Der Schweiß läuft..

Montagmorgende sind so toll.. aber das hatte ich schon erwähnt, oder.

Leider bleiben sie uns in der Form erhalten, da die Hochschule es nicht schafft die Montagsstunde zu verlegen😦

Nun, wenn dem so ist müssen wir damit leben.

Montag war der heißeste Tag der Woche – Ihr hattet um die 20 Grad, wir etwa 30. Leider fühlen sich 30 Grad hier nicht an wie 30 Grad in Deutschland. Ich kann mir nicht vorstellen, wie die Leute hier die 40 Grad Normaltemperatur im Sommer überstehen. Die Chinesen liefen aber wiedermal im Mantel rum – unvorstellbar für uns, wir gingen ja schon mit so wenig wie möglich an ein.

Nach dem Unterricht machten wir Mädels uns auf in die Stadt. Da der Tscheche noch nicht aus HongKong zurück war (er wollte das für uns machen), wir aber unser Multivisum endlich erledigen mussten, versuchten wir es auf eigene Faust. Auf dem Weg zum Taxi erzählten uns unsere Jungs, die bereits da waren, die Visastelle macht um 17 Uhr zu. Ganz toll, etwas früher hätten wir die Info besser gebrauchen können. Wir beeilten uns also und kamen 5 nach 17 Uhr an der Stelle an. Die Beamten schäkerten noch mit einem Baby und haben somit versäumt die Tür abzuschließen. Glücklicherweise schmissen sie uns nicht raus, sondern füllten für uns die Anträge aus, damit es schneller geht und nahmen unsere Unterlagen noch entgegen. Bei A gab es Probleme, die Hochschule hat versäumt sie melden. Nun müssen wir eine Woche warten und können unsere Pässe dann mit Multi Entry wieder abholen.

Das brauchen wir für Hong Kong. Um wieder nach Mainland-China einreisen zu dürfen reicht unser Studentenvisum nämlich nicht aus.

Ich traf mich danach mit einem Deutschen und seinem Mitbewohner, die grade ihre Praktika im Hyatt in Hangzhou absolvieren, im Eudora zum Abendessen. Ich bestellte ein Hähnchensandwich und bekam gleich zu hören: „Das wirst du nicht kriegen; seit heute morgen ist in Hangzhou Hähnchenverbot!“ – ich bekam es, waren wohl noch Reste da und auch in der Mensa bekommen wir noch Hähnchen und Ei. Mal sehen, wann es damit vorbei sein wird – die Chinesen essen alles vom Huhn und sehr viel.. ich bin gespannt, was es dann hier noch zu Essen geben wird.

Die Heimfahrt war die bisher längste Taxifahrt. Der Fahrer war ja irgendwie sympathisch, aber irgendwie auch stockdoof.. der verfuhr sich schon in Downtown. Nach 2 Stunden (normal 45 Min); 15 Mal nach dem Weg fragen, 5 Telefonaten und 8 Mal auf die Karte gucken die er dabei hatte, kam ich nach 145 Yuan (normal etwa 90) endlich auch am Campus an.

Dienstag nutzen wir die Gelegenheit als A erfolgreich von der Visastelle zurück war um das Hostel für Hong Kong zu buchen – gar nicht so einfach. Alles ausgebucht oder wegen der Feiertage extrem teuer. Als wir jedoch das erfolgreich abgeschlossen hatten, machten wir uns gleich noch an den Sommerurlaub. Die letzte Maiwoche wollte ja auch verplant werden und wird nun einmal in der Sonne brutzeln auf Hainan.

Ich habe Abend noch mit Joey telefoniert und er wird zur gleichen Zeit in Hong Kong sein wie wir, so dass wir ihn eventuell vor seinem Weiterflug nach Bangkok dort noch treffen werden. Sollte er frei bekommen, möchte er sich auch auf Hainan zu uns gesellen – wir werden sehen, ob sich zum Mädelsurlaub noch ein Palmenblattwedler dazugesellt – der könnte uns dann unsere Cocktails bringen, so dass wir uns wirklich nur auf Bewegungen wie Hin zum Strand, Umdrehen und Zurück vom Strand beschränken können.

