Words don’t come easy….

Durch die Hongkong-Reise und die Feiertage fing die Woche ja eigentlich erst am Dienstag an.

Ich wollte Mittag essen gehen und meine Wäsche wegbringen; hatte ich mir ganz fest vorgenommen. Als ich das erste Mal auf die Uhr schaute war es jedoch schon 13:30 Uhr.. da hat keine Mensa mehr offen. Na gut, lassen wir den Tag also ruhig angehen – ist ja Feiertag.

WIr Mädels haben uns auf den Plan geschreiben Dienstag und Mittwoch fleißig zu sein und unsere Abschlussarbeiten soweit als möglich zu schreiben.

Ich gebe offen zu, ich habe Dienstag nichts davon gemacht. Ich habe Fotos gesichtet und den Artikel geschrieben. Dafür wollte ich aber zeitig ins Bett gehen um Mittwoch dann fit zu sein und die vorgenommenen Arbeiten zu schaffen.

Ja, nix da.. ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen und bin so auch am Mittwoch erst wieder gegen Mittag aufgestanden. Dafür habe ich aber den ganzen Tag brav an meinen Essays geschrieben und war mit A nur einmal kurz draußen ein Eis essen und das wunderbare Wetter genießen.

3.000 Wörter über ein doofes Thema in Englisch zu schreiben ist aber auch verdammt schwer. Ich bin ohnehin ein Mensch, der grundsätzlich in der Schule Ärger für seine Aufsätze bekommen hat: Schön zu lesen, aber viel zu oberflächlich. Tiefgründige Themenbearbeitung ist nicht mein Ding und da graust es mir auch schon vor der Bachelorarbeit.

Ich habe es dennoch geschafft ein Essay für History & Culture und zumindest 2.500 Wörter der verlangten 3.000 für Economy & Business Practice zu schreiben. Da haben meine Motivation und ich uns das Eis schon regelrecht verdient. Die geplante Ladies Night haben wir dann einfach mal ausgelassen; wir können am Wochenende noch genug feiern.

Zwischenzeitlich musste ich auch noch in den Handyshop unten – die Aus- und Einreise scheint unserer chinesischen Sim-Karte gar nicht gut getan zu haben. Drei von vier Mädels hatten das Handy dabei, drei von vier Handys funktionierten nach der Einreise nicht mehr. Das Guthaben war von jetzt auf gleich verschwunden; nu‘ mach das mal den chinesischen Angestellten da klar. Wir verzichteten auf die letzten vielleicht 2 Euro auf der Karte und luden neu. Irgendwie funktionierte mein Internet dennoch nicht. Ich hielt der guten Frau also das Handy hin, zeigte ihr die „Is‘ nicht“-Seite, sie tippe drei- oder viermal irgendwas rum und schwupps war alles wieder beim alten. Ach diese Chinesen.

Am Donnerstag habe ich die zweite Nacht wieder nicht geschlafen, aber ich bin es ja gewohnt – keine Erschöpfungserscheinungen, also wieder ran ans Werk. Das zweite lange Essay beendet und dem englischen Pärchen zum Korrekturlesen gemailt; ein Lebenszeichen vom Kanadier erhalten und mit dem Tschechen zum Essen verabredet. Bei dem tollen Wetter, das wir zur Zeit haben, werde ich nicht wie die anderen die ganze Zeit im Zimmer hocken und an meinen Hausaufgaben sitzen – dazu habe ich noch genug Zeit (hoffe ich). Ich finde, bis späten Nachmittag fleißig sein und dann in die Stadt zum Shoppen fahren bis das Dinner ran ist, habe ich mir durchaus verdient.

Eines der deutschen Medizinstudentinnen hier aus dem internationalen Krankenhaus hat mir einen Laden empfohlen in dem es Schuhe in meiner Größe zu moderaten Preisen geben soll. Den werde ich mir mal ansehen, so ich ihn denn finde und hoffentlich ein neues Paar Schuhe abstauben.

