Wir gehen dann jetzt wochenweise..

Da der Unialltag eingetreten ist, wie auch immer er das geschafft hat, und ja demnach nicht mehr so viel passiert, werde ich dazu übergehen, Euch eine Wochenzusammenfassung zu machen. Wenn wir natürlich Ausflüge machen, die einen Extraartikel wert sind, bekommt Ihr den auch.

Das Wochenende hing uns am Montag doch noch in den Knochen – wir sind halt keine 16 mehr. Der Großteil ist zwischen 26 und 28, ein paar 23 und die jüngsten 21.

Ich wollte mit Bobby das Frühstück in der Mensa ausprobieren. Es gab bei mir etwas, das aussah wie eine Pizzaschnecke mit Lauch – schmeckte auch so, aber leider nur einen Hauch. Dann noch so ein Sesambällchen, dass einfach nur klebte – an Gaumen, Zähnen, Fingern.. kann man sicher super Kleiderhaken an der Wand mit befestigen und etwas das aussah wie ein Stück Rührkuchen mit bunten Streuseln.. Gummi pur. Es wird hier kein Frühstück mehr geben. Bobby hatte noch einen Hefekloß mit vermutlich Pflaumenmus – er aß drumrum und auch bei ihm landete eigentlich alles im Müll.

Wir haben montags nur einen Block um 13:30 – Comprehensive Chinese. Unsere ersten „Hànzi“-Versuche. Nach welchen Regeln schreibt man die Zeichen, was bedeuten sie und wie werden einzelne Worte zusammengesetzt. 8 neue Wörter und 5 neue Zeichen gilt es nun bis zur nächsten Stunde zu lernen.

Am Nachmittag trafen wir uns mit Leo, ein Freund von jemandem aus der letzten Gruppe hier in China. Nun finde mal einen Chinesen, von dem Du nicht weißt wie er aussieht unter vielen anderen Chinesen auf dem Campus. Gott sei Dank sind wir ja nun von weitrem zu erkennen. Er fuhr mit uns in die Stadt und wir wollten uns irgendwohin setzen um etwas zu reden und einige Fragen loszuwerden. Er verstand das irgendwie falsch, als eines unserer Mädels sagte sie mag Karaoke und so landeten wir in einer Karaoke-Bar – Nachmittag am helligen Tage. Wir machten ihm klar, dass wir das gerne ein andern Mal machen können und gingen in ein Café. Offenbar eher eines der gehobeneren Klasse, den Preisen nach und der Klavierspielerin. Wir bekamen sofort ein Glas mit warmen Wasser und das „Karaoke-Girl“ nahm einen Schluck, traute sich aber nicht zu es herunterzuschlucken – das war ja warm. Leo nahm ebenfalls einen Schluck und behielt es im Mund. Sie war erstaunt und fragte ihn, was er damit macht – um ihr zu antworten schluckte er natürlich und erklärte ihr, dass man in China Wasser generell warm trinkt und sie das ruhig bedenkenlos trinken kann. Mein Schokomilchshake schmeckte wenig nach Schoko und auch der Capucchino schien nicht so toll gewesen zu sein.

Ich fragte ihn, warum die Chinesen so grapschen in den Clubs und weil ich das Wort für grapschen nicht kenne, kniff ich ihm einfach mal in den Po (toll toll toll) und er meinte, ihnen würde schon als Kindern erzählt, Europäer seien da sehr offen und das wäre ok. Zudem stimmt das Gerücht, sie würden keinen Alkohol vertragen nicht – die Chinesen können saufen sage ich Euch!

Er erzählte mir auch wie die falschen Kartoffeln heißen – klingt etwas wie „Yammi“ nur noch mit einem p, „Liampi“ oder so – der Mann verstand trotzdem nicht was ich wollte. Das muss ich noch üben.

Wir verabredeten uns mit Leo zum Mittag für den nächsten Tag und stellten fest, dass er direkt im Haus neben uns wohnt. Da er seine Abschlussarbeit schreibt, hat er keine Vorlesungen und so viel Zeit.

Dienstag Nacht merkte ich das heranrollende Übel schon: Halsschmerzen. Ich wachte früh um 5 auf, da die Menschen über mir es toll finden, den ganzen Tag und die ganze Nacht lang Stuhltanz zu spielen – oder ihnen gefällt die Einrichtung nicht und sie müssen sie jeden Tag umstellen. Anheben geht dabei leider nicht. So weckte mich das wunderschöne Geräusch auf dem Boden langgezogener Stuhlbeine. Ich versuchte noch etwas zu schlafen, aber es ging nicht. 10:30 Uhr startete die Uni und mir ging es immer schlechter. Der Diskussion in der Klasse folgte ich so gut wie gar nicht und freute mich, als es endlich vorbei war.

