Nu‘ mal nicht so geknickt hier…

Freitag ist unser Lieblingstag.

Zum einen haben wir mit unserem Lieblingsdozenten und Vize-Dekan Chinesisch und zum anderen ist halt Freitag!

Diesen Freitag lief der Tag etwas anders ab.

Erst gab es das Ei im Brot – logischerweise süßes Brot, was erwarten wir; das Ei komplett wie Wachs.. wie auch immer sie das gemacht haben. Mit dem hart erkämpften Salz aber mal ein essbares Frühstück.

Für Chinesisch sollten wir 10 Sätze sammeln, die wir so regelmäßig brauchen – was schreiben wir Mädels? „Wo ist die Toilette?“ – ein Glück können wir das jetzt sagen; den Satz hat er nämlich für uns als wichtigsten und ersten ausgewählt. Die Stunden wurden etwas verkürzt.

Gegen 11 hieß es im Eiltempo Pipi gehen, Tasche tauschen, Essen kaufen und ab zum Bus. 11:30 Uhr war Abfahrt zum Song Dynasty Village [Sung übrigens gesprochen]. Ich dachte ja das wäre so wie unsere Slawendörfer und wir lernen mal ordentlich was mit Kultur und so. Nee, das erste was wir sahen: Karrussels. Das war ein Freizeitpark.

Hauptsächlich sollten wir wegen der Show dorthin – sie behandelt die Geschichte Hangzhous. Massig Tänzer, Kostüme, Farben, Tiere und Wasser auf der Bühne. Die Show war nett, aber irgendwann war es dann auch gut. Wir liefen noch etwas in diesem nachgebauten künstlichen Dorf umher.

Am Berg gab es Buddhastatuen – unzählige in allen Größen. Gelernt haben einige doch etwas: Nein, das ist kein Hakenkreuz beim Buddha auf der Brust. Das ist ein Swastika – das Sonnensymbol. Unsere süßen beiden Reiseführerinnen waren das Highlight. Beim liegenden Buddha darf man nicht draufklettern und A legte sich für ein Foto aber rauf. Die beiden ganz aufgeregt „Beeil dich, beeil dich, das darf man nicht, bevor einer kommt, beeil dich!“ – Hach, so gesetzestreu die Süßen.

Ganz faszinierend: die Chinesen haben die Sache mit den Cappies perfektioniert. In Deutschland kriegen die Erstklässler alle gleiche Basecaps um sie wiederzuerkennen – in China kriegt jeder der zu einer Reisegruppe gehört so ein Cappy. Meine Favoriten: die mit Tarnmuster – erkennen die sich so getarnt überhaupt wieder?

Im Dorf gab es noch einige kleine Beschäftigungsmöglichkeiten – unter anderem ein Horrorhaus. Wir schnurstracks hinein und unsere beiden Süßen „Bú bú bú bú bú!!!“ – die wollten einfach nicht. Wir überredeten sie und das war eigentlich das schönste am Haus. Sie hatten von Anfang an so eine Angst, dass sie sich rechts und links an Bobby festkrallten und die ganze Zeit wimmerten und kreischten. A und ich hatten großen Spaß daran.

Weniger schön war das arme kleine Äffchen. Die Chinesen standen da und lachten, wir Europäer konnten uns kein Lächeln rausdrücken. Das einzige was aus unseren Gesichtern sprach war: Das arme Tier. Die Show war für uns auch der Moment zu gehen.

Auf der Fahrt hin und zurück fuhren wir durch gefühlt ganz Hangzhou. Die Stadt ist riesig! WIr fuhren durch abgewrackte Viertel, Viertel die gerne mehr wären als sie sind und die noblen Gegenden – extreme Kontraste in nur einer Stunde. Rückzu erwischten wir den Feierabendverkehr und durften die chinesische Art Auto zu fahren hautnah miterleben. Nein, der Bus passt schon auf die Radspur und 3 cm Abstand zu den parkenden Autos sind doch noch total viel!

Der Ausflug war o.k., aber sein Geld nicht wert. Die Fahrgeschäfte haben wir ohnehin links liegen lassen; wer weiß wie das mit dem chinesischen TÜV so ist und die Fakestadt braucht man nun nicht wirklich.