Einen kleinen Kauferfolg habe ich in den Läden unter den Wohnheimen gemacht. Lidschatten, der aussieht wie ArtDeco, sich anfühlt wie ArtDeco, sich verarbeiten lässt und hält wie ArtDeco, jedoch anders heißt und nur 1,50 EUR pro Stück gekostet hat.. dazu kommt ein Holzarmband, das ich auf dem Markt in Hongkong gesehen habe – viele Varianten gab es, aber nur an einem Stand hatte ich eines mit einem Glückspfennig/-cent/-wie auch immer die Münze heißt daran gesehen und leider nicht gekauft, weil die Frau nicht handeln wollte. Das gute Stück ging mir nicht mehr aus dem Kopf und wo finde ich es wieder: unten im kleinen Lädchen, da lag es wahrscheinlich schon die ganze Zeit seit wir hier sind – nun ist es meins.

Ich war am Nachmittag also in besagtem Schuhladen – oder besser in besagter Schuhetage – und habe nichts gefunden. FlipFlops hätte ich haben können, aber ich wollte Pumps! Nein, nur bis 39! Ok,.. gut, ich also zu H&M. Nachdem mir beim Trocknen das eine schwarze T-Shirt abhanden gekommen ist, habe ich ein neues gekauft und eine hellblaue Bluse für den Sommer. Da ich mit dem Tschechen und Canadian-D zum Abendessen verabredet war, bin ich direkt zum Restaurant. Angelo’s – der beste Italiener der Stadt heißt es und das ist er auch! War das lecker! Wir trafen noch auf eines der Mädels das ich hier kennenglernt habe und ihre Freundin, die sich dann über ein kostenloses Dinner freuen konnten. Der Tscheche hat es sich nehmen lassen für alle zu bezahlen. Die Dänin fragte mich am Nachmittag schon, ob ich nicht Abend noch mit ins Amigo kommen wollte; eine dänische Freundin sei da und sie wollen etwas trinken gehen; sie habe von mir erzählt und nun solle ich mich auch mal präsentieren. Ich packte also meine Männer, die Mädels waren eh schon von ihr eingeladen worden und wir fuhren ins Amigo – mein H&M-Beutelchen immer schön dabei. Ich dachte der Tscheche wäre wieder mit Fahrer da – nein, diesmal Taxi. Meine Berechnung, das Beutelchen in seinem Auto zu lassen, ging also nicht auf. Ich stellte es unter dem Tisch ab an dem wir saßen und er sollte darauf aufpassen, da er dort blieb und ich mit den Mädels unten am Tresen stand – Ladies Night, da gibt es für die Mädels Freigetränke. Irgendwann war er nicht mehr da und ich hatte eine Nachricht, er hätte mich nicht mehr gefunden, wäre nur kurz weg und kommt dann nach – wir wollten noch ins Coco..

Mittlerweile saßen die Franzosen alleine am Tisch, die sich vorher zu uns gesellt hatten – man trifft ja immer die gleichen Leute hier – aber mein Beutelchen war weg. Da der Tscheche auf meine SMS nicht reagierte, ob er es mitgenommen hätte oder nicht, bleibt es für mich nun ein Rätsel wo meine Sachen sind.. im Amigo waren sie nicht mehr zu finden. Hat er sie mitgenommen? Hat sie jemand anderer mitgenommen? Bekomme ich sie wieder? Fragen über Fragen..

Wenn das nur meine einzige Sorge wäre. Ich habe auch in Deutschland Schlafprobleme und nun ist die dritte Nacht in Folge in der ich hellwach zusehe wie die Sonne aufgeht. Ich dachte ein gutes Essen im Restaurant, etwas Alkohol in der Bar und Popowackeln im Club würden müde machen und helfen, aber auch da habe ich mich geirrt. Wenn mein Körper nicht schlafen will, dann will er halt nicht.

Zeit eine kleine Geschichte vom Kanadier preiszugeben, wenn ich eh schon nicht schlafen kann (ist übrigens grad Freitag 05:35 Uhr). Der wollte eigentlich am Dienstag wieder in Hangzhou ankommen, war aber weder anzutreffen noch zu erreichen. Auf dem Weg zum Restaurant erzählte er mir auch warum: Wegen schlechtem Wetter wurden die Flüge von Hongkong geändert; er hat seinen Flug nach Hangzhou dadurch um 5 Minuten beim Check In verpasst und musste so umbuchen (wird er wohl wieder auf den letzten Drücker gekommen sein…) – also ein Flug über Shanghai. Er kam dann Nachts in Shanghai an, wollte den Bus nach Hangzhou nehmen, aber durch die Feiertage gab es keinen Bus; kein Ticketschalter war offen um den Zug zu nehmen, der eh nur bis 23 Uhr oder so fährt, und auch sämtliche Hotels und Hostels die er abklapperte waren durch die Feiertage belegt. Die Freunde in Shanghai waren selbst verreist und so blieb ihm nur eine Nacht „unter der Brücke“ um dann am nächsten Morgen erneut einen Bus anzupeilen mit dem er dann nach Hangzhou fahren konnte – so kam er also am Mittwoch an und war daher nicht zu erreichen. Sachen erleb’ste hier…

Nach drei Nächten hatte ich im Unterricht doch etwas mit mir zu kämpfen; sogar der Lieblingslehrer sprach mich auf mein dauerndes Gähnen an – Nein, dein Unterricht ist nicht schuld. Nach einem recht unbefriedigenden Mittag in der Mensa zog es mich dann also ins Bettchen; zwischedurch noch mit dem Studenten in Shanghai texten ob ich Abend noch nach Shanghai komme und er Zeit hätte, aber der hatte ein Date und immer wieder versucht den Tschechen zu erreichen, ob der denn nun meine Tasche hat – wenn da mal nichts passiert ist, sonst reagiert der immer.

Der Freitagabend war geprägt von chinesischem Recht und der minimalen Abschlussarbeit von etwa 6.000 Wörtern die ich mir irgendwie zusammenquälen muss, weil ich ehrlichgesagt von nix ’ne Ahnung habe was die Frau da will. Ich habe den Tschechen nach seiner Anwältin gefragt, aber da er ja nun irgendwie nicht zu erreichen ist… muss ich das Zeug wohl selber machen.

Zudem habe ich diese Woche etwas neues gelernt: ich dachte immer mein chinesischen Tierkreiszeichen wäre Schlange, aber nein, ich bin ein Tiger. Und wie ist der Tiger so?

Der Tiger genießt in der chinesischen Mythologie einen unvergleichlichen Ruf, er wird geliebt, bewundert und gefürchtet zugleich. Kein anderes Tierkreiszeichen ist so zwiespältig wie der unruhige Tiger. Immer ist er auf der Suche nach neuen Herausforderungen und nach bedingungsloser Bewunderung. Nie kommt er zur Ruhe, alles bringt er zur Perfektion, nur um es im Nachhinein zu zerstören und damit wieder von vorn zu beginnen. Mit nichts ist er auf Dauer zufrieden.

Die Tiger Frau ist nicht minder süchtig nach Aufmerksamkeiten aller Art, deshalb legt sie ein sehr extravagantes Auftreten an den Tag, denn sie will auffallen um jeden Preis. Der Tiger ist vom Naturell her eine Kämpfernatur, jedoch sein draufgängerisches Wesen macht ihn hier und da verwundbar. Unbestreitbar hat der Tiger hervorragende Führungsqualitäten, hinter denen aber auch ein ausdrücklicher Führungsanspruch steht. Mit seinem autoritären Verhalten ringt er jedem Gegner Bewunderung ab. Tiger sind einesteils anderen gegenüber sehr fordernd, aber anderenteils verlangen sie auch viel von sich selbst. Sie sind mutige und aufopferungsvolle Freunde, verlässliche Kollegen und hochkarätige Vorgesetzte. Sie mögen und machen keine halben Sachen, nicht bei der Arbeit und auch nicht in der Liebe. Sprichwörtlich wie ein Tiger geht der Tigergeborene an Ungerechtigkeiten heran, merkt aber selbst nicht, wenn er dieselben verursacht. Tiger können ausgesprochen stur sein und in diesem Zustand machen sie die größten Fehler. Des Weiteren ist der Tiger befehlsgewohnt bis herrisch, selbstgefällig bis arrogant, aber im Gegenzug dazu außergewöhnlich flexibel in jeder Lebenslage.

