Seit einem Monat in China – wie ist es denn so?

Wir haben uns am Wochenende in Shanghai ein wenig unterhalten, wir sind ja schließlich schon einen Monat da – am 25. Februar sind wir in Hangzhou angekommen.

Es gibt unter uns welche, die sich vorstellen könnten zu bleiben und einige, die kaum schnell genug wieder nach Hause kommen können.

Zum aktuellen Zeitpunkt – genau einen Monat in China – gehöre ich zur Gruppe, die sich vorstellen kann zu bleiben.

Zum Entsetzen mancher Daheimgebliebener Lieben, aber sicher auch für manche nicht wirklich verwunderlich: ja, ich könnte mir vorstellen nicht mehr nach Hause zu kommen.

Es gibt dabei aber Abstriche zu machen.

An das ewige Gerotze und Geschupse, den Gestank und das miese (sorry, liebe Chinesen) Essen werde ich mich wahrscheinlich kaum jemals gewöhnen können.

Ich würde auch nicht wirklich in einer großen Stadt wie Shanghai oder Peking wohnen wollen. Ich würde in Hangzhou (o.ä.) bleiben. Die Stadt ist groß genug um alles zu haben; mit seinen Außenvierteln jedoch mit Kleinstadtflair. Sie ist mit Ausländern nicht überrannt, hat jedoch eine angenehme internationale Community. Man kommt ohne Chinesischkenntnisse zurecht, ist jedoch auch ein wenig angespornt und gezwungen die Sprache zu lernen. Bei einer deutschen Firma angestellt, mit deutschem Gehalt, lässt es sich hier durchaus gut leben (bitte nicht zu hoch denken jetzt).

Ich würde nicht sagen, dass ich für immer bleiben wollen würde – aber, wie Joey, einfach als Trainee für 2,5 Jahre kann ich mir gut vorstellen. Das ist eine überschaubare Zeit; danach steht die Tür nach Hause wieder offen und die andere mit Aufschrift „Bleiben oder woanders hingehen“ ebenfalls.

Es ist auch nicht zwingend gesagt, dass es Hangzhou oder China sein muss – ein anderes Land geht auch. Dann jedoch eine andere Kultur; wie bei der Wahl für China gilt auch hier Desinteresse an westlichen Industriestaaten – anders muss es sein!

Ich ärgere mich jetzt ein wenig darüber die Praktikumsstelle nicht doch in China angepeilt zu haben. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ich nach Ende des Semesters sofort wieder nach Hause gewollt hätte war ebenso groß, wie die bleiben zu wollen. Ich bin auf Nummer Sicher gegangen und es wird schon richtig so gewesen sein. Mein Praktikumsunternehmen ist weltweit international tätig und auch hier habe ich die Produkte bereits gesehen – vielleicht hilft mir das „Guanxi“ nach Ende des Studiums ja.. wer weiß.

Vielleicht ändert sich meine Sicht in den nächsten Wochen aber auch wieder. Vielleicht verliert sich die jetzige Euphorie im sich immer weiter eindrängenden Alltag auch auf Nimmerwiedersehen und ich wechsel zur Gruppe der freudigen Heimkehrer. Freudig heimkehren werde ich so oder so, aber mit oder ohne Fernweh – das ist hier die Frage.

6 Gedanken zu “Seit einem Monat in China – wie ist es denn so?

  1. Geht mir auch ganz oft so, dass ich denke: och, ich bleib. Aber nach Hause kommen ist auch schön. Und dann zwickt wieder das Fernweh und/oder die Sehnsucht. Ich bin dann einfach immer WOANDERS hin. Jetzt habe ich ganz viele Sehnsuchtsorte, Freunde auf der ganzen Welt und überall ein Plätzchen, wo ich ankommen kann. Wo ich mich niederlasse, ist noch lange nicht entschieden.
    Egal, was ich dir eigentlich sagen wollte: jetzt denkst du so, am Ende denkst du (vllt) anders, nächstes Jahr, aus der Entfernung wirst du die Zeit noch mal ganz anders sehen. Was wichtig ist, ist die Erfahrung. Und das Wissen: es geht, ich kann, wenn ich will!

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