Schmeckt-mir-nicht-Diät – Top oder Flop?

Ich weiß nicht, ob schon mal einer so eine Idee hatte, aber mir kam da so eine Eingebung:

schmecktmirnichtdiaetEigentlich ganz simpel.. es ist zumindest bei mir so, dass ich bei meinen Liebslingsgerichten und Sachen die mir wirklich gut schmecken schwer aufhören kann. Ich habe ja ohnehin ein Problem mit dem Aufessen / Überlassen und wenn es dann auch noch lecker ist, gibt es gerne trotz bereits vorhandenem Sättigungsgefühl einen Nachschlag.. war doch so gut!

Sachen, die wir nicht so prall finden, lassen wir auch gerne mal über – gut, ich esse die zwar leider auch auf, aber ich nehme mir keinen Nachschlag.

Und darin liegt das Geheimnis: Sollten wir damit beginnen, Gerichte die wir total toll finden zu meiden und nur noch Speisen zu wählen mit den wir zwar leben können, von denen wir aber nicht mehr brauchen als nötig? So würden wir doch automatisch weniger essen, oder?

Wenn ich total auf Spaghetti Bolognese stehe und stattdessen einen Teller Spaghetti Napoli esse, wo die Gefahr auf Nachschlag viel geringer ist, esse ich doch weniger – vom Kalorienunterschied jetzt mal abgesehen.

Das Problem ist ja diese Überwindung sich selbst bremsen zu können. Wer zu den Menschen gehört, die problemlos den Teller voll lassen können und sich mental für den Gedanken auf Nachschlag geißeln können, ist das natürlich nichts. Die können ja wenig essen und neben so einem tollen Knoblauchbaguette bei Grillen sitzen ohne da noch dreimal hingreifen zu müssen. Kann ich aber nicht und ich weiß, da gibt es noch andere.. Ja, genau Du!

Es wäre doch also mal eine Taktik, die es zu erproben lohnt. Ich mache das schon eine Weile.. Ich mochte Käse noch nie so wirklich. Zerlaufen und gebacken liebe ich ihn, aber das ist bei allem knusprig und extrem salzigem so. So eine Käsestulle war aber noch nie mein Ding. In letzter Zeit bin ich aber öfter dazu übergegangen zum Frühstück oder Abendbrot oder so einfach mal eine Käsestulle zu essen, weil es danach dann auch wieder gut ist. Wenn ich jetzt so tolle Sachen esse wie Budapester Salat auf einem leckeren Brot, dann kann ich noch so satt sein, die Packung Salat wird alle und wenn ich mich beherrschen kann, muss aber zumindest eine Stulle mehr als nötig rein. Ebenso wie letztens: Mein Bruder steht in der Küche und schmiert sich Nutellastullen. Der einzig wahre Weg helles Toastbrot ungetoastet zu essen ist mit Butter und Nutella. Und was mache ich.. schmier mir eine, klapp die zu und hatte so also zwei halbe Stullchen.. esse die und freue mich, weil ich zumindest so viel Selbstbeherrschung besitze, mir nur alle paar Monate mal ne Nuss-Nougat-Stulle zu gönnen – Teufelszeug das.. aber was musste passieren? Romy geht schön wieder eine Etage tiefer.. in die elterliche Wohnung.. in die elterliche Küche und zack.. zwei Stullen mehr geschmiert und daran erfreut. Ja, ich habe mich gefreut – ich kann mich darüber freuen und etwas glücklich sein, weil ich grade eine Nutellastulle kaue.. aber eine hätte es ja eigentlich auch getan. Wär das Käse gewesen, hätte es keine zweite und dritte Stulle gegeben – es sei denn ich wäre kurz vor dem Hungertod gewesen.

Ich bin auch kein sonderlicher Fleischfreund, esse aber in letzter Zeit öfter mal ein Stück Kassler oder eine Bratwurst anstelle von Hähnchenbrust oder Boulette. Was bringt mir die kalorien- und fettarme Hähnchenbrust, wenn ich mir doch in Summe mehr Kalorien davon reinziehe, als ich es mit einem Stück Kassler tue? Wir sind ja noch (bald ist leider vorbei) in der Volksfestesaison und wenn der Hunger einen neben all den Fressbuden packt, dann ist doch so eine tierisch fette und ungesunde Bratwurst besser, als wenn ich zu der Knoblauchbox gehe und mir da so eine tolle Knoblauchstulle hole, leicht triefend vor Fett, stinkend wie die Pest und dann.. noch das leckere Eis hinterher. Mit der Bratwurst bin ich bedient und mir vergeht danach dann auch der Hunger, so dass ich gar kein Eis mehr will.

Das Konzept klingt doch logisch oder? Und es hat auch noch einen Vorteil: Lieblingsessen werden wieder etwas besonderes für uns.. weil wieder seltener. Wir würden uns gleich viel mehr freuen, wenn wir bei Mutti das Lieblingsgericht essen können.. so viel seltener, als wenn wir es selbst machen würden.

Was haltet Ihr davon?

2 Gedanken zu “Schmeckt-mir-nicht-Diät – Top oder Flop?

  1. dieses fürchterliche Ding da, diesen inneren Schweinehund, den hab ich auch und bin schon ziemlich oft an ihm gescheitert. Er lässt sich einfach nicht ignorieren, drängelt sich ständig vor.

    Dass mit dem Aufessen kenne ich. Geht mir genauso. Als ob ich ein Kriegskind wäre, wo man nie wusste, wann und ob überhaupt man so schnell wieder was Essbares herbekommt….

    Deine These hört sich super an! Nur was machst du mit dem Hungergefühl? Ich weiß, es ist alles eine Sache des Trainings. Nur das Training fällt mir momentan auch gewaltig schwer😦
    Bin mal gespannt, ob du das hinbekommst! Lass es uns wissen!

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