Hummeldumm

Es ist schon zwei bis elf Tage her, da war ich mit Tinchen im Barbiehaus – Ihr erinnert Euch und da waren wir auch bei Thalia. Seit ich nicht mehr jeden Tag mit der Bahn fahre lese ich viel weniger. Eigentlich nur noch in der Badewanne oder wenn ich meine halbe Stunde monatlich beim Herrn dipl. Med. absitzen muss.

Normalerweise kaufe ich immer Mängelexemplare und habe daher einen Stapel ungelesener Bücher im Regal. Irgendwie hat sich das in letzter Zeit geändert und so stand ich da im Buchladen und überlegte, welches es denn werden sollte.

Ich hatte „Hummeldumm“ in den Händen und Tinchen meinte es wäre toll. Gut, wenn sie das sagt, dann nehme ich das mit.

Und nun fragt sich ja die Leserwelt: Taugt es denn was oder nicht?

Quelle: Fischerverlage.de

Ich sage nur soviel: ich fing an es im Zug von Berlin nach Hause zu lesen und wurde immer wieder dumm angeguckt – diese Menschen ohne Humor; könnten doch einfach mitlachen.

Tommy Jaud hat ein sehr unterhaltsames, nicht sonderlich anspruchsvolles Buch für jeden geschrieben. Ob man nun mit seichter und humovoller Literatur abschalten möchte oder generell der einfache Leser ist, keiner wird enttäuscht.

Der Held, Matze, (nein, der trägt kein hautenges Kostüm); also der Hauptcharakter, unternimmt mit seiner Freundin eine Pauschalreise durch die ehemalige deutsche Kolonie Namibia. Am Flughafen gesellen sich zur Reisgruppe weitere Charaktäre, die von ihm im Buch liebevoll mit Namen wie Schnabel, Speckhut, Rosinenhexe oder Schildkröte bedacht werden. Die neunköpfige Reisegruppe wird vom afrikanischen Reiseleiter abgeholt und fährt mit einem stark heruntergekommenen Bus zwei Wochen lang durch Namibia.

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Der Humor im Buch entsteht durch die einzelnen Figuren. Jede ist für sich etwas besonderes; jede wäre unterhaltsam, wäre man an seiner Stelle; alle zusammen sind eine Katastrophe. Vom reichen, bald privatinsolventen, arroganten Säufer mit seiner unterbelichteten Moderatorenfreundin; einem vegetarisch-antialkoholisch-tabakabstinenten tausendelften beim Ironman; der schweizerischen, tollpatschigen Exildeutschen; einem Wiener Ehepaar ohne Deutschverständnis, aber viel Reimgefühl und Matzes Freundin Sina hin zum stets gelassenen Reiseleiter mit lustigem Akzent hat die Gruppe alles, was eine Reisegruppe nicht braucht.

Matze ist stets genervt und darauf bedacht Kontakt nach Deutschland zu halten, da er und seine Freundin eine neue Wohnung auserkohren haben, die durch Überweisung der Reservierungsgebühr ihre wäre nach der Rückkehr – hätte er daran gedacht sie vor Abreise zu überweisen. So versucht er alles wieder hinzubiegen, ohne dass seine Freundin Wind davon bekommt. Seine Stimmung wirkt sich auf die Beziehung aus und auch die Reisegruppe hat so ihre Problemchen.

Als die Reisegruppe dann vom Guide mit Sack und Pack irgendwo in Namibia stehen gelassen wird, müssen sie zusammenwachsen.

Tommy Jaud versteht es Situationskomik kurzweilig in Worte zu fassen und seinen Helden so in Situationen zu bringen, bei denen man sich tatsache ab und zu denkt: „hummeldumm!“.

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Wenn Ihr also noch ein Geschenk für jemanden sucht, besorgt dieses Buch. Es ist ein schöner Einstieg für Leute die gar nicht oder nur ungern lesen und eine gute Abwechslung für den größten Thrillerfan.

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