Essen für viele – Graus für manche

Happy Halloween!!

Es ist wieder einmal soweit – Halloween oder für uns Brandenburger: ein freier Tag (Luther sei Dank!) Nach Halloween kommt ja noch mehr: für mich stehen dieses Jahr noch der 50. meines Papas auf dem Feierplan; evtl. Weihnachtsfeier; Weihnachten (inkl. Geb. in der Familie und die üblichen Familienfeiern zum Fest) und Silvester. Es gibt noch mehr, aber bei diesen Festen steht Kochen auf dem Plan. Es gibt Gäste die verköstigt werden wollen und darum soll es heute gehen: Tipps zur Planung erfolgreicher Massenfütterungen. Ich glaube nämlich, auch Ihr werdet demnächst mal für andere Kochen müssen.

Buffet

Wer viele Leute verköstigen möchte, sollte einigen Regeln folgen. Andernfalls gibt es lange Gesichter und Leute, die hungrig bleiben. Dabei sollen doch alle einen schönen Abend haben und sich wohl fühlen.

***

Im Vorfeld gibt es einige Fragen zu beantworten:

1. Wie möchte ich das Essen anbieten?

Soll es ein Buffet werden und jeder kann sich nehmen was er möchte? Soll es ein Dinner werden mit einer festen Speisenfolge? Doch noch einmal hart sein und sogar Grillen?

2. Wo kommt das Essen her?

Soll alles selbst gemacht werden oder wird ein Buffet geliefert? Sollen die Gäste vielleicht sogar etwas mitbringen und so von jedem ein Teil beigetragen werden?

3. Was möchte ich anbieten?

Kaltes Buffet, warmes Buffet oder gemischt? Vorspeise und Dessert oder nur ein Gericht? Saisonal oder allgemein?

4. Wann soll gegessen werden?

Steht das Buffet die ganze Zeit bereit? Serviere ich eher zeitiger oder später? Gibt es noch einmal einen Mitternachtssnack?

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Vorteile und Nachteile gibt es bei jeder Variante.

Vorteile Nachteile
Buffet vielseitig arbeitsintensiv
für jeden etwas dabei oft viel übrig
die ganze Zeit verfügbar viel Abwasch
Bewegung bei den Gästen Unruhe
keiner muss für alle servieren braucht viel Platz
Speisen können gut vorbereitet werden viele essen oft zu viel
sieht schnell schlecht aus
Menü gemeinsamer Beginn wenig Auswahl
hübsche Deko möglich schwer, jeden Geschmack zu treffen
Frische, da es nicht steht feste Essenszeit
weniger Reste irgendjemand muss servieren
evtl. kostengünstiger kaum Vorbereitung möglich
vorgegebene Portionen.. ..die manchen zu klein sein könnten

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Wichtig bei beiden Varianten: Vermeidet Lebensmittel, die die Gemüter spalten könnten. Es gibt einige Lebensmittel, die von relativ vielen nicht gemocht werden. Einige Beipiele aus meiner „fremde machen mir was zu Essen“-Erfahrung:

  • Kartoffelsalat/Nudelsalat – ich glaube, es gibt keine andere Speise auf der Welt, die so viele Rezepte kennt – da hat einfach jeder sein eigenes und das von Mutti ist eh immer das einzig Wahre! Kritischer Punkt hier: Gurken und Schinken. Meine Mutti schneidet die Gurken beispielsweise immer so klein, dass der Vater sie nicht mehr rauspopeln kann – die mag er nämlich nicht. Und bei vielen finde ich im Salat oft Kochschnikenfetzen bei denen ich dann immer erst einmal anfange zu sammeln oder ich verkneife mir den ganzen Salat.
  • „Vegetarisch“ – Es gibt eine Zutat, die bei vegetarischen Gerichten irgendwie immer zu finden ist, bei gefühlt 4 von 10 Gästen jedoch Ekel hervorruft: Pilze. Irgendwer muss mal gesagt haben „Und kannst Du kein Fleisch servieren, so tu‘ einen Pilz hinein!“ – Nein, lasst die scheiß Pilze weg! Wenn die einer haben will, kauft die komischen Gläser mit den kleinen freiluftgezüchteten Siegern aus einer dunklen Halle in Castrop-Rauxel und packt sie daneben, in einer Extraschüssel, ohne die eigentliche Speise zu berühren, aber haut die nicht in die Gerichte und schon gar nicht so klein, dass man sie nicht mehr rauspopeln kann.
  • Fleischsorten – jeder hat so seine Vorlieben und möchte die natürlich auch beim Essen auf dem Tisch sehen. Es gibt allerdings Fleischsorten für die man eine Alternative vorhalten sollte. Bietet man zum Beispiel Wild an, sollte es noch etwas geben für Leute die es entweder nicht mögen oder sich nicht rantrauen. DIe beste Fleischsorte als Alternative ist Hähnchen, da es von sehr vielen gegessen wird und leicht zuzubereiten ist.
  • Zu schweres Essen – Fett und Zucker sind Energielieferenten.. ja, ja.. aber leider nur für jene die auch viel tun. Bürostuhlakrobaten brauchen eher leichtere Nahrung und auch die vielen, die auf ihre Linie achten würden etwas leichteres vorziehen. Wer also einen ordentlich fetten Braten mit dazugehöriger Sauce und dick Knödeln anbietet, sollte vielleicht auch etwas nicht ganz so schweres vorhalten.
  • Experimente – „Ich hab da ein ganz tolles neues Rezept!“ – Ja super, dann mach es doch, aber mach doch bitte auch noch etwas das jeder kennt. Es gibt viele Menschen die eben nicht auf Experimente stehen und auch wenn es ihnen wahrscheinlich schmecken würde, keine Lust auf ausgefallene Sachen haben. Steht also ein ganz toller Salat mit super Zutaten, die sonst nie einer so zusammen verwendet hätte auf dem Tisch, stellt auch noch die klassische Variante daneben.
  • Gewürze – Tomate-Mozzarella-Gewürz ist ja so eine Sache.. oder Kräutersalz.. da hat man Eier auf dem Tisch stehen oder Tomaten und Mozzarella und was hat der Gastgeber gemacht? Rüber mit den fertigen Würzmischungen die das ganze Gericht versauen. Klar, es gibt Leute die das mögen – die können doch aber den Gewürzstreuer der daneben steht selber benutzen. Ich ärgere mich immer über Eier die vollgekräutersalzt und versaut wurden..

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Ein weiterer, aber nicht zu vernachlässigernder Aspekt: Was habe ich für Gäste?

Wenn es sehr viele sind, habe ich so gut wie keine Chance alle zu Frieden zu stellen! Versucht es, aber richtet Euch darauf ein, dass es Euch nicht gelingen wird – so seid Ihr nicht enttäuscht.

Sind es nur wenige Gäste kann man ganz einfach nachfragen, was sie sich wünschen würden oder was sie nicht mögen. So kann man besser auf die Geschmäcker eingehen. Ein weiterer Vorteil: Man kann auf eventuelle Unverträglichkeiten oder Allergien reagieren. Wenn jemand dabei ist, der kein Gluten verträgt – kein Problem, es gibt ganz viele Rezepte. Für denjenigen muss nichts extra gemacht werden, denn die anderen würden es wahrscheinlich entweder nicht merken oder nicht vermissen. Ein schönes Curry mit Reis ist sowas von glutenfrei.. genauso wie ein Braten mit Kartoffeln oder für ein Buffet so gut wie alle Salate, Schnitzel müssen nicht paniert werden und auch die Bouletten kommen ohne Brötchen aus. Noch einfach: laktosefreie Gerichte – MinusL sei Dank!

Und sollten die Hauptgerichte nicht so angekommen sein, bleibt immer noch der Nachtisch. Mit Kuchen, Pudding und Obst bekommt Ihr fast jedes Herz zum Lachen und wer nichts Süßes mag, freut sich oft über eine Käseplatte.

Und wenn das alles nichts geholfen hat, füllt sie ab.. holt den Schnaps raus und macht ein Spiel daraus: Wer mäkelt, trinkt! Dann sind ganz schnell wieder alle fröhlich.. außer die Fahrer, aber 5% Verlust muss überall eingerechnet werden.

Lasst Euch also keine Feier vermiesen – versucht Euer Bestes zu geben und dann könnt Ihr mit Euch zu Frieden sein! Genießt Eure Feiern und habt viel Spaß!

4 Gedanken zu “Essen für viele – Graus für manche

  1. Ich bin bei solchen Einladungen ja auch immer gefragt, da ich lange bei einem Bio-Catering gearbeitet habe….. Beides ist schön, aber wenn ich mehr Gäste habe, als Sitzplätze am Küchentisch gibt es Buffett – fertig. Außerdem bin ich wirklich froh, dass ich mich für einen Heißluftbackofen entschieden habe, da kann dann auf drei Ebenen geschmurgelt werden.
    Lieben Gruß,
    Catou

    • haha ich hab meinen guten alten umluftherd.. und nur ein paar sitzplätze.. jeder der nicht auf der couch oder im stehen essen will kommt nicht.. so hält man die gästezahl automatisch klein und hat nur die coolen leute da :D:D

  2. bei den Menü-Nachteilen stimme ich nicht ganz zu – man kann ein Menü auch so planen, dass man viel vorbereiten kann und nur noch wenige Dinge a point anrichten. Dann hat man viel Zeit mit seinen Gästen. Und je nach Küche ist auch für jeden Geschmack etwas dabei. oder man setzt im Hauptgang auf einen Klassikern (vielleicht mit mehreren Beilagen) und bietet Auswahl beim Nachtisch an – der lässt sich idR gut vorbereiten.

    • natürlich ist das alles nicht allgemein gültig, aber sein wir ehrlich: die meisten haben wenig erfahrung in sowas und kommen nur schwer auf solche gerichte.. wenn ich daran denke wie das normalerweise läuft wenn ich irgendwo zu gast bin ist das genau so: der gastgeber steht eigentlich die ganze zeit in der küche.. leider

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