Der Tiger ist eine faszinierende Persönlichkeit, aber für seine Umwelt zuweilen enorm anstrengend, denn der Tiger duldet niemanden der vor ihm, oder gar neben ihm geht, allenfalls ein paar Handbreit hinter ihm und wehe dem, der zum Überholmanöver ansetzt, der bekommt die berühmten Tigerkrallen zu spüren.

Im Tiger findet man eine seltene Mischung aus überschäumendem Temperament, bis hin zum Übermut, sowie eine große Portion Einfühlungsvermögen und ein großartiges Verständnis für alles. Aber der Tiger ist und bleibt ein Raubtier und genau deshalb liebt er, ganz besonders was die Liebe angeht, die an-, und aufregende Jagd.

Der Tiger ist in allen Berufen zuhause, die etwas mit Wagemut, Entdeckergeist, Kampf und einem gewissen Prickeln zu tun haben.

Die Tiger Frau und der Tiger Mann sind gleichermaßen unternehmungslustig, beide lieben die Gefahr und beide brauchen ein gewisses Quantum an Action.

http://www.stregato.de/blog/2012/06/chinesisches-sternzeichen-tiger-deutung-bedeutung-charakter/

So ist das also… ist das so?

Typische Berufe des Tigers sind wohl Politiker, Musiker, Entdecker, Rennfahrer und Pilot – warum zum Teufel bin ich Banker geworden und sattel nun auf Wirtschaftsjuristin um? Ich will auch Rennfahrer sein! Oder Entdecker! Für Pilot wird wohl meine Flugangst hinderlich sein. Musiker ist jetzt auch nicht so meins; das überlasse ich lieber Canadian-D und den Franzosen. Mein Favoritenfranzosen hat im Amigo auf der Bühne mal seinem Sängerdasein gefröhnt und der Bude ganz schön eingeheizt. Die spielen wohl alle irgendein Instrument und sind/waren in einer Band.. Der Kanadier hat mir versprochen, bevor ich abreise bekomme ich von ihm noch etwas vorgespielt, jetzt wo er sich hier eine Gitarre gekauft hat weil er seine Zuhause lassen musste. Er habe seinen eigenen Stil und den sollte man wohl mal gehört haben. Na, wenn er das sagt. Naja und Politiker.. will ich echt Politikerin werden? Eine zweite Angie vielleicht? Wohl kaum. Ich kann zwar Leute gnadenlos in den Boden diskutieren, aber hey.. Politiker? Was hat das denn mit den oben genannten Eigenschaften zu tun? Im Plenarsaal mit dem Kopf auf der Bank schlafen und schlecht sitzende Anzüge tragen.. Da muss einer was missverstanden haben.

Zudem bin ich wohl Feuer-Tiger, da gibt es immer noch einmal Verbindungen mit den Elementen.

Der Feuer-Tiger ist mit seinem einnehmenden Wesen und seiner verzaubernden Ausstrahlung ein Liebhaber dramatischer Auftritte. Er ist enthusiastisch und ein vollkommener Optimist, der selbst an den dunkelsten Tagen den Kopf nicht hängen lässt. Er ist eine ehrliche und faire Führungspersönlichkeit der Extraklasse, die das Talent besitzt, finanzielle Engpässe in kürzester Zeit zu meistern.
In der Liebe hat der charismatische Feuer-Tiger keine Schwierigkeit, einen Partner für eine dauerhafte Beziehung zu finden.

http://www.china-park.de/chinesisches-horoskop/tiger.html

Also letzterem würde ich widersprechen… es sei denn es geht rein darum einen Freiwilligen zu finden, nicht den auch behalten zu wollen.