Mittwochs ist ja irgendwie Ausgehzeit geworden und da ich den ganzen Nachmittag an meinem Essay geschrieben habe spielte ich das „Nur ein Bier…“-Spiel mit Joey, Canadian-D und einigen anderen zuerst im Amigo – die Wette des Abends: Joey wird nicht vor Mitternacht Zuhause sein. Ich habe gewonnen – Wetteinsatz: Er zahlt die Getränke von uns drei Mädels an dem Abend in der nächsten Bar😉 Das tat er auch und danach traditionellerweise bis früh ins Coco.

Als ich wiederkam lehnte eine Tüte Trockenfrüchte an meiner Tür – nachts um 4 schwer festzustellen von wem die kamen; das wird meine Aufgabe für den Donnerstag sein. Welche Trockenfruchtfee hat mir denn da ein kleines Geschenk gemacht als ich weg war?

Nach so gut wie gar keinem Schlaf und entsprechendem Gesundheitszustand (ähnlich dem Freitag in Shanghai – nein, kein Kater) erwarteten mich im Unterricht drei Kameras. Die Aufnahmen aus dem anderen Raum waren wohl technisch zu schlecht. Dass die sowas aber vorher nicht einmal ansagen können… das ist typisch China.

Freitag haben wir unsere Ergebnisse aus dem Sprachtest erhalten – alle bestanden, die meisten sogar sehr gut. Top Leistung, Leute!

Nach einem schnellen Mittag stiegen wir wieder in den tollen kleinen Bus und fuhren zum Lingyin-Tempel am Westlake – etwas Kultur muss hier ja auch mal sein. Mein Highlight im Tempel: Mönche mit Smartphones und ein Basketballplatz. Ansonsten war das halt ein Tempel, mit sehr schöner Parkanlage.

Abend holte ich den Shanghaier Studenten von der U-Bahn ab und wir gingen bei PizzaHut dinnieren. Noch nie lief da so viel schief. Erst warten, dann Pizza vergessen, dann falsche Pizza, dann mit der Rechnung betrogen (aber was interessieren uns die 3 Euro?).. Es hat eine Weile gedauert, aber wir bekamen die Mägen doch noch voll. Sein Highlight: In Hangzhou steigt man einfach zu Fremden ins Taxi und teilt es sich auf der Wegstrecke – das kennt er aus Shanghai nicht.

Da er zum Feiern kam taten wir das dann auch und zeigten ihm mal unseren Stammclub hier. Fazit: „Hammer Nacht!“ – bei Tageslicht wieder daheim und ein paar Stunden ausruhen.

Samstag stand die Teeplantage auf dem Plan. Dachten wir. Nachdem wir uns aus den Betten gequält haben um pünktlich um 14 Uhr am Treffpunkt mit dem Chinesen mit dem wir verabredet waren zu sein, fuhren wir immer weiter in die Innenstadt und wunderten uns schon. Klare Sache von Missverständnis: wir landeten in einer kleinen Gasse voller Teegeschäfte. Nix mit Plantage..

Rückzu musste ich mich beeilen. Ich hatte mir einen Tag vorher im Club die Jeans zerrissen, was mit Stiefeln nicht so schlimm ist. Abend war ich jedoch wieder zum Sushi-Dinner verabredet und dabei werden die Schuhe ausgezogen. Also musste ich mich noch umziehen. Canadian-D fuhr schon vor und das englische Pärchen verspätete sich ebenfalls. Wir entschieden ein Taxi zu nehmen; pünktlich kommen wir eh nicht mehr an, aber wenigstens nicht ganz so spät. Die Taxifahrer weigerten sich jedoch uns nach Downtown zu fahren und wir warteten und warteten und fanden irgendwann ein Hangzhou-Taxi (Habe ich das Taxisystem hier schon einmal erklärt?). Pünktlich eine halbe Stunde zu spät kamen wir an und diesmal war die Gruppe größer denn je.. etwa 30 Leute. Aber wieder sehr lustig und wieder danach ins Amigo; dann ins Coco. Da ich den Fisch mied ging es mir auch westentlich besser als beim letzten Mal.

