Wie eine Scheibe Wurst drei Kleidergrößen macht / How cuts can make 3 sizes

Kennt Ihr das: Der Wecker klingelt und irgendwie ist alles anders als sonst. Nicht ganz anders. Es kommt Euch schon bekannt vor, aber nicht wie es die letzten Tage war. Irgendwie scheint es viel schwerer aufzustehen. Irgendwie scheint es viel schwerer gute Laune zu bekommen. Gute Laune am frühen Morgen ist ohnehin nicht jedermanns Sache, aber wenigstens so ein bisschen. Und dann hängt Ihr das Beim aus dem Bett und irgendwie ist auch das schwerer. Im wahrsten Sinne. Nicht schwerer in der Überwindung, sondern schwerer schwerer. Es macht auch ein wenig lauter und dumpfer „Bompf“. Das zweite Bein hinterher und irgendwie scheint auch das schwerer und da fühlt sich noch etwas komisch an. Seit wann ist denn das Doppelkinn da? O.K., war es früher auch, aber es hat sich nicht so in den Vordergund gestellt. Beim Waschen sind da irgendwie 3m² mehr einzuseifen und die Hose saß auch schon einmal besser. Kein Wunder, dass die Augen rollen, die Mundwinkel hängen und die anderen fröhlichen Menschen einem einfach nur mächtig auf den Keks gehen.

Do you know: The alarm clock goes and something feels weird. Different as it is usual. A little bit familiar, aber not like it was recently. It seems to be hard getting up. Hard getting into a good mood. O.K., it’s hard to be happy in the morning anyway, but not like now. Then, you try to get out the bed; first leg, heavier than usually. Second leg, same same but different. Something feels like a plus.. double chin? Seems, there are some more inches to clean and the pants fits not as well as it did. You’re on edge, the others are extremely annoying and you’re feeling bad.

Schon ein paar Gramm mehr, etwas falsches gegessen am Vortag, die Periode steht an, was auch immer.. schon das kleine bisschen kann uns vom sexy Biest zur schwerfälligen Uschi werden lassen. Gestern noch hocherhoben und mit dem Gefühl die Hüften könnten nicht besser schwingen durch die Stadt flaniert, wird einem heute klar, das ist einfach nur der dicke Hintern der mit jedem Schritt nachwippt und hocherhoben ist der Kopf auch nicht, das Doppelkinn lässt ihn nur nicht mehr herab.

Das Körpergefühl ist, meiner Meinung nach, der größte Lügner den unser Körper hat. Dieses Gefühl, dass uns sagt: geile Tante oder olle Schrulle. Den eigenen Körper können wir nicht sehen. Nicht richtig. Wir können sehen, was sich in unserem Blickfeld befindet, wenn wir an uns herunterschauen. Wir können sehen, was der Spiegel uns zeigt – oft verkehrte Welt. Wir können uns selbst nicht im Bezug zu anderen sehen; im Verhältnis zu anderen Dingen; in unserer Kleidung und wie wir uns in unsere Umgebung einpassen. Fotos zeigen uns die Welt so, wie der Fotograf sie geschaffen hat: eine Momentaufnahme, eingefangen in einem Winkel, mit Lichtverhltnissen, Perspektiven, etc. – keine Bewegung. Wer von uns macht den ganzen Tag Videos von sich und analysiert sie nach sich selbst. Niemand. Das einzige, was uns den Blick auf uns ermöglicht, ist unser Körpergefühl. Es sagt uns: dick, dünn, lang, kurz, angespannt, entspannt, … es trägt einen großen Teil zu unserer Außenwirkung bei. Unser Inneres, unser Körpergefühl, beeinflusst uns enorm. Je intensiver, desto stärker kann es uns beeinflussen. Je trügerischer, desto härter ist es zu uns.

Besonders bei Menschen mit Magersucht wird in der Therapie oft eine Übung angewandt, die das Körpergefühl am besten anzeigen kann. Machen kann sie jeder. Ihr könnt es ja einmal ausprobieren. Nehmt Euch eine lange Schnur, ein Stück großes Papier (eine Zeitung beispielsweise) und einen Stift. Legt mit dem Seil einen Kreis auf dem Papier, der vom Gefühl her Eurem Körperumfang entspricht. Umkreist ihn mit dem Stift. Nun nehmt das Seil wieder und legt es Euch um den Bauch. Merkt Euch die Länge und legt auch diese wieder im Kreis auf das Papier. Größer oder kleiner als der gedachte Kreis? Größer heißt, Ihr fühlt Euch dünner als Ihr seid. Kleiner heißt, Ihr empfindet Euch als viel dicker. Eine ähnliche Übung ist der Vergleich. Bilder von verschiedenen Figurtypen und -größen werden als Grundlage genommen und jenes Bild ausgewählt, welches am ehesten gefühlsmäßig dem eigenen entspricht. Danach wird mit einem eigenen Bild verglichen, ob die Wahl stimmt oder wieder eine dickere oder dünnere Vergleichsfigur ausgewählt wurde.

Fühlen wir uns dünner als wir sind, hat das oft positive Effekte: Wir fühlen uns gut, fit, von anderen eher akzeptiert, schöner, die Klamotten sitzen gut, Haut und Haare sehen toll aus, und und und… Fühlen wir uns dicker setzten genau die gegenteiligen Bilder ein. Wir fühlen uns unattraktiver und haben weniger Selbstbewusstsein. All das schlägt sich massiv auf unsere Stimmung nieder. Wir sind schlecht drauf, irgendwie trauriger und reizbar. Die Geduldsgrenze ist stark verschoben; negativ und irgendwie liegt ein grauer Schleier über der Welt. Es fühlt sich an als würde das Gewicht der Scheibe Wurst von gestern auf die Hüften gewandert und dort zu einer enormen Rolle angewachsen sein, wegen derer die Hose nicht einmal mehr zugeht.

