Das erste Wochenende

Nun liegt das Univiertel Xiasha nicht direkt in Hangzhou, sondern etwas außerhalb. Was also am Wochenende hier anfangen?

Wir hatten Freitag 2 Blöcke Chinesisch (Speaking) und ab Mittag Freizeit. Ich habe den Nachmittag damit verbracht die Bude zu putzen – ich musste nicht einmal schrubben und der Dreck ging ganz einfach weg.. was sagt uns das?

Augenbrauen zupfen, Nägel lackieren.. was Frauen halt so machen, wenn sie Zeit haben.

Abend bin ich mit Bobby noch schnell etwas essen gegangen. Eine Art Pfannkuchen, nur nicht süß, wird auf einem leicht vequirlten Ei gebraten und mit Salat und Fleisch gefüllt, Sauce drauf – fertig. War lecker, aber total fettig. Lieber wieder die falschen Kartoffeln.

Haare, Make Up im Eiltempo und überlegen was anziehen? Wir wollten in einen Club nach Hangzhou City, ich habe aber außer den braunen Stiefeln nur Sommerschuhe dabei und hier sind extreme Temperaturschwankungen. Vorgestern 20 Grad und Sonne, gestern 5 Grad und Regen/Hagel, ab morgen wieder 18 Grad und strahlender Sonnenschein. Meine Outfits zum Feiern gehen sind auf die Sommerschuhe abgestimmt – also musste ich improvisieren. Der Vorteil: Mit der Bikerjacke sparte ich mir eine Handtasche – da passt ja alles rein was ich brauche: Bargeld, Zimmerschlüssel, Kaugummis, Kreditkarte, Ausweis.

Busse fahren um die Zeit nicht mehr, aber vor der Uni standen schon die Taxen bereit. 4 Jungs, 4 Mädels – zwei Taxen zur U-Bahn bitte. Die Fahrer brachten uns zur selben Ecke, da war aber keine U-Bahn. Fragen war schwierig, denn es kann ja keiner Englisch undmit der Übersetzung des Wortes Subway wurde es auch nicht besser, denn es war weit und breit keine und demnach wusste auch keiner wohin. Wir versuchten wieder zwei Taxen zu fangen; den Fahrern klarzumachen wohin und los ging es. Sie hatten keine Ahnung und im Navibedienen sind sie jetzt auch nicht so spitze. Wir verloren uns zwar und fuhren unterschiedliche Wege, aber wir kamen an. S3 Party Club – wohl einer der besten der Stadt. Als Ausländer perfekt: du kommst rein, bekommst gleich ein Bändchen und zahlt nichts – ich habe außer für das Taxi nicht ein Yuan ausgegeben. Der Club war gefüllt mit Ausländern aller Nationalitäten (auch Deutsche haben wir getroffen) und reichen Chinesen. Unsere Hellblonden wurden sich sofort von den Chinesen an die Tische geholt. Zurück wieder Taxi.. also so ein halbes. Kleinbus, sehr klein, sehr heruntergekommen, aber er fuhr uns zum selben Preis was uns nur ein Taxi gekostet hat und vor Allem: er fuhr uns! Der Club ist um die 35 Kilometer von der Uni entfernt, die U-Bahn fährt zwischen 23 Uhr und irgendwann früh nicht und der Bus erst recht nicht. Alle rein in das kleine Ding und gegen 7 war ich dann in meinem Zimmer.

Das Wochenende hat schon einmal gut begonnen.

Nachdem wir dann Samstag so langsam aus den Betten gekrochen sind, machten wir uns auf den Weg Richtung Downtown – Shoppingmeile. Mit dem Bus und der U-Bahn gar nicht so weit, wenn man weiß wie man fahren muss. Das haben wir ausgetestet und sind, da wir so spät aufgestanden sind und nicht wussten wie wohin, gegen sechs erst da gewesen. Kurz mal durch die Straße gelaufen und festgestellt: Wir müssen viiiiiel früher losfahren – das wird ein Tagesausflug.