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Abend wieder aufhübschen und ins Coco. Begrüßt wurden wir von einem Deutschen den wir am ersten Wochenende kennengelernt haben mit: Mädels, der Club ist viel zu voll und ihr müsst heute mit nem Haufen Models konkurrieren – aber da könnt ihr locker mithalten! Isser nicht süß? Der Club war wirklich überfüllt. Glücklicherweise feiern die Chinesen nur bis etwa 1 und so mussten wir nur eine Stunde aushalten und der Club leerte sich auf ein akzeptables Maß. So groß die Stadt auch ist, treffen tut man immer die selben. Es waren an diesem Abend aber auch eine ganze Menge Deutsche da. Auf dem Weg zum Club gerieten wir wieder an einen Taxifahrer ohne Ahnung der uns irgendwo in einer Seitenstraße rausließ. Wir also ins nächste Taxi, der fuhr zweimal um die Ecke; da. Auf dem Weg zum zweiten Taxi knickte ich leicht um; die Gehwege sind hier teils extrem schlecht. Super, einmal umgeknickt… im Club das selbe. Ich wollte etwas frische Luft schnappen und knickte auf der Treppe wieder, diesmal etwas doller. Ich fiel in die Arme eines großen starken Chinesen und der half mir dann auch wieder auf die Beine. Im Vorraum setzte ich mich hin und wollte auf die anderen warten, da gesellte sich ein anderer Chinese zu mir. Er konnte so gut wie kein Englisch; eine Neuseeländerin die ich drinnen kennengelernt hatte kam aber kurz nach mir raus und übersetzte dann etwas. So konnten wir uns unterhalten; der Yunus und ich 😀 Er zog mir den Schuh aus, ganz ganz vorsichtig um mir auf keinen Fall weh zu tun und dann musste ich da sitzen bleiben bis die anderen kamen. Nach Hause wieder Taxiaction. Ben haben wir ebenfalls am ersten Wochenende kennengelernt und er machte für uns das Taxi klar. Der Fahrer wusste dann zwar wohin und die grobe Richtung, in Xiasha angekommen hatte er leider keine Orientierung mehr. Wir allerdings auch nicht. Xiasha besteht großteils nur aus Kreuzungen, Wohnheimen und Unigebäuden – das sieht alles gleich aus! Wie sollen wir betrunkene Mädels dem Fahrer klarmachen wo wir hin müssen, wenn wir es selber nicht wissen? Außer unseren Standardsätzen mit denen uns versichert wurde „Da wissen die Fahrer bescheid!“ können wir im Taxidialog doch nichts. Ich rief Joey [hihi, heißt wie meine Pflanze] an, ein Stuttgarter den wir an dem Abend trafen, ob er Chinesisch kann. Nee leider nicht; der versuchte selber seinem Taxifahrer klarzumachen wo er hin will. Irgendwann kamen wir jedoch an und hatten auf der Fahrt dank unseres im Suff offenbar besser verständlichem Chinesisch mit dem Fahrer sogar noch etwas Spaß. Zum Schluss scherzte er jedenfalls mit.

Dem Pförtner noch ein Handküsschen zugeworfen, wieder über den dritten Stock und appigaloppi ins Bettchen. WIe auch immer ich es geschafft habe zu laufen und Treppen zu steigen, denn am nächsten Morgen ging das Laufen nicht mehr. Der Fuß ist dick und verlangt nach Kühlung und Schmerzmitteln.

Im Laufe des Tages wurde das ganze besser und Joey fragte, ob wir mit Sushi essen gehen wollen. Na bevor wir Zuhause versauern, denn Feiern wär mit dem Fuß nicht drin gewesen. A war mit Bobby bereits in der Stadt und so fuhr ich mit Joey zum Japaner nach Downtown, wo wir A und einen sehr lustigen glatzköpfigen anderen Deutschen trafen, der auch Freitag im Coco war. Wir gesellten uns zu einer Gruppe bestehend aus Chinese, Japanern, Deutschen, Engländern, Amerikanern, ein Kanadier, Neuseeland.. ein ganz bunter und unglaublich angenehmer Haufen. Da ich keinen Fisch essen kann hielt ich mich an die anderen Leckereien und es war wirklich gut. Der Abend ging weiter mit Barhopping: Amigo, Maya, Ellen’s, 7Club und letzten Endes wieder im Coco. Die Gruppe wurde mit jedem Mal etwas kleiner. Es war interessant sich mit den verschiedenen Nationalitäten auszutauschen und zu erfahren wer was über wen denkt und wie nach China gekommen ist, wer was macht und warum und und und… das beste daran: der größte und breiteste Kerl war ein Chinese.

Sonntag war grau, nass, verregnet und ungemütlich – der perfekte Tag um das Füßlein zu kühlen und auszuruhen. Bobby zog es wieder in die Stadt zum WestLake – worüber er hoffentlich einen eigenen Beitrag verfasst 😉

Der Gastgeber beim Sushiessen versprach mir die Fotos zukommen zu lassen; diese hänge ich dann wenn ich sie habe später noch mit ran; ich werde aber einen kleinen Hinweis auf die Seite stellen.

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5 Gedanken zu “Nu‘ mal nicht so geknickt hier…

  1. Ach du Scheiße, dein Knöchel sieht furchtbar aus!!! Als Yunus dir den Schuh auszog dachte ich schon an so eine kitschige Filmszene. Gleich massiert er ihr den bestimmt!!! Nee, gut das er das nicht gemacht hat. Das hätte unendliche Schmerzen verursacht. GUTE BESSERUNG und irgendwann mal was Vernünftiges zu essen.

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