In bed with.. the sun.

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Manchmal, ja manchmal, da könnte ich mich wegträumen und dann schaue ich auf Facebook und Instagram und sehe die Abenteuer der anderen, während ich hier gefesselt bin. Ja, so könnte man es nennen: gefesselt und dabei gibt es so vieles auf dieser Welt das entdeckt werden möchte.

Aber dann gibt es ja noch diese kleinen Monster Verpflichtungen – nicht zwingend anderen gegenüber, aber mir. Ich habe ja Wünsche und Träume, wie und wohin es mich führen soll im Leben und ohne besseren Abschluss wird das nichts werden – zumal ein abgebrochenes Studium und eine längere Zeit mit wechselnden Arbeitsgebern in unterschiedlichen Ländern in meinem Lebenslauf nicht von Vorteil wäre, nicht mit Ende zwanzig: Weltenbummler kann keiner halten; früher oder später sind sie wieder weg. Ich habe sie ja selber aussortiert.

Aber als typische Waage hätte ich ein viel größeres Problem: wo anfangen, wohin weiter, wo aufhören – aufhören? Überhaupt aufhören? Ewig ist das ja kein Leben. Irgendwann käme der Punkt an dem die kleine Pflanze Wurzeln schlagen möchte. Ich sehe diesen Punkt zwar noch nicht, aber den hat doch jeder einmal und wenn es im weißen sandigen Strandboden Bora Boras ist. Oder die trockene Wüste Marokkos. Oder saftige Weiden in Australien. Oder… nein, die Waage kann sich nicht entscheiden.

Aber all das träumen bringt nichts, wenn in der Realität die immer gleichen Fragen gestellt werden und die immer gleichen Antworten aufkommen, was denn in den nächsten Jahren passieren solle und dann liege ich da, an einem Samstagmorgen oder Sonntag oder sonst einem Morgen an dem ich nicht aufstehen müsste, wenn ich nicht wollte und schaue von meinem Bett durch das Dachfenster in den Himmel, schaue mir die Flugzeuge auf dem Weg nach/von/um Berlin an und überlege mir wo sie wohl hinfliegen und woher sie kommen und wie und wann und wohin es mich bringen wird und wieviel die Wünsche und Träume wohl wert sein werden und… und sehe die Sonