Männer und „Diät“?

Ich hatte letztes Wochenende wieder ein Schlüsselerlebnis der männlichen Diätinterpretation.

Das Spielkind möchte gerne wieder zur alten Form finden – das heißt das bisschen Speck auf den Muskeln verlieren und die Formen definieren – also, so wie fast alle. Die einen haben nur mehr Speck, die anderen weniger. Letzten Endes haben wir alle einen Bodybuilder- oder Modelbody.. es gibt nur nicht jeder sofort öffentlich damit an; bei manchen ist halt eine „muss ja nicht jeder sehen Schicht“ aus Speck darüber.. 😉

Männer bedienen sich gerne dem Kraftsport – das Spielkind ist zudem seit Jahren noch Kampfsportler. Die sind da ja eh viel disziplinierter als wir Frauen. Wir lassen uns gerne mal auf ein Tässchen Kaffee entführen und den Sportkurs ausfallen – ich kenne keinen männlichen Freund, der das tun würde – höchsten nach dem Training! Aber Training ist Pflicht und fester Bestandteil des Tages! Da sind sie (zumindest meine Freunde) alle gleich.. wenn sie nicht sogar die Hantelbank in der heimischen Garage stehen haben.

Aber Sport ist ja nicht alles – sie halten dann Diät. Und was für Diäten! Eiweißshakes für den Muskelaufbau – keine Frage. Reis und mageres Hühnchen kennen wir ja auch mittlerweile. Ich habe den Diätplan des Spielkinds gesehen…

Also: 5 „Malzeiten“ am Tag – Eiweißshake 1, Eiweißshake 2 mit etwas Haferflocken, Thunfisch aus der Dose mit einer Scheibe Brot und Erdnussbutter, Eiweißshake 3, 50 g Reis und 200 g mageres Fleisch. So sieht es aus. Für den Anfang! Später kommen dann so Sachen dazu wie Leinöl, pur.. warum auch immer. Und wenn keine Eiweißshakes, dann geht auch Eiklar. Na klar, Eiklar.. schlucken wir doch alle gern!

Also hat er ganz brav, mehr oder weniger, diesen Diätplan durchgezogen – Montag bis Freitag. Samstag hieß es dann: „Mein Trainer hat gesagt, ich soll einen Tag in der Wochen vernünftig essen.“ Ja, da hat er Recht – der Körper soll ja den Kalorienbedarf nicht herunterregulieren. Aber das mit dem „vernünftig“ war wohl doch eher Auslegungssache. Wir sind zum Abendbrot einkaufen gefahren – ich habe gekauft: ein Mikrowellenschälchen mit Gnocchi und Hähnchen, Kinderschokobons für vor dem Fernseher und ein Laugenbrötchen zum Sauce dippen.

Er hat gekauft [und auch gegessen!!!]: 1 Tüte Chips, 1 Rolle Pringles, 2 Tüten Gummibären, 2 Süßspeisen mit so Schokoknisterzeug, 1 BicMäc-Menü, 1 Flasche Cola + die Cola aus dem Menü, 1 Schokomilchshake und irgendwas habe ich noch vergessen. Ich habe eingewendet, das wäre nichts vernünftiges und wurde belächelt. Der Trainer hat allerdings das gleiche gesagt und mir wurde drei Tage später doch Recht gegeben – vor Allem nach dem Gang auf die Waage am Montag 😉

Mein bester Freund hatte damals die Angewohnheit den ganzen Tag über Diät zu halten und sich am Abend dann Menüs à la Fertigtüte reinzuziehen, nebst Süßigkeiten und / oder Eis. Solange er noch in meiner Reichweite wohnte, habe ich ihm dann die Reste meines Essens mitgebracht, wenn ich sowas gemerkt habe. „Solange du hier wohnst, kann ich verhindern, dass du dir diesen Müll reinziehst!“

Das Hollichen ist da wenigstens so konsequent nur eine Seite des Hamburgerbrötchens zu essen – meistens bleibt oben auf dem Teller liegen. Dafür schiebt er mir immer seinen Salat rüber.. Salat und Gemüse essen Männer nicht… also irgendwie.. ist was für Mädchen. Außerdem hat er immer Süßigkeiten im Haus; meist Kekse – die isst er selber nicht; schlecht für mich.. „Wills’ten Keks? :)“

Im Zug habe ich immer einen Mann gesehen, der offenbar gut trainiert war [ne ordentliche Frisur hätte ihm sicher auch gut gestanden; kennt Ihr Highlander? So sieht der aus!] und der löffelte dann Magerquark. Eine Butte mit 500 g Magerquark ohne irgendwas. Er packte dann immer seinen kleinen Teelöffel aus und fing an.. Nach einer halben Stunde hörte man dann dieses Knacken und Knistern der Verpackung. Er kratze das Teil immer dermaßen ordentlich aus, mit einer Hingabe… er hat auf jeden Fall 500 g Magerquark gegessen (jeden Tag), da ging kein Gramm verloren; die Packung war mehr als sauber… fast geleckt.

Den Magerquark hat das Spielkind auch noch vor sich – kann ihn jedoch genauso wenig leiden wie den Thunfisch, die Erdnussbutter oder die Eiweißshakes.

Da stellt sich mir die Frage: Wieso? Frauen essen dann Dinge, die sie mögen – vielleicht weniger, vielleicht anders zubereitet, aber sie würden keine Sache essen, die sie nicht leiden können. Männer fangen dann an sich Dinge reinzuziehen, die sie überhaupt nicht mögen und bekommen dann enormen Heißhunger auf leckeres Essen – vorrangig natürlich ungesunde Sachen.

Liebe Männer, ich finde es ja total süß von Euch, wie viel Leid Ihr auf Euch nehmt um Euch und vor Allem uns zu gefallen. Aber, macht Euch das Leben doch nicht so schwer…es gibt auch leichtere Wege..

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3 Gedanken zu “Männer und „Diät“?

  1. Immerhin hält da mal einer Diät und treibt Sport…
    Ich kenne da jemanden, der IMMER eine Ausrede hat, um sich nicht bewegen zu müssen und sich immer schööön die Schokolade reinschiebt, obwohl ALLE seine älteren Verwandten Diabetes haben… Da würde ICH mal nachdenken… Aber gut…

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