Wir trafen uns also mit Leo und gingen in die dritte Etage der Mensa, da waren wir noch nicht. Es gab für mich Hackbällchen, Brokkoli und .. na?.. ja, Reis. Obwohl wir die Reisschalen nahmen, die frisch befüllt waren und noch dampften war leider auch dieses Essen kalt. Offenbar muss das so sein, denn was uns zu kalt war, schien Leo zu heiß – der pustete nämlich noch bevor er aß. Doll war aber auch das nicht. Ich, und alle anderen übrigens auch, sehne mich so sehr nach einer ordentlichen Wurststulle.

Ich hatte diese hübschen kleinen Fleischwürte gekauft, in der Hoffnung die taugen was. Dazu Weißbrot. Das Weißbrot ist natürlich süß und die Fleischwurst schmeckte weder Bobby, der spuckte das gleich wieder aus, noch A. Also ab in die Tonne damit. Ich werde die Tage mal in den „Whoohoo-Markt“ fahren und das Müsli kaufen, was dort stand. Obst und Joghurt habe ich schon gefunden, was lecker ist. Vielleicht hilft das erst einmal – Skippy und seine Erdnussbutter mit dem ekelhaften Brot hängt mir echt zum Hals raus!

Draußen war es wieder sehr smoggy und Leo wollte uns erzählen, dass sei Nebel bzw. von der Farbik nebenan. Offenbar scheinen sie wirklich zu glauben, das sei kein Smog. In Peking wäre Smog, aber nicht hier – es sieht aber genauso aus. Es fühlt sich auch genauso an: wir sind müde, die Stimmen sind rau und belegt, viele sind erkältet.

Nachmittag gab es Chinese Business Law.. 3 Stunden lang.. in Deutschland wären wir nach 5 Minuten gegangen. Mir ging es immer schlechter – zu den Halsschmerzen gesellten sich Kopf, Nacken, Bauch, Rücken und ein wenig auch die Brust. Noch nie haben wir uns so sehr das Ende einer Stunde herbeigesehent. Die anderen machten Pläne für den Nachmittag, ich ging geradwegs ins Bett. Gegen neun stand ich noch einmal auf, aß zwei Mandarinen und ging dann wieder schlafen.

Tapfer bin ich dann am Mittwoch aufgestanden und in die Uni gegangen – wie es sich für ein braves Kind gehört. Das erste Highlight des Tages: Wir haben unseren Studentenausweis – nun müssen wir nur noch rausfinden, wo es außer bei PizzaHut, noch Prozente damit gibt.

Direkt nach der Uni sind Bobby und ich wieder zum Superlativemarkt gefahren. Erste Amtshandlung: Handy kaufen. Nun mach mal 8 chinesischen Verkäufern ohne Englischkenntnissen klar „As cheap as possible, Message and WiFi“.. nach meiner verzweifelten Suche auf der Straße fand ich ein Mädchen, das zwar wenig, aber genug Englisch sprach um ihnen klarzumachen, was ich will.. Sie zeigten auf ein rosa Handy.. Danke, gibt es das auch in einer anderen Farbe? Schwarz? Klar! Für 599 Yuan – gekauft (etwa 60 Euro) von lenovo; in Deutschland für Notebooks bekannt. Das war mein zweites Highlight. Im Supermarkt wollten wir dann so einfache Sachen wie Haferflocken und Salz finden.. ist nicht so einfach in einer Kultur die ein ganzes Regal voller Zuckersorten, aber nur eine kleine Tüte Salz verkauft. Aber zwei netten jungen Chinesen sei Dank, haben ich auch das bewerkstelligt bekommen. Nur die Haferflocken sind Instant-Porridge und zu süß zum essen. Da muss ich für meine irische Milch mit deutscher Aufschrift doch noch andere Flöckchen finden. Aber die Erdbeeren sind schon lecker.

Das nächste Geburtstagskind musste natürlich am Abend wieder ein bisschen gefeiert werden und bekam passend zu seinem verrückten und bunten Stil einen supersüßen Rucksack geschenkt.

