So viele erste Male…

Die Nacht hatte ich wieder bei Bobby verbracht – vom Einkaufen totmüde sind wir gleich ins Bett gefallen und haben richtig gut geschlafen. Da wir zwei Betten in den Zimmern haben, haben wir auch zwei Bettdecken und so in den einen Bezug beide gepackt – sauschwer,aber endlich warm!

Heute Morgen hatte ich nur eine viertel Stunde um mich fertig zu machen, da Bobby aus den 10 Minuten liegen bleiben 20 machte.

Unterrichtsbeginn war um 8 Uhr – International Trade. Der Dozent David war recht leise und hat sehr genuschelt; nach einer Weile konnte man sich aber wenigstens etwas reinfuchsen und ihn verstehen. Im Anschluss Chinese Business Economy mit York – und die dritte Stunde chinesische Geschichte (Dynastien, OpiumWar, Mao…) – er machte es aber wenigstens ausführlich, mit Fotos und viel Enthusiasmus.

Mittag gab es wieder in der Mensa – diesmal Kartoffeln; die waren echt gut und gekochter Salat (Ja, früher hat man Salat immer gekocht; probiert es mal aus!) – das was aussieht wie Bohnen entpuppte sich als Peperoni – glücklicherweise habe ich die nicht genommen. Bobby fühlte sich frei ganz der Esskultur der Chinesen das Stück Fleisch auf den Tisch zu spucken.. eine kleine Diskussion über „Man muss sich nicht alles annehmen und es bleibt trotzdem eklig“ entbrannte. Ich hoffe, er spuckt mir jetzt nicht mehr vor den Teller. Die Mensa füllt sich extrem schnell und ist auch extrem schnell wieder leer. Wir kommen am Anfang der Pause, essen und sitzen dann alleine da während die Putzfrauen schon sauber machen. Morgen probieren wir mal die Etage darüber – diese eine von drei Mensen des einen von drei Campi hat drei Etagen (was die drei wohl zu bedeuten hat). Wir holten uns in einem der Straßengeschäfte etwas das aussah wie Vanillepudding mit der Konsistenz von Wackelpudding und dem Geschmack von etwa nichts.

Danach erwartete uns eine nette Chinesin zu unserer ersten Stunde Chinesisch – Zungebrechen, Spucken und Lispeln im Chor. Es war sehr viel auf einmal, sehr schwer, aber auch lustig. Bis zehn zählen können wir jetzt fast. Wir waren nur am Nachbrabbeln; das wollte sie so. Alles was sie sagt nachsagen – grade die einzelnen Laute müssen für jemanden vor der Tür interessant gewesen sein.

Als wir zurück ins Wohnheim kamen, stand die Frau von der Rezeption in meiner Tür und beaufsichtigte.. na.. wen wohl? Den Techniker an meiner Klima! Ich sitze hier in einem warmen Zimmer – meinem Zimmer! Ick bin so froh!

A gab zu, die erste Nacht ohne uns wäre komisch gewesen – aber eigentlich ist alleine doch toll.

Wir wollten erst in der Mensa zu Abend essen. Die Chinesen essen jedoch gegen 16:30 Uhr, was nicht unsere Zeit ist und so schließit die Mensa gegen sechs wieder. Wir gingen also die Einkaufsstraße entlang und landeten an einem Laden wo der Koch grad etwas zubereitete was doch interessant aussah. Wir dachten es wären Kartoffeln und Bobby bestellte sich eine Portion. Sprossen, Ei und „Kartoffeln“ mit Sauce angebraten. Eine junge Chinesin stand bei uns und fragte, ob sie helfen könne. Sie erklärte uns, dass es eine Art Nudeln seien und keine Kartoffeln und bestellte für uns Mädels mit. Das war wirklich lecker und muss öfter gegessen werden!

Jessie, die Chinesin, unterhielt sich noch eine Weile mit uns. Sie war in New York für einen Schüleraustausch und eben zurück. Sie bot uns an, am Wochenende mit uns Downtown zufahren und den Westlake zu besuchen. Das ist der hübsche See den Ihr aus diesem Post kennt. Natürlich haben wir gerne angenommen.

Wir erkundeten noch etwas die Straße und stießen auf einen kleinen Supermarkt mit tollen Sachen, die die anderen nicht haben – z.B. Coke Zero! Ich kaufte lecker Grapefruitzeugs und einen Cocktail – darf man in China öffentlich Alkohol trinken? Ich wurde so komisch angeguckt…

Egal.. Ich freue mich auf die erste Nacht alleine in meinem Bett, auch wenn die Klima ab und zu so tut als würde sie wieder kaputt gehen wollen.

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