Die Jungs wollten unbedingt zu McDonalds. Ich bestellte den Burger nach aussehen, da ich ja kein Chinesisch kann und das war ein kleiner feiner Fehler. Das Ding war extrem schwarf und zudem war das Fleisch Pressfleisch der schlechtesten Sorte – dachte McDonalds hat weltweite Standards für seine Produkte. Die Größen sind auch etwas kleiner als in Deutschland. Wir setzen uns und wurden wieder angestarrt und heimlich fotografiert. Irgendwann ging einer unserer Jungs dann zu den zwei Mädels und machte sie damit zu den wahrscheinlich glücklichsten Mädchen Chinas. Sie schenkten uns allen diese kleinen Erdbeeren (unten; selbstgemacht). Als wir gehen wollten drückte die eine A eine Tüte in die Hand und die andere mit ihre. A hatte eine Strickjacke und ich einen Pullover – die wollten sie uns unbedingt schenken. Zurücknehmen wollten sie sie nicht und sie haben sich so süß gefreut… Dank dem Oversizetrend passen uns die Teile sogar. Nun, wir hatten unser Ziel erreicht.

Wieder zurück hatten wir etwa eine Stunde um uns fertig zu machen. Am Abend stand das Coco Jeff auf dem Plan um in einen Geburtstag reinzufeiern. Diesmal 7 Jungs, wieder wir 4 Mädchen = 3 Taxen. Das Coco kannten sie aber, bzw. wussten wo sie hin müssen. Nach einer kleinen Kreisfahrt kamen wir pünktlich um Mitternacht vor dem Club an. An der Tür fing uns der Manager sofort ab und brachte uns zu einem Tisch; die erste Flasche Whisky, Eis und Eistee gingen aufs Haus. Der Rest kam wieder von den Chinesen. Auch an diesem Abend haben wir keinen Cent gezahlt. Der Club war anfangs voller Chinesen und wir und noch eine Handvoll anderer die einzigen Ausländer. Das wandelte sich aber schnell. Die Chinesen beginnen früh mit dem feiern und hören auch früh wieder auf. Gegen 4 waren fast nur noch Ausländer im Club. Ich persönlich fand das S3 besser. Auch, weil die Chinesen offenbar Grapscher sind – können kaum noch stehen und schon gar nicht mehr Tanzen, aber permanent auf den Arsch grapschen. Das war öfter ein Grund die Tanzfläche zu verlassen. Die Musik war zwar durchwachsener, jedoch viel zu laut. Ich habe ein wunderbares Rauschen in den Ohren…

Nach Hause kamen wir wieder relativ einfach. Vor dem Club standen schon mehrere Taxen (legale) bereit und auch die Fahrer wussten wohin. So kamen wir sicher und vollzählig in unseren Bettchen an.

Da wir intensiv das Hagzhouer Nachtleben erkundet haben, blieb für die Umgebung keine Zeit mehr und wir werden ein andern Mal zum West Lake fahren. Der Sonntag verlief ganz Klassenfahrt am dem Fußballplatz, hier ein Tor, da ein Tor mit andern internationalen Studenten und dann Essen. Wir haben die Mensa ein Stück weiter die Straße runter ausprobiert – etwas teurer und nicht mit der Essenskarte zahlbar, aber große Auswahl und man kann sich selbst zusammenstellen, was man haben möchte.

So langsam haben wir alle ein kleines Essensproblem: Wir brauchen was richtiges! Das Essen schmeckt ja und macht ja satt, aber uns fehlt das heimische Essen doch sehr. Als wir Freitag aus dem Club kamen roch es davor nach Bratwurst… ganz schlimme Sache! Ich bin eigentlich kein Bratwurstfan, aber eine Rostbratwurst im Brötchen mit Senf wär grad das Allergrößte – für uns alle!

Zum Nachtisch haben wir eine Geburtstagstorte besorgt – für 138 Yuan, also etwa 14 Euro. An das Paket machte die Frau eine Tüte mit einem Päckchen, wir dachten Tee. Beim Auspacken sahen wir aber, dass es eine Kerzenblume war, die dann Happy Birthday spielte.. und spielte.. und spielte.. und aus dem Zimmer verbannt wurde. Ein hübscher Tortenheber, Teller und Gäbelchen waren bebenfalls dabei. Da sind sie uns auf jeden Fall voraus! Die Torte selber Bestand eigentlich nur aus Teig und Sahne mit ein paar Früchten – aber wir waren positiv überrascht. Die westlichen Backversuche der Chinesen sind jetzt nicht so toll..

Das Wochenende wurde von allen als erfolgreich eingestuft und hat uns auf jeden Fall auch als Gruppe noch ein bisschen zusammengeschweißt.

 

4 Gedanken zu “Das erste Wochenende

    • da war voll viel leute😉 du ahnst nicht wie die chinesen saufen können! und ich habe jemanden gefragt, warum die so grapschen: ihnen wird schon als kind erzählt, dass die europäer sehr offene menschen seien und das ok wäre😀

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