Manchmal können wir unseren Körper einfach nicht austricksen, aber ein wenig die schlechten Tage reduzieren. Es gibt kleine Dinge, die uns ein positiveres Gefühl vermitteln können. Sport ist beispielsweise gut dafür. Angespannte Muskeln geben uns das Gefühl athletischer zu sein. Die ausgestoßenen Glückshormone geben natürlich noch einen weiteren Positivkick. Enge Klamotten sollten wir meiden, sondern eher fließende Stoffe tragen. Am besten etwas in dem wir uns wirklich wohlfühlen. Fühlen wir uns ohnehin schon dicklich helfen körperbetonte Klamotten überhaupt nicht weiter. Um diesem schlechten Start schon vorzubeugen kann es helfen am Abend nut leichte Sachen zu essen. Schwer kann uns schwer im Magen liegen und da bleiben, was uns am Morgen belastet. Zudem beeinflusst es unseren Schlaf. Guter und erholsamer Schlaf kann nämlich ebenfalls helfen, den kleinen Optimisten in uns zu wecken. Ist das Speckkind früh schon in den Brunnen gefallen, können wir versuchen es am Tage noch herauszuholen. Dinge, die Spaß machen können helfen: Gibt es Musik, bei der Ihr auf jeden Fall gute Laune bekommt? Ja, dann ist die es die im Auto laufen sollte auf dem Weg zur Arbeit. Lässt sich die ungeliebte Arbeit auf morgen verschieben? Gut, dann nur das tolle Zeug angehen. Oder eben genau diese beispielsweise lästige Putzarbeit Zuhause erledigen – wenn alles blitzt und blinkt und frisch riecht hat das auch eine stimmungsaufhellende Wirkung und die Bewegung dabei fällt wieder in die Sportsparte oben. Dinge, wie Shoppen, sollten einfach gelassen werden. Die Fähigkeit, sich nicht depremieren zu lassen weil die Klamotten nicht passen oder man nicht findet was man sucht, ist an solchen Tagen nicht besonders gut ausgeprägt. Ab und zu hilft auch einfach nur aushalten und sicher sein, bald ist es wieder anders. Schlimmstenfalls kann es ein paar Tage dauern, aber dann.. ☼

Just one pound gained, start of the menstruation, eaten sth. wrong.. whatever, little things can change your feeling from sexy beest to ponderous old hag. Yesterday you thought, your hips are swinging well while walking, today you know it was just your fat ass wobbleling after every step.

The physical feeling is the biggest liar ever, I think. This feeling, that sais: tasty chick or old boot. There is no way for us to see our body like it is; realistic, comparing to our environment. Mirrors, Photos, Videos, nothing shows us the reality like the others experience. The only thing that tells us how our body seems to be is our physical feeling. It can manipulate our mood extremly. It feels like the sausage from yesterday grows at your hips and the jeans will never close again.

There is a way to find out, if the feeling is right or wrong. Take a long string and make a circle as big as you think your girth is. Mark it on e.g. a newspaper and take the real girth with the string and compare the circle with it. Is it bigger or smaller? Do you feel thicker or thinner than you are? Feeling thinner has a positive effect. Feeling thicker makes us feel unattractive, not fit enough, nothing looks good, etc. – all that affects our mood and makes it bad.

Sometimes, we have to react and help our body. Sport could be a good option. Flexing the muscles and the happiness hormones make us feeling like the sexy beest we actually are. Furthermore, we should wear clothes which fit perfectly and make us happy. Just a little nosh as dinner is much better than eating sth. heavy. If it sits heavily in our stomach, our sleep is worse than usually. A good and relaxing sleep is another happymaker for a good feeling. If the prevention failed, some good music and doing things you like can help as well. Shopping is a bad idea: nothing will fit, you won’t find what you were searching for and your mood will become worse than it was before. At worst it will last days, but after that… ☼

3 Gedanken zu “Wie eine Scheibe Wurst drei Kleidergrößen macht / How cuts can make 3 sizes

  1. ja, sehr schön geschrieben, aber eigentlich wie immer, liebe Romy…
    Ich weiss nicht, ob ich das irgendwann mal erwähnt habe… ich öffne mich auf deinem Blog😀 aber ich war früher zu dünn, richtig dünn, und ich fand mich – sagen wir – „nicht schön“ (nett geschrieben, haha)… okey, hatte es auch in den Genen, meine Mama war bis vor ein ca. 10 Jahren eine Bohnenstange, aber trotzdem, so bis zu den Knochen dünn, das fand ich so schlimm. Irgendwann, als ich es aufgegeben hatte, und dank ein Paar „Helfer“ (nein, keine OP!!! haha), nahm ich endlich zu und bekam endlich weibliche Formen… Heute fühle ich mich wohl in meinem Körper so wie es ist. Und wenn nicht (ich krieg meine Periode oder ich reagiere auf Laktose -> Bauch sieht dann aus als wäre ich im 5 Monat schwanger – ja, es fragen dann immer die klügsten – und habe ein sehr schweres Gefühl und Krämpfe) dann gucke ich dass ich viel Wasser und Tee trinke, dass ich gute Musik höre (genau!), dass ich einfach lostanze bis ich richtig schwitze, oder etwas Entspannendes mache (habe heute viele Techniken im Hatha Yoga gelernt, darüber werde ich berichten!) undundund.. irgendwann weiss man, was unserem Körper GUT tut! so, hab jetzt einfach nach Gefühl losgeschrieben, als würde ich jetzt gleich Kaffee trinken mit dir😉 hihi.. dicke Umarmung aus der Schweiz *smack*

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