Zur Komplettierung des „Heimwochenendes“ machten wir uns bei strahlendem Sonnenschein am Sonntag auf den Weg zum Zoo. Der Hangzhouer Zoo soll wohl sehr schön sein und das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Obwohl ich bis früh um 5 feiern war und die anderen nicht, war ich mit A zusammen die einzige die wie verabredet um 11 fertig war. Alle anderen brauchten noch bis nach 12 Uhr, eh wir endlich Richtung Zoo fahren konnten.

Der Zoo kostete uns nur 10 Yuan Eintritt (ohne Studentenausweis 20 Yuan). Wann wart Ihr denn das letzte Mal für 1,20 Euro im Zoo?😉

Das Gelände ist sehr schön – mitten im Wald, mit Bergen (leider, massenweise Treppen in Mauerqualität) und viel Wasser, direkt am Westlake. Ich bin jetzt kein Tierschützer oder Tierfreund, aber in Deutschland gäbe es den Zoo so nicht. Die Gehege waren teilweise echt klein, eine Schildkröte kann sich in ihrem kleinen Terrarium nicht einmal drehen, einige Tiere sind verletzt, mit kahlen Stellen im Fell, wirken sehr traurig. Die Elefanten taten mir schon fast am meisten leid – mit ihren großen traurigen Kulleraugen. Der Braunbär lief in seinem Gehe von einer Tür zur anderen und wieder zurück, die ganze Zeit und seine langen Krallen kratzen beim Laufen auf dem Boden. Der Panda ist ganz alleine und ein kleines Terrarium war voll mit 8 oder 9 Schlangen. Einer unserer Jungs hatte eine chinesische Freundin dabei und sie warf Geldstücke auf die Schildkröte. Wir waren entsetzt und fragten sie warum sie (und dem Beckenboden nach auch alle anderen) die Schildkröte damit bewerfen, die sich ja jedes Mal erschreckt. „Good for praying“… Aha.. Ich weiß schon, warum ich Atheistin bin. Dann war immer wieder Müll in den Gehegen und im Wasser. Die Chinesen hauen ihren Müll einfach da hin wo er grad anfällt – da spielte so ein Albino-Weißnichtwas-Baby, offenbar eh schon von den anderen verstoßen, weil abseits stehend und am Fell zerruppt, mit einer Plastikschüssel.

Aber ansonsten war der Zoo ganz schön… Wetter war toll. Das Gemecker klingt jetzt, als wäre der Tag und der Zoo schlecht gewesen, aber das stimmt nicht. Der war schon toll – sowas fällt halt nur leider auf.

Auf dem Weg zur U-Bahn kamen wir am Carrefour vorbei – gleich reinhüpfen und Brot und Butter kaufen! Montag wird mit einer ganz tollen Butterstulle gestartet!

Das beste am Tag war eigentlich die Taxifahrt nach Hause. Der Taxifahrer, eine Chinesin, unser DJ, A und ich.. der Fahrer war sehr jung und wollte sich mit uns unterhalten. Geht ja nun schlecht.. auch weil er einen ganz undeutlichen Dialekt spricht. Aber er lachte und flirtete die ganze Zeit. Und dann schmetterte es aus seinem Radio „Eins, zwei, Polizei.. drei, vier, Grenadier…“ – das Lied haben wir einen Tag vorher in der U-Bahn gesungen. Wir haben immer wenn noch 6 Stationen bis „Zuhause“ waren ein Lied mit einer 6 gesungen, bei 5 Stationen eines mit einer 5 und am Ende noch einmal alle Zahlen mit dem Lied. Ab da an wurde es nur noch lustiger. Etwas Konversation können wir ja führen und so wissen wir nun, dass er 89 geboren wurde, findet, dass wir nicht so alt aussehen wie wir sind und wir haben verstanden, dass er sich die ganze Zeit mit der Chinesin unterhalten hat – „Er sagte, wenn wir schnell reden, versteht ihr nicht was wir sagen..“, übersetzte die Chinesin. Naja Mäuschen, auch langsam verstehen wir euer Kaudawelsch-Dialekt-Chinesisch nicht..🙂

Nun lasse ich das Wochenende mit Gummibärchen und der Vorfreude auf meine Butterstulle ausklingen.

P.S.: Der Bericht unserer Hochschule ist online – mit Fotos für die wir extra alle 17 nach der langen Feiernacht angetreten sind😀 Hoffe die Hochschule verklagt mich nicht für den Klau der Bilder ..

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