„Was tun wir jetzt?“

Ich habe grade (Sonntag früh) die Doku „Grenzgänger“ auf Vox laufen und da kam grade die Frage auf: „Was machen wir jetzt?“ – Warum sucht der Mensch sich immer wieder neue Herausforderungen und kann nicht ruhen?

Genau darüber habe ich sm Samstag auch mit jemandem gesprochen.. ich habe ihm erzählt, dass ich ein Mensch bin, der immer wieder was neues machen muss und nicht lange bei einem Hobby, an einem Ort, etc. bleiben kann, weil ich mich dann anfange zu langweilen und unglücklich werde.

Ich bin zwar ein Schisser vor’m Herrn, aber sich regelmäßig neue Sachen trauen ist das was ich brauche und da ich ja zum verrecken feige bin gibt es glücklicherweise für mich noch viel zu erleben – andere sind da mit Mitte Zwanzig schon an der Grenze.

Bei der Doku ging es dann darum, dass wir heutzutage 5 Tage die Woche – Montag bis Freitag – im Stress sind und am Wochenende nichts mit uns anzufangen wissen. Wir haben freie Zeit und können uns nicht mehr selber beschäftigen.

Daher gibt es Menschen, die anfangen neben ihren langweiligen Bürojobs irgendwelche Extremsportarten in ihrer Freizeit auszuüben. Viele sitzen am Samstag Morgen da: „Und was machen wir am Wochenende?“ – ich auch, regelmäßig. Zuhause sitzen und nichts machen.. wie langweilig. Langweilen muss gelernt sein; nicht jeder kann das und ich kann es nicht.

Wir sprachen Samstag auch darüber, warum Strandurlaub nichts ist.. am Strand liegen und nichts tun.. wie öde.. wie langweilig.. man muss doch was machen! Man muss doch was sehen!

Ich war in China immer unterwegs.. mehrmals die Woche aus und am Wochenende meistens irgendwo (Formel 1; Festival; Städtereisen; …) – es war immer was los und vor allem spontan! Da gewöhnt man sich so schnell dran und hier in Deutschland ist es wieder so: „Ach, nee… ich will Zuhause bleiben und fernsehen.. ich geh heute nicht aus“ bei den anderen und in mir geht’s dann so „WTF??? Beweg dich, mach was, beschäftige MICH!“. Alleine was machen mag ich ja dann auch nicht.

Im Sommer ist immer irgendwo ein Dorffest, ein Stadtfest, ein was-auch-immer-Fest; Flohmarkt; Ausstellung;.. einfach etwas wo man hingehen und sich beschäftigen kann und ich mag das. Ich laufe gerne über solche Sachen, weil ich dann einfach beschäftigt bin. Viele machen das aber eben nicht. Die mögen es am Wochenende Zuhause zu sitzen und nix zu machen und ich kann das nicht nachvollziehen. So wie andere nicht nachvollziehen können, dass es Leute gibt, die nicht ruhig sitzen wollen.

Ich kann auch nicht stillsitzen.. ich bin ein Zappelphilipp, auch wenn man es manchmal nicht merkt. Ich weiß, wann es angebracht ist, sichtbar ruhig zu sitzen. Ich muss immer etwas in den Fingern haben womit ich spiele oder ich trommeln mit den Fingern, wippe mit dem Bein und wenn ich das alles nicht darf, wackel ich mit dem großen Zeh im Schuh – sieht man ja nicht.

Ich habe meinen Exfreund immer um seinen Job beneidet.. Montag hier, Dienstag da und Mittwoch, Donnertsag und Freitag auch jeweils in einer anderen Stadt. Irgendwann kamen zu den unterschiedlichen Städten noch andere Länder dazu. Am Wochenende eigentlich auch Samstag für den Chef aktiv und Sonntags beim Fußball.. der war auch nie in Ruhe zu erleben. Er ist immer unterwegs und auch die Leute die ich in China kennengelernt habe sind immer auf Achse und wenn ich dann ihre Posts bei Facebook sehe, wo sie sind und was sie erleben, steigt in mir der ganz große Neid auf. Ich sitze hier und muss teilweise wirklich den Tag auf der Couch verbringen oder meine Wäsche machen, abwaschen.. so wirklich langweiliges Zeug eben.

