Alle sieben Jahre..

Wenn Geschmäcker sich ändern.. soll ja alle sieben Jahre passieren.

Theoretischer Hintergrund: Es soll etwa sieben Jahre dauern bis sich alle Zellen des Körpers einmal komplett ersetzt haben – wir sind also vom Prinzip alle sieben Jahre ein frisch geschlüpftes Menschlein. Bei Geburt haben wir etwa 10.000 Geschmacksknospen (erkennbar daran, dass Babies häufig sehr stark auf Geschmäcker reagieren); Ihre Nahrung ist nicht ohne Grund schwach gewürzt und für uns oft eher „ekelhaft“ – den Kindern schmeckt das, weil es sie nicht überfordert. Sie schmecken den Möhrenbrei einfach anders als wir Erwachsenen. Zum Ende unseres Lebens hin haben wir dann nur noch 600 bis 1.000 (je nachdem wann wir ableben). Sie werden auch noch kleiner und so langsam arbeitsfaul. Will heißen: aus natürlichen Gründen schmecken wir im Alter nicht mehr wie in der Jugend.

geschmackAber auch Krankheiten und Lebensgewohnheiten können unseren Geschmackssinn verändern; auch bleibend. Raucher merken das besonders, wenn sie aufhören mit dem Rauchen. Auf einmal schmeckt das Essen ganz anders und auf einmal werden sie alle moppelig, weil es ja so lecker ist.. Nicht das Aufhören macht Euch dick, sondern die Verlagerung Eurer oralen Sucht von dem Glimmstängel auf die drei Kartoffeln, zwei Schokoriegel und 5 Schnitzel mehr die Woche😉 Aber auch wer oft scharf isst, verdirbt sich im Laufe der Zeit seinen Geschmack: Scharf ist an sich kein Geschmack; Scharf ist ein Schmerz und wir können uns an Schmerzen gewöhnen; aber auch andere Sinne damit unsensibler machen.

Die Erfahrung dürfte eigentlich auch schon jeder von uns gemacht haben: Ich, für meinen Teil, lege immer noch jede Hand meiner 3 dafür ins Feuer, dass ich Leber unter keinen Umständen angerührt habe; meine Mutter schwört ich hätte sie als Kleinkind geliebt.. wer da jetzt Recht hat? Allein der Geruch ist schon abartig; das kann ich nicht gemocht haben! Ich mochte auch bis vor einigen Monaten keinen Käse; nur Überbacken, aber nicht auf dem Brot! Nun kaufe ich lieber an der Käsetheke mal ein paar Scheiben statt Wurst. Ich konnte mir auch nie vorstellen, was die Bayern an dieser ekelhaften Grütze „süßer Senf“ fanden.. das Glas ist nun nach wenigen Wochen leer. Fleisch war noch nie mein Freund, aber die Auswahl schrumpft.. immer mehr wandert in die „Echt, nee.. lass mal“-Schublade. Ich war auch immer jemand, der sehr nüchtern gegessen hat – in den letzten Wochen salze und pfeffer ich in der Mensa und Zuhause was das Zeug hält. Was ich jetzt an salzig mehr mag, geht süß.. Alpenmilchschokolade; NegerSchaumküsse; Milkyway.. was ich früher mochte ist nun viel zu süß. Entweder reagiere ich empfindler darauf oder die Hersteller haben die Rezepturen geändert.. ich denke eher ersteres. Einiges an Süßkram kann ich mir immer noch einwerfen wie 3 Liter Wasser; anderes kann ich einfach nicht mehr ertragen.

Glücklicherweise kommen immer wieder neue Geschmäcker hinzu; neue kulinarische Entdeckungen und die sorgen dann dafür, dass es gar nicht schade ist auf altes zu verzichten. Ich denke, unsere absoluten Lieblinge werden ein Leben lang bleiben und was dann geht, war zwar toll, aber ist nicht schade.. Es ist wie immer im Leben: Einer kommt, einer geht.. Freuen wir uns auf das was kommt.

Was gab es bei Euch früher in Massen und jetzt nur noch in Maßen? Gibt es etwas, dass Ihr Euch gar nicht mehr in die Zuckerschnute schieben wollt oder etwas, das Euch mittlerweile herzhaft das Herz aufgehen lässt?

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