Winnie the Pooh!

Immer wieder Montags.. kommt die Erinnerung. Ach nein, das ging irgendwie anders.

Jedenfalls ging es mir Montag fast noch schlechter als Sonntag – man könnte denken ein Kater, aber nein, es fühlte sich eher an wie immer noch der Fisch. Der bitterböse Fisch.

Ich wollte eigentlich zu Carrefour fahren, war nach dem Unterricht aber zu müde um noch Downtown zu fahren. Ich entschied mich also lieber im Bett ein Nickerchen zu machen und danach an meinem Essay zu feilen. Die Verabredung zum Dinner mit den beiden Engländern fiel daher ins Wasser – ich habe ernsthaft bis Abend um 10 an diesem Essay gesessen. Dafür ist es jetzt fertig und ich kann den Rest der ohnehin nur dreitägigen Woche genießen. Also so halb, Mittwoch ist ja wieder Diktat angesetzt.

Dienstag wurden alle in meinem näheren räumlichen Umfeld von einem wunderbaren „quiiiieetsch“ geweckt. Das Schild aus dem letzten Post stand immer noch – mittlerweile seit einer Woche im Flur und die Putzfrau hat es einfach nur zur Seite geschoben. Das Geräusch ist vergleichbar mit dem Kratzen von Fingernägeln auf der Tafel – nur noch schallend.

June hatte irgendwie keine Lust auf Unterricht, hatte sie doch einen langen und stressigen Tag am Montag. Der Unterricht war gekennzeichnet von „Was will sie uns sagen?“, „Mädchen komm zum Punkt!“, „Wieso erzählt sie uns das?“. Irgendwann 10 Minuten vor Ende hat sie dann doch nach Fakten über ihre Leidenschaft zum Fahrradfahren, dem Lohnsteuersystem in Dänemark und dem eigentlichen Thema „Börsennotierte Unternehmen in China“ den Mut gefunden uns einfach gehen zu lassen.

Vor der Mensa waren wieder einmal unzählige Stände von irgendwelchen Organisationen oder Aktionen oder Dingsbumsionen – diesmal aber mit einem alten Freund: Winnie! Und noch eine Kuh.. Natürlich mussten wir für ein Foto erst einmal auf irgendeinem Plakat unterschreiben, aber danach.. da durften wir mit ihm posieren. Der Mensch im Kostüm war so schüchtern, dass Winnie sich die Augen zugehalten und sich geschämt hat. Masche oder einfach vergessen, dass er im Kostüm eh nicht zu erkennen ist?

Nachmittag hatten wir Chinese History & Culture – verschoben von Donnerstag. Diesmal in einem anderen Raum, weil wir dabei gefilmt wurden. „Ihr werdet berühmt werden; jeder Student in China wird Euch kennen!“ – Zieht die Masche bei Chinesen? Uns war es relativ egal; Beatboxing mit dem Mikrofon war interessanter. Dafür haben wir 2 Stunden lang jede mögliche Gottheit der chinesischen Mythologie über uns ergehen lassen. Ja, das klingt hart, aber Ihr ahnt ja nicht, wie anstrengend diese chinesischen Götter sein können.

Glücklicherweise bin ich wieder erkältet.. wir spielen hier mit den Erkältungen PingPong und wer glaubt sie schon gehabt zu haben, darf nach zwei Wochen noch einmal. Weil es so schön war.

Da mich meine mitgebrachten Klamotten so langsam extrem nerven, bin ich am Dienstag Nachmittag in die Stadt zu H&M gefahren – wo soll ich als Euopäerin außerhalb der chinesischen Standardgröße sonst hinfahren mit der Garantie auch etwas zu finden? Und der Sale-Stand war meiner. Eine neue Bluse, eine neue Strickjacke (ist ja so kalt hier ab und zu), ein neues T-Shirt und ein neues Top; Socken kann man immer gebrauchen und meine Zopfhalter sind bis auf zwei bisher auch schon alle gerissen. Den Betrag habe ich in Euro bei H&M noch nie auf dem Kassenzettel gesehen – ca. 350 – aber zum Glück RMB – also etwa 40 Euro für die ganzen Sachen. Das kann man schonmal machen.

Mittwoch hatten wir den ersten Block wieder in dem eiskalten Videoraum. Er befindet sich in einem Gebäude, in dem hauptsächlich Chinesen unterrichtet werden. Dementsprechend füllte sich der hintere Teil des Raumes ab Mitte des Blocks mit Chinesen.. und füllte sich und füllte sich bis am Ende der Raum voll war und wir vollkommen genervt gingen, nachdem wir unserem Dozenten klargemacht haben, dass wir ihm bei seinem komplizierten Stoff mit der hinteren Geräuschkulisse ohne hin nicht mehr folgen können.

