamer Platz dient als Veranstaltungsstätte, nachdem er nicht fertigegstellt wurde.

Ich war bereits einmal dort zu einer Betriebsfeier und muss sagen: Leute, wenn Ihr eine coole Location in Berlin braucht, fragt den U3-Tunnel an! Eine bomben Partylocation!

Diesmal war ich jedoch zur Ausstellung dort. Ganz unscheinbar in einer dunklen Ecke, nur mit einem kleinen „Eingangschild“ und zwei Secruityleute, war der Eingang kaum auszumachen. Hinter einen dunklen schweren Tür verbarg sich dann der ebenso dunkle Tunnel. Grauer Boden, graue Wände, sperrliche beleuchtet, alle trugen schwarz und nur die Ausstellungsstücke waren beleuchtet – fast etwas steril. Es wirkte sehr elegant und ruhig. Passend zur Atmosphäre waren nur die Geräusche der Belüftung und das Knarren des Bodens zu hören.

Größtenteils waren die Fotos in schwarz/weiß; nur ein paar farbig unterlegt. Ein Video von Yoko Ono wurde wiedergegeben und auch in Bildreihenfolge an die Wand gebracht. In einem kleinen leeren Raum um die Ecke, beschallt durch leise psychodelische Musik waren Glasskulpturen zu finden. Ausgewählte Bilder nur durch Gravur verschiedener Punkte auf eine Glasplatte übertragen und in drei Ausschnitten vergrößert.

Fotografiert wurden Schauspieler, Sänger, Tänzer – aber auch Designer oder andere Medienpersönlichkeiten. Frauen, wie Männer, wurden in den verschiedensten Styles fotografiert. Von klassich und elegant bis zu extravagant wurde die Jacke in Szene gesetzt. Getragen wie gewollt, zerschnitten, verkehrherum oder auf nur einem Bild in weiß. Anna Wintour war die einzige, die von hinten gezeigt wird.

Diese schier unzähligen Kombinationsmöglichkeiten, angewandt auf beide Geschlechter und jedes Alter, zeigen meiner Meinung nach die Zeitlosigkeit, die dieses Kleidungsstück im Laufe seiner Jahre erworben hat.

Imitten der Ausstellung gab es die Möglichkeit Poster und den Bildband (seit Herbst erhältlich) zu kaufen. Natürlich, ganz Chanel, ohne Preisschild undmit Überraschungseffekt. Es gab bei den Postern nur drei Motive zur Auswahl, die mich weniger vom Hocker gerissen haben, jedoch weggingen wie warme Semmeln. Der Bildband kostet schnäppchenverdächtige 78 Euro.

Was auffällt: Karl Lagerfelds Hang zum Dünnen – es gab Männer, Frauen, Kinder, alte Menschen, alle Nationalitäten, Frisuren und jeder nur erdenkliche Stil – jedoch nicht ein einziges Foto eines Prominenten mit Übergewicht. Die einzige Kurve war nur durch eine Schwangere Schauspielerin zu sehen.

Ich hatte zeitweise ein Gruppe älterer Damen hinter mir, die aus verschiedenen Ländern kamen und sich so auf Englisch unterhielten. Eigentlich unerhielten sie sich nicht wirklich; sie sagten permanent „He is a genius!“ – Nun, soweit würde ich nicht gehen. Die Fotos sind zwar schön, aber nichts, was ein anderer Fotograf nicht auch hinbekommen würde. Die Styles wären ebenfalls durch kreative Köpfe kreierbar, die nicht Lagerfeld heißen. Die Arbeit nicht allein die Lagerfelds.

In der Galerie findet Ihr einige Fotos der Ausstellung und könnt Euch Eure eigene Meinung bilden. Vielleicht gefallen Euch die Aufnahmen ja so gut, dass der Bildband den Weg auf den Wunschzettel findet.

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