Konsumverbot / Consumption Prohibition

shopping

„Shop! In the name of love“ – die Überschrift eines Artikels einer Zeitung die ich in Hong Kong in die Hände gedrückt bekommen hatte. Ich hatte ihn, glaube ich, nicht gelesen. Die Überschrift fand ich aber toll. Shop in the name of love – eine Anspielung auf den „The Surpremes“ Hit „Stop in the name of love“ – und darin geht es doch weiter: „before you break my heart.“ und „think it over“ – bevor du mir das Herz brichst und denke darüber nach.

Und so kann man das doch auch auf das Shoppen ummünzen. Ich hasse nichts mehr als in einem Shop tolle Teile zu finden, nach denen ich gar nicht gesucht habe und sie nicht mitnehmen zu können. Das bricht mir das Herz. Und dann muss ich an sie denken und überlege, ob es sich lohnt noch einmal hinzufahren und sie zu kaufen oder ob die Investition sinnlos wäre und wenn sie mir dann nicht mehr aus dem Kopf gehen, tue ich es – think it over.

Und dann gibt es jene Menschen die sich auf Diät setzen – auf Shoppingdiät.

 

Shop in the name of love was the heading of an article in a magazine I got in Hong Kong – I think I never read it, but I liked the heading very much. It’s an allusion to the The Surpremes song Stop in the name of love which continues with before you break my heart and think over it.

I think, we could see that in a similiar way for shopping. I hate these moments, beeing in a store, seeing great clothes I haven’t looked for and I can’t buy. That breaks my heart. An than, I have to think over them, should I go back and buy them or would it be not the right investion? They’re not leaving my mind – think over it.

But there are people deciding to go on a diet – a shopping diet.

Die Grundregel ist nichts kaufen zu dürfen für eine bestimmte Zeit in einem bestimmten Feld. Also beispielsweise keine neue Kleidung für die nächsten drei Monate. Und dann denke ich mir: wo steckt der Sinn? Warum muss ein Mensch sich auf Shoppingdiät setzen? Wenn ich es mir leisten kann, kann ich doch kaufen, was, wann und wie viel ich möchte.  Wenn ich clever bin achte ich auch darauf was ich kaufe – im Sinne der Nachhaltigkeit. Wenn ich es mir nicht leisten kann, habe ich das Problem doch gar nicht erst, weil ich ohnehin schon auf Zwangsdiät bin. Wenn ich es nicht schaffe ein Top hängen zu lassen um mir das Brot am nächsten Tag noch leisten zu können, sollte ich mich nicht auf eine Shoppingdiät setzen, sondern vielleicht eher auf die Bank eines Psychologen, weil hier wohl eine kleine Sucht am Werk zu sein scheint.

Ich weiß, einige von Euch haben bei solch einem Projekt mitgemacht und sich für die ein oder andere Sache entschieden und festgestellt: es geht auch ohne. Aber: logisch geht es auch ohne. Natürlich müssen es nicht drei verschiedene schwarze Schuhe sein, die sich lediglich in ihrer Form nur ein wenig unterscheiden. Aber prinzipiell müssen es auch nicht mehr als eine Jeans, eine Jogginghose und drei Schlüppi sein um zu überleben.

Mir sind die Hintergründe durchaus bewusst, wo sich die Tiefe dieser Konsumverbote verbirgt und wozu es dienen und führen kann. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich als eigenverantwortlicher Mensch, lebend in einer Konsumgesellschaft, in einer Industrienation, die nur durch Konsum und Kapital in dieser Form existiert, der Meinung bin, Konsumverbote sind Quatsch. Ja, sorry.. sehe ich so. Geld muss zirkulieren. Waren müssen gehandelt werden. Ich muss frei sein dürfen in meiner Entscheidung. Wenn ich nun einmal finde, dass ich noch ein fünftes weißes T-Shirt brauche, dann sollte ich es auch einfach mitnehmen dürfen.

Dazu muss aber vielleicht auch gesagt sein, dass ich nie einfach so einem Konsumüberfluss in die Arme laufen könnte. Ich kann nicht einfach, wie andere, durch diesen und jenen Shop laufen und einfach mitnehmen was mir gefällt. Vielleicht kann  ich es daher nicht ganz nachvollziehen. Ich bin froh etwas zu finden, das passt und sitzt – mir und meinem Geldbeutel. Wenn ich das Glück habe, muss ich es packen. Schon als Kind war es direkt nach der Wende nun einmal nicht drin hier und da einfach einzupacken und mitzunehmen was gefällt. Schon immer musste ich genau darüber nachdenken, ob ich das wirklich brauche.

Ich möchte mich später nicht mehr in dieser Situation befinden. Weder geld- noch größentechnisch. Ich würde sehr gerne in der Position sein über eine Anschaffung nur nachdenken zu müssen, weil es vernünftiger wäre und aus keinem anderen Grund und wenn ich keine Lust habe darüber nachzudenken, es einfach zu kaufen. Ich gehöre ohnehin nicht zu den Menschen die einfach so wegwerfen können und die Altkleidercontainer fülle ich aus Prinzip nicht –> schon Mal gesehen?