Obwohl für die ganze Woche Regen angesagt war hat es noch nicht einen Tag geregnet; nein, es war sogar unglaublich schönes Wetter, was den Campus in ganz neuem Licht erstrahlen ließ! Passend.

Unser Dozent kam mit guten Nachrichten in den Unterricht; einfach gestört hat er.. tztztz. Der Montag wird ab jetzt frei sein, wir haben also von Freitag 15 Uhr (nicht mehr 12 Uhr dadurch, aber egal) bis Dienstag früh 10:30 Uhr komplett frei.. toll; da lohnt sich ein Ausflug doch. Zudem wir er dafür sorgen, dass die Stunden die wir hier Sonntags herkommen sollten gestrichen werden und das beste.. das überhaupt voll allertollste: unser letzter Tag ist der 24.05. – sobald wir am 24.05. das Unigebäude verlassen sind wir hier keine Studenten mehr. Unser letzter Tag sollte aber der 31. sein und somit haben wir auch unsere Rückflüge entsprechend gebucht – wir haben also noch eine ganze Woche frei und müssen uns nun überlegen wohin wir reisen wollen und von wo wir dann unseren Rückflug umbuchen müssen. Hainan; Taiwan; Philippinen; Tokyo; … wohin in der Zeit? Noch was angucken oder einfach nur die Seele baumeln lassen? In Hangzhou bleiben? Die Zimmer sind für das ganze Semester bezahlt, wir könnten bis Mitte Juni hier auf alle Fälle wohnen bleiben, so wir denn nicht am 03. Juni wieder in Deutschland sein müssten – unsere BWLer haben das Glück und können nun überlegen was sie machen; wir Wirtschaftsrechtler leider nicht. Wir müssen unsere Praktika am 03.06. in Deutschland antreten.

Nach Unterrichtsschluss ging der Stress bei einigen erst richtig los. Noch schnell die Arbeit fertig schreiben, schnell Geld holen, schnell Koffer packen (die ersten sind schon Mittwoch Abend zum Flughafen ab in die Ferne) und einig werden wer nun welche F1-Karten haben will.

Wir haben beschlossen, wenn wir schon in China sind, so nahe Shanghai, müssen wir zur Formel 1 – auch um uns um den Wandertag an dem Tag drücken zu können. Wir werden also wieder das nächste Wochenende in Shanghai verbringen. Voller Hoffnung auf besseres Wetter und dem zweiten Versuch noch was von der Stadt zu sehen werden wir wieder Freitag nach Unterrichtsschluss losfahren und uns dann das Formel 1 Rennen in Shanghai ansehen. Die Kartenpreise sind hier wenigstens im Gegensatz zu den deutschen Preisen erschwinglich. Das kann man schonmal machen. Und ich bin mir sicher, bei einigen von Euch ist der Neidfaktor grad ganz hoch😉

Ich habe mir einen neuen Nagellack gekauft – ja, einige wird das interessieren😀 Aus reinem Interesse, wie die chinesischen Lacke denn so sind. Sonderlich deckend war der jetzt nicht, macht aber nach der zweiten Schicht einen ganz guten Eindruck. Schauen wir mal ob er das Wochenende in Xi’An auch übersteht.

Am Abend wollten zwei Franzosen, die wir am Samstag im Amigo kennengelernt hatten, noch etwas Trinken gehen. Leider konnte ich keinen weiter davon überzeugen noch mit mir in die Stadt zu fahren, bzw. wollte ein Teil später noch ins Coco – das war mir aber zu spät, da ich ja früh zum Flughafen muss. Ein anderer Teil ist schon am Nachmittag Richtung Flughafen; Joey habe ich grad auf dem Weg zum Flieger im Taxi erreicht; die beiden Engländer waren am Bahnhof auf dem Weg nach Shanghai; Leo ist Zuhause.. es scheint wirklich so zu sein, wie es prophezeit wurde: Reist nicht an Feiertagen. Sobald die Chinesen ein oder zwei Tage frei haben ist in China jeder auf dem Weg irgendwo hin, hauptsache weg.

Nachtrag um 20:00: Canadian-D ist aus seinem Mittagsschlaf erwacht und fährt mit mir noch auf zwei oder drei Bierchen hin😀

Aber nun gut, das machen Bobby und ich ja morgen früh auch: Hauptsache die freien Tage woanders verbringen und was erleben.

Daher endet diese Woche hier und wird mit einemExtraartikel über Xi’An fortgesetzt.

Eines der Mädels war so lieb mir noch Fotos vom Nachtmarkt zu schicken; die findet Ihr in der Galerie.

Fröhliches „Qing Ming“ Euch.. oder nein, lieber nicht.. ist sowas wie unser Totensonntag was jetzt hier gefeiert wird.

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