Am Samstag beschäftige mich wieder die Qual der Wortwahl. Nach einer Nacht mit mehr schlechtem als rechtem Schlaf, aber immerhin, versuchten wir uns wieder fleißig an „Was denken Sie über…“-Fragen ohne eine Meinung dazu zu haben. Was denke ich denn über das chinesische Rechtssystem, das es erst seit ein paar Jahren in der Form gibt, noch in den Kinderschuhen steckt und eigentlich nur kopiert und den Bedürfnissen der Chinesen jetzt nur gering angepasst ist? Ich habe diese Frage einfach mal nach 3 Sätzen übersprungen, bin gleich zur zweiten Aufgabe übergegangen, die ich mit 85 Worten zu viel beendet habe und habe das schöne Wetter an mir vorbeiziehen lassen. Wieder haben A und ich uns zumindest für eine halbe Stunde draußen auf eine Bank gesetzt und ein Eis genossen bevor fleißig weitergearbeitet wurde. Es war aber auch den ganzen Tag ruhig im Flur. Man hört hinter der ein oder anderen Tür ein wenig Musik, aber wirklich aus den Zimmern kommt keiner. Alle sitzen vor ihren Notebooks und zerbrechen sich die Köpfe um die letzte Woche entspannen zu können und nicht mit Aufsätzen verschwenden zu müssen.

Eine sehr schöne Überraschung gab es aber an dem Tag. A wartet immer noch auf ihre Päkchen und geht daher regelmäßig zum Postamt. Dabei traf sie auf unsere Betreuerin, die ihr einen Brief für mich mitgab. Meine Cousine erzählte schon, sie habe mir zu Ostern eine Karte geschickt – ich habe nur keine Ahnung wie alles kleiner als ein Paket hier ankommen soll; ich habe noch keine Briefe gesehen wenn die Pakete auf der Straße lagen. Offenbar werden sie im Büro abgegeben und so erreichte mich am Samtag, den 04.05.2013 ein Ostergruß aus der Heimat abgestempelt am 25.03.2013. Also wenn das mal keine lange Zustellzeit ist.

Die Abendplanung gestaltete sich bei mir eher kompliziert.. Sushidinner? Shanghai? Mit den deutschen Mitstudis in Hangzhou feiern gehen? Mit den neuen internationalen Freunden ausgehen? Weil ich keine Lust hatte nach dem Eis sofort weiterzuarbeiten habe ich mich erst einmal für den Abend fertig gemacht – so kann ich ja spontan entscheiden. Das Sushidinner fiel aus. Nach Shanghai wäre zwar möglich gewesen, ich hätte aber früh aufstehen müssen da der deutsche Student da am Sonntag zum Paintball verabredet war. Früh aufstehen? Zeitig gehen? Nur nen bisschen Bar? Dafür lohnt die Fahrt nach Shanghai nicht – wo wir ohnehin nächstes Wochenende wieder da sind. Ein Teil der Internationals ist entweder noch im Urlaub, das Wochenende wieder weg oder es geht ihnen nicht gut – die Erkältungen grasieren schon wieder. Ich konnte Canadian-D allerdings auch nicht überreden zu vergessen, dass er irgendwie nicht so fit ist nach einem langen Arbeitstag voller weinender und kreischender chinesischer 8-Jähriger und einer langen Nacht mit den Franzosen. Auf ein paar Deutsche ist dennoch Verlass, auch wenn der großteil Zuhause blieb.

Den Tschechen konnte ich immer noch nicht erreichen – so langsam mache ich mir nicht mehr nur Sorgen um den Verbleib meiner Klamotten; ermahnte er mich doch an dem Abend als wir vom Restaurant los sind, solle er irgendwie Ärger bekommen oder Ärger machen solle ich ihn sofort nach Hause schicken… Canadian-D hat auch nichts von ihm gehört. Aber der Mann ist 36 und spricht fließend Chinesisch, wir sind optimistisch. Spätestens nächstes Wochenende wissen wir mehr, da wollte er mit dem Kanadier ins Edel-KTV (Karaoke), hat Canadian-D es doch seit er im November angekommen ist noch nicht einmal ins an jeder Straßenecke und von den Chinesen heißgeliebte KTV geschafft.