Jetzt könnten einigen sagen: „Ja, aber.. die Kinder da.. in der Chemielache.. die deine Jeans färben.. wenn du die nicht kaufst, müssten die nicht arbeiten!“ Durchaus richtig und durchaus falsch – dazu könnte ich aber aufsatzlang schreiben und ob Ihr soviel politische und gesellschaftliche Geduld habt..?

Grundlegend betrachtet sollte jeder, der es sich leisten kann, kaufen dürfen. Ohne Verbote. Selbst auferlegte oder durch Trends geschaffene. Wer nicht verantwortungsvoll mit seinem Geld umgehen kann und trotz zerplatztem Kleiderschrank noch weiterkauft, macht sich durch so eine Konsumdiät nur unnötig unglücklich – da hilft nur noch professionelle Hilfe. Alle anderen, die es nutzen wollten, um sich das Shoppen bewusster zu machen: sehr löblich, aber auch dazu braucht Ihr keine Diät, sondern schlichtweg zwei Minuten länger vor dem Regal und die Überlegung: Wenn ich das jetzt kaufe, dann..?

Lasst die Diäten sein und „think it over before you break your heart“, zückt die Karten und Scheine und kauft es halt, wenn Eure innere Stimme gesagt hat „Wenn ich das jetzt kaufe, dann passiert nix schlimmes!“

The basic rule is very simple: don’t buy anything for a certain time! And that’s what makes me ask: why? If I can pay for it I should buy it. And if I think about what I buy (sustainability, you know) I’m quite smart. If I can’t pay it, I shouldn’t have the problem. If I am not able to stop buying tops instead of bread I should rather take a seat at a psychologist’s chair.

I know, some of you made that project and recongnized: it works. Of course it works. Of course you do not need a third pair of black shoes; but basically one pair of jeans, sports trousers and three slips would be enough as well.

I know the background and how deep a consumtion prohibition could get. But, I have to say, as an independent person, living in a consumer society, in an industrial nation, only existing because of consumption and capital, consumption prohibitions are bullshit. I’m sorry, seriously.. but money has to circulate and goods have to be mechandised. I should be free in my decisions. If I think, I need another white top, I should be free to buy it.

Maybe I have to tell you, that I was never a person who was able to buy anything she wants to.I always had to think about it more detailed because of monetary aspects and my size. Maybe that’s a reason why I can’t comprehend those personal prohibitions. Later, I want to have a life without thinking about those things. The only aspect to think about should be: is it really neccessary?

Some of you could say: „But, what’s about aspects like child labor?“ – that’s something I could fill pages with, but I’m not sure how much social and political patience you have..

Basically, everybody should be able to buy what he or she wants to – without any personal prohibitions or trends in their mind. If you’re not able to handle your money well and kind of addicted to shopping, you should ask for professional held rather than for a shopping diet. Everybody who just wanted to make shopping more abstracts for themself – great idea, but youalso don’t need a shopping diet for that; just the questions: what happens if I buy it now..?

If the little voice tells you, nothing bad will happen and you can pay it: buy it.. shop, in the name of love, think over it, before it breaks your heart.

2 Gedanken zu “Konsumverbot / Consumption Prohibition

  1. hihihi, guter Post! Ich hab ja vor kurzem an einem Kosmetik-Stop mitgemacht… und es ging wirklich… aber nochmals würde ich wohl nicht mehr mitmachen. Mein Einkaufverhalten hat sich sowieso automatisch verändert. Früher war ich fast Shopaholic😛 aber jetzt bin ich seit einiger Zeit sowieso in einer Sparphase… denn nach der Hochzeit waren unsere Konti in etwa wie der Sahara😀 und deshalb muss man sparen, aber neee Vali shoppt und shoppt😛 und deshalb war ein Stop nicht mal schlecht.. irgendwie fragte ich mich 5 Mal ob ich das wirklich brauche. Eigentlich mache ich das zurzeit auch bei Kleidern so, ohne mir eine Regel aufgestellt zu haben. Ich überlege mir so lange, da ich wirklich 10 schwarze Pumps habe, 5 weisse T-Shirts und 5 schwarze, und 20 blaue Jeans😀 manomann.. aber ehrlich, wenn ich Lust habe, und wenn es Liebe ist, dann egal! Dann kauf ich! Dann will ich, dann leiste ich es mir😉 sagen wir so, nicht unbedingt wichtige Sachen überlege ich mir genau(er), bei Liebe lasse ich aber alles fallen😀 LOL… Ein MIX also aus beidem😉

    • liebe ist natürlich ein unschlagbares argument😀 schon in der bibel steht geschrieben: liebe deine klamottendealer wie dich selbst.. oder irgendwie so war das doch..😀

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