Eine Extremsportart wär wohl nichts für mich – zu unsportlich, ich würde wahrscheinlich ruck zuck den Spaß mit dem Leben bezahlen. Außerdem investieren diese Menschen unglaublich viel Geld in ihren Sport.. das ist nicht mit einem Vereinsbeitrag von 30 Euro im Monat erledigt: Ausrüstung, Training, Reisen zur nächsten „Austragungsstätte“.. das kostet alles – soviel Geld habe ich nicht.

Mit dem Alter wird man ja bekanntlich ruhiger.. ich stelle eher das Gegenteil fest.. ich werde mit jedem Jahr irgendwie aktiver.

WIe ist das bei Euch: Couchpotatoe oder Adrenalinjunkie?

Advertisements

6 Gedanken zu “„Was tun wir jetzt?“

  1. Ich persönlich muss ja sagen, ich fühle mich schon wagemutig, wenn ich auf die dritte Sprosse einer Leiter steige.
    Mein Freund hingegen findet es normal auf dem Hinterrad Motorrad zu fahren.
    So kann es gehen.
    Wahrscheinlich bin ich nur nicht total lahm und er naja… vermutlich nicht tot, weil wir einen gesunden Ausgleich schaffen 😀

    Interessant ist nun aber der Punkt: Während ich nicht früh genug aus dem Bett springen kann und alles erledigen will, pennt der faule Sack am liebsten auf der Couch und bewegt sich kaum. Zumindest nicht vor 12 Uhr 😉

    Extrensportart: Find ich ja klasse, lass es aber lieber. Vermutlich würde ich mir schon bei der Vorbereitung für sowas das Bein brechen. 😀

    • ja das kann ich aber auch sehr gut.. ewig im bett liegen und vorlaufzeit eh ich aktiv werde.. aber wenn, dann bitte nicht zu zeitig aufhören – das geht wiedrum bis sonst was in die nacht hinein..

  2. ehrlich gesagt frage ich mich, woher kommt dieses „es muß immer schneller, höher, weiter gehen“? Wieso können wir/viele nicht auch die Ruhe und la dolce far niente zwischendurch genießen? Haben wir das verlernt? haben wir vergessen, wie wichtig das auch für uns und unseren Körper ist?

    ich persönlich finde eine Balance aus Action und Entspannung super wichtig. und beobachte mit Sorge, dass das in unserer Gesellschaft in Vergessenheit gerät…

    • eben das ist es.. nicht können. und ich denke nicht,dass es an der gesellschaft liegt.. früher ist es wahrscheinlich nur nicht aufgefallen, weil die menschen 7 tage die woche je 10 – 12 stunden gearbeitet haben und eh keine zeit zum rasten hatten

  3. ich hab die Doku auch gesehen. Hab mich manchmal echt gefragt, ob die noch normal im Kopf sind, lachh. Aber: Jedem das Seine, nicht wahr?

    Vielleicht ist es – außer einer Typfrage – auch eine Frage des Alters. Wenn man gewisse Jährchen auf dem Buckel hat wie ich, 😉 dann mag man beides: was erleben und auch das Nichtstun am Wochenende oder im Urlaub.

    Mein Leben war bisher eigentlich immer recht turbulent, daher liebe ich es in freien Minuten, einfach mal nur auf der Terrasse zu sitzen oder zu liegen und ein gutes Buch zu lesen. Oder ich höre mir über Kopfhörer Musik an. Ganz ruhig weg. Bei „Schiller“ kann ich total abdriften.

    Im Urlaub teilen wir unsere Tage ein. Wir mieten stets für 10 Tage ein Auto, entscheiden kurzfristig, wohin wir fahren und wann. Sehen wollen wir ja auch immer etwas, nur Rumliegen ist auch nichts für uns.
    Aber Extremsport: Nein danke! Die Nerven haben wir nicht mehr, lachh 🙂

    Wie gut dass wir alle verschieden sind, sonst würden wir uns am Wochenende oder im Urlaub allesamt an derselben Stelle treffen 😉

    Das heißt jetzt aber nicht, dass ich am Wochenende nur lese…. ich teile mir nur meine Aktivitäten gut ein.

    Liebe Grüße 🙂
    Suse

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s