Sonntag kam Leo uns am frühen Nachmittag abholen – wir fuhren in seine Heimatstadt Shaoxing, etwa 45 Minute von Hangzhou entfernt. Hinzu fuhren wir erst mit dem Taxi, dann mit dem Reisebus, dann mit dem Linienbus und dann mit der Rikscha. Abendessen gab es wieder in einem chinesischen Restaurant; diesmal eines der etwas gehobeneren Klasse. Kaum fertig mit dem wirklich guten Essen mussten wir allerdings sofort aufbrechen. Leo hatte zwischendurch immer wieder mit seiner Dozentin telefoniert und dabei ist ihm eingefallen, dass die Deadline für die Abgabe seiner Abschlussarbeit um 8:30 Abend ist – wir hatten es etwa 6:30 Uhr. Wir bezahlten also schnell und erlebten Leo das erste Mal nicht ganz locker und ruhig, sondern gestresst. Reicht er die Arbeit nicht fertig bearbeitet und rechtzeitig ein waren 4 Jahre Studium umsonst und der darf noch einmal anfangen. Während er die Arbeit im Eiltempo fertig stellte, warteten wir im Wohnzimmer auf seinen Vater, der uns zurück fahren wollte. Als dieser kam war auch Leo fertig – mit der Arbeit und sich. Seinem Vater gehört eine Textilfabrik und wir erwarteten einen großen stämmigen Mann. Auf einmal stand jedoch eine schmächtige Version von Leo vor uns. Er brühte gleich Tee auf, holte Erdnüsse hervor und fing an sich mit uns auf Chinesisch zu unterhalten. Der Mann ist unglaublich sympatisch und hat unsere Herzen im Sturm erobert. Die Nüsse knabbernd saßen wir da auf der Couch und er brachte eine Tüte dicke Bohnen an und einen Wok; willig für uns noch zu kochen. Das verschieben wir allerdings auf das nächste Mal, denn den müssen wir unbedingt noch einmal vor unserer Abreise treffen und Leos Mutti wollen wir auch kennenlernen. Sein Vater fuhr uns dann in seinem Porsche Cayenne (ja…) bis vor die Wohnheimtür und dabei konnten wir Shaoxing bei Nacht sehen. Eine wunderschön beleuchtete Stadt, von der wir leider keine Fotos weiter machen konnten, da wir uns beeilen mussten um Leos Deadline zu schaffen.

So endete die Woche mit einem kurzen Schreckmoment für Leo und leckerem Essen und einer Porschefahrt für uns. Ich fragte, ob ich denn auch mal fahren dürfte.. also in Xiasha ist doch eh kein Mensch den das stören könnte. Leider ist es zu gefährlich, da auf Fahren ohne Führerschein zwei Monate Knast in China stehen. Aber hey, wenn ich die dann in Hongkong am Meer verbringen könnte in dem Gefängnis…

Die Galerie gleicht diesmal übrigens eher einer Foodhall😀

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2 Gedanken zu “Words don’t come easy….

  1. och, 3000 Wörter auf Englisch geht doch noch. Stell dir vor, es hätte in Mandarin sein müssen.😉 Aber ich versteh dich schon. Literaturwissenschaft war auch nie meine Stärke. Habe mich deshalb im Studium dann auch auf Sprachwissenschaft konzentriert. Da ist alles so schön logisch.

    • Mandarin is nicht Chinesisch – um mal ein bisschen zu klugscheißern😉

      Naja, ist ja nicht so als wär es mit dem getan.. wenn man keine Ahnung hat sind schon 500 Wörter eine Qual. Aber ich habe ja nichts besseres zu tun als hier jeden Abend einen Aufsatz zu schreiben.. eben wieder😀

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