Das erste Krankehauskind hatten wir auch schon: die Jungs waren mit einigen anderen Internationals zum Fußball verabredet und wenn kleine Kinder spielen, geht gerne mal ein Fuß matsch. Aber zum Glück nur verstaucht.

Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen und so stand ich früher auf als nötig und ging zur Apotheke. Gott sei Dank habe ich ja nun mein hübsches lenovo Chinahandy – Google übersetzte mir Halsschmerzen und sie bot mir Pulver zum Trinken mit Wasser oder Tabletten an. Die Tabletten kosteten nur ein Drittel und lassen sich besser unterwegs nehmen. 5 Stück, 3 mal täglich machte sie mir klar. Ich befragte noch einmal die Herstellerseite und ja: 5 Stück auf einmal. Probieren wir es aus – mein Dozent bestätigte was auf dem Beipackzettel stand. Zum leckeren Obstsalatfrühstück gab es dann 5 Tabeltten, Joghurt und einen Kinderriegel. Ich habe einen Apfel gekauft, den ich in Deutschland noch nicht gesehen habe – mal sehen, ob ich ihn vertrage, dann gibt es den jetzt öfter. [Nachtrag: Es ist nichts passiert.. da kauf ich noch ein paar von]

Das Essen zeigt langsam seine Wirkung. Ich habe mir vor Abreise neue Klamotten gekauft, wie Ihr wisst und die helle Stoffhose saß da noch angenehm knackig.. jetzt schlabbert sie. Die grüne Jacke mit den Lederimitatärmeln sitzt ebenfalls zu groß und das noch zu enge T-Shirt von H&M sitzt perfekt. Ich habe am Mittwoch eine Sporthose gesucht, da wir hier im Gym ein wenig an den Kursen teilnehmen möchten – ich habe auch eine in meiner Größe gefunden: hoffnungslos zu kurz! Wir fahren direkt nach der einen Stunde Chinese Culture Downtown und gehen einkaufen – da werde ich es dann noch einmal probieren Sportsachen zu finden; Konzentration gleich auf kurze Hosen – so der Vorsatz. Naja, Vorsätze ne… Nix mit Sportsachen. Die Mädels waren toll – kaufen in China bei H&M (der ist hier gleich mal teurer als in Deutschland). Für mich war das nix.. mir sind die Sachen schon in Deutschland teilweise das Geld nicht wert. Nach Stuuuunden in Downtown und lecker „mit Bolognese und Käse überbackener Reis mit Hähnchenhackbällchen“ bei PizzaHut (gibt ja jetzt Prozente) ging es wieder Richtung Uni. Kurzer Stopp beim „Whoohoo-Markt“ um nochmal in den Geschäften zu schauen, aber auch nix. Schnell noch Zuhause in den Lädchen unter unseren Zimmern Obst gekauft – um halb zehn am Abend hier Obst kaufen ist eine sehr dumme Idee.. Stress, voll, Schupsen.. Aber Brombeeren, Erdbeeren und Ananas finden den Weg ins freitägliche Frühstück.

Meine Füße sind jeden Abend im Aua-Modus.. entweder noch vom Vortag, oder schon wieder. Irgendwann hoffe ich mich daran gewöhnt zu haben, dass wir so viel laufen – oder wir hören einfach auf jeden Tag was zu unternehmen und werden Stubenhocker. Mal sehen, was als erstes passiert.

Für das Wochenende wird es einen neuen Post geben – sonst werden wir ja endlos und Ihr lest ewig.

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5 Gedanken zu “Wir gehen dann jetzt wochenweise..

  1. Hallöchen,
    deine Sehnsucht nach dem Essen hier ist mir klar… mir ist schon anders wenn ich deine Erfahrungen nur lese ;o) Denke aber dran dein Obst gut abzuwaschen, da die leckeren Erdbeeren von SODEXO (Schulessenanbieter) aus China kamen. Also dir alles Liebe lerne schön chinesisch, dann verstehst du wenigsten den Rest von Thorina…
    Liebe Grüße auch von Klaus und Thorben der deine Bilder echt Klasse findet.

  2. Hallo Romy,
    ich bins deine cousine Maxie. Habe mir deine Posts schon durch gelesen ich finde sie COOL! Die Basecaps auf eurem Bild finde ich Cool. Hab mir gestern auch ein etwas anders aussehendes gekauft. Bis zum nächsten mal 再见🙂 (Das heißt Tschüss)

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