Sommer, Sonne, Sanya

Samstagabend waren wir beim Koreaner essen – unser letzter gemeinsamer Abend hier in Hangzhou.

Wir sind nicht ausgegangen.. ich bin mit Bobby die halbe Stunde nach Hause gelaufen und habe mich dann daran gemacht endlich die Koffer zu packen. Ich hatte es den ganzen Tag vor mich hergeschoben und Abend um halb zehn musste ich dann doch ran.

Die Jungs haben sich einen Spaß mit den Chinesen erlaubt. Wasserbomben scheinen in China unbekannt zu sein. Explodiert eine schreien die Mädchen kurz auf und schauen dann nach oben, als würden sie vom Himmel fallen. Zwei Wachmänner kamen kurz darauf und wollten wohl den Fall der mysteriösen Riesenwassertropfen lösen.. standen jedoch vor der Pfütze, leuchteten mit ihren Taschenlampen darauf und waren ratlos.

Ich habe den Abend mit mir alleine und meinem vollgefutterten Kugelbauch verbracht und beim Packen Musik gehört; ruhige Abende hatte ich hier so gut wie keine – die anderen haben sich das CL-Finale angesehen (früh 03:00 – 05:00 Uhr).

Braucht Ihr noch einen kleinen Tipp für einen tollen privaten Sommerhit:

Sonntag dann um 8 Uhr Abfahrt Richtung Flughafen. Uns war davor gar nicht wie: Morgen gehts nach Sanya… Wir scheinen uns schon so an die Rumreiserei gewöhnt zu haben, dass es nichts besonderes mehr ist.

Der erste Gedanke als wir über Hainan flogen: Wow.. der zweite als wir aus dem Flugzeug ausgestiegen sind: Boah..! Es ist verdammt heiß! Gott gedankt für die Erfindung der Klimaanlage.

Wie es sich gehört legten wir uns nach dem Check In gleich an den hoteleigenen Strand; der sich erst gegen 17 Uhr füllt.. vorher ist es kaum auszuhalten, aber wir sind hart.

Am Abend wollten wir nach Sanya Downtown einen Happen essen. Ein Taxi in Sanya zu bekommen ist beinahe genauso schwer wie eine Speisekarte die nicht auf russisch geschrieben wurde. Die drei anderen Mädels gaben nach etwa 20 Minuten auf und blieben in Hotel. Alle 9 Mädchen der Studenten sind wir auf Sanya, die Jungs haben wir alleine in Hangzhou gelassen. Ich bin also mit den restlichen Mädchen essen gegangen und wir stellten fest, nix los in der Stadt. Na gut, so drückend heiß wie es auch nachts ist kann man nicht viel machen. Auf der Straße sitzen die Leute mit Kokosnüssen und entspannen einfach nur. Wir müssen jedoch noch eine Bar finden.

Montag startete mit Frühstück im Hotel, nicht der Knaller, aber essbar. Danach logischerweise wieder: Strand. Wir wollen schließlich in den paar Tagen hier knackebraun werden. Am Strand kommen die Obstverkäufer regelmäßig vorbei. Es gab also Kokosnuss, Mango, Banane und Ananas im Laufe des Tages während wir knacke…rot wurden. Zum Abend bin ich mit A mit der RIkscha ein Stück die Straße hinunter gefahren. Dort befindet sich eine Fressmeile mit ganz leckeren Sachen. Die anderen wollten Downtown im Steakhouse essen; uns gefiel die Meile mit den Grills, Woks und Pelmeniständen jedoch besser und so aßen wir uns dort satt. Ja, Pelmeni.. Hainan ist ein Paradis für Russen und so wurde auch das Essen angepasst.

Nach einem kurzen Trip Downtown und ein Eis setzten wir uns dann den Rest des Abends bei uns an den Strand. Neben vielen Chinesen, die nur nachts baden gehen, liefen auch einige Ratten über den Sand. Aber so ist das hier, es ist normal und die Chinesen drehen sich nicht einmal nach ihnen um.

Nach einem weiteren Tag am Strand ist es nun endlich geschafft.. wir sind rot! Nicht weil wir uns nicht eincremen oder in der prallen Sonne liegen.. nein, wir cremen und cremen und cremen und liegen im Schatten. Die Sonne ist hier nur dezent stärker als Zuhause, also fast schon ein bisschen agressiv.. ein bisschen mehr. Aber gut, was rot ist wird braun, nicht wahr.. *Grüße an den Hautarzt*

Abend ging es wieder auf die Fressmeile, war es doch am Vortag so lecker und danach Treffen mit den Mädels am Strand.

Mittwoch mussten wir nun endlich auch mal etwas unternehmen und sind zur großen Statue gefahren. Der erste Schock beim EIngang: der Preis. Na holla die Waldfee, da will aber einer ordentlich Schotter sehen. Naja, nach einer halben Stunde Taxifahrt und 70 Yuan zahlten wir dann auch die 121 Yuan Eintritt. Der Park ist ja echt schön gemacht; aber 121 Yuan? Egal.. Wir liefen also und schauten uns alles an und liefen im warsten Sinne des Wortes. Alles lief.. die Stirn lang runter, Arme, Beine, den Rücken lang runter in die Hose.. wir haben Schweißmuster auf Rücken gesehen, die waren uns bisher vollkommen unbekannt. Schweißflecke auf dem Po.. haha.. egal, haben wir alle.. stehen wir drüber. Als es uns zu warm wurde ging es wieder zurück – bis dato waren wir schon von oben bis unten einmal vollkommen durch.. aber alle, also war es ok. Auf der Autobahn dann ein: „Was guckt der denn immer so?“ – „Ey, da kommt Wasser aus dem Motorraum..“ – „Der Motor ist aber ganz schön laut. Wir tun einfach mal so als würden wir es nicht hören..“ – Kaum von der Autobahn runter hielt er an, stellte den Motor ab, ging gucken und eröffnete uns, dass bei gefühlten 45 Grad die Fahrt für uns hier zu Ende sei. Er organisierte uns zwei RIkschas und die brachten uns dann zurück ins Hotel. Schnell das Handtuch geholt und ab ins Meer. Das wahrscheinlich gut 28 Grad warme Wasser war sogar eine Abkühlung für unsere extrem aufgeheizten Körper.

Abend gingen wir dann wieder zum Mann der uns mit dem tollsten Essen versorgt.. ich muss rausfinden wie die Sauce gemacht wird, die sie auf das Grillgut streichen! Das heißt experimentieren, denn die ist einfach genial! Nach einem Wassereis und einem missglückten Sonnenuntergang am Strand, weil zu wolkig, kamen wir dann auch mal auf die Idee Hainan-Bier zu kosten und nicht immer Tsingtao.. ist jetzt auch nicht so der Brüller.

Im Hotelzimmer haben wir dann noch mit den anderen Fotos getauscht und uns verabschiedet; wir fliegen zu unterschiedlichen Zeiten – drei kommen mit uns zurück nach Hangzhou, zwei reisen weiter nach Hongkong und zwei bleiben noch ein paar Tage.

Heute, am Donnerstag, ist Regen am Horizont zu sehen. Trotz einer Wettervorhersage, die jeden Urlauber erschaudern lässt, hatten wir perfektes Wetter. Nun sind wir rot und braun und fliegen mit einer Träne im Auge zurück nach Hangzhou um dort die letzte Nacht zu verbringen, bevor es mit zwei Tränen in den Augen zurück nach Deutschland geht.

9 Gedanken zu “Sommer, Sonne, Sanya

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