Woche 21: „Was feiern wir heute eigentlich.. oder wen?“

Heute ist Volkstrauertag und so mussten wir um 4 schon nach Hause fahren. Wir standen da und jemand fragte: „Wen oder was feiern wir denn jetzt und warum müssen wir deshalb um 4 Uhr nach Hause; ’ne Stunde können sie doch ruhig noch offen lassen.“

Keiner von uns wusste die Antwort. Irgendwas mit Gedenken, Tote, Krieg.. soviel bekamen wir zusammen. Schauen wir uns also einmal an, warum wir nicht länger tanzen durften.. unter den Lebenden.

Der Volkstrauertag wird vor dem Totensonntag begangen, danach beginnt die Adventszeit. Es ist, wie der Totensonntag, ein „stiller Tag“; das heißt nächstes Wochenende ist das wieder genauso. Ursprünglich wurde er nach dem ersten Weltkrieg vorgeschlagen und 1922 die erste Gedenkstunde gehalten; 1926 folgte der erste Volktrauertag. Die Menschen sollten daran erinnert werden, welche Folgen Hass und Krieg haben und so die Wiederholung eines Weltkrieges verhindern.. hat jetzt nicht so funktioniert. 1952 wurde er dann auf sein heutiges Datum festgemacht.

Warum schließen nun die Clubs? Wir hatten zuerst gedacht, die wollen einfach nur nach Hause; durch den Standort haben sie ohnehin einen Zapfenstreich und bis dahin wäre es nur noch eine Stunde geworden. Aber Google lehrt uns: andere trifft es schlimmer; da schließen die Tanzschuppen schon um zwei oder gar um Mitternacht. Es herrscht ein Tanzverbot – ja, das heißt so und uns wird in unserem Land das Tanzen verboten.. In Brandenburg (Gott sei Dank wohne ich in Brandenburg und ncht in Baden Württemberg) herrscht das Tanzverbot von 04 – 24 Uhr am Volkstrauertag und am Totensonntag. Karfreitag darf gar nicht getanzt werden und Karsamstag geht es erst um 04 Uhr los. Heiligabend dürfen wir ab 13 Uhr nicht mehr.. In Ba-Wü nehmen sie ja fast jeden kirchlichen Feiertag.. das erinnert mich so an Footloose.. da bleibt ja fast kein freies durchtanztes Wochenende..

GraphIch weiß nicht, ob ich das für gut heißen kann.. Ich meine, dass man den Toten gedenkt ist ja in Ordnung, aber wenn man in Berlin in gewissen Teilen Weihnachtsmärkte verbietet und auch den Kindern das St. Martin-Lampionsfest wegnehmen möchte, dann doch bitte auch solche verstaubten Verbote. Ich bin Atheistin, mich interessieren keine kirchlichen Feiertage. Volkstrauertag ist ein staatlicher Tag, den einen kann man verkraften.

Hintergrund ist einfach, wer an solch einem „stillen Tag“ tanzt und lacht und feiert ehrt die Toten nicht. Joa, wenn dem so ist. Wenn das einer sagt. Weil ich ja grundsätzlich an einem Sonntag nachts um 4 anfangen meiner Ahnen zu gedenken. Nun, ich stehe dem ganzen ohnehin kritisch gegenüber; allem was mir eine bestimmte Verhaltensweise vorgeben möchte. Ich verachte Weihnachten ja nicht ohne Grund; halte Valentinstag nicht grundlos für nutzlos und seit ich am Kindertag auch nichts mehr bekomme, braucht der Weihnachtsmann auch kein Gedicht mehr verlangen. Aber wir können uns ja nun nicht dagegen wehren, daher wird wohl Zumba auf dem Fitnessplan für heute Abend stehen – was wollen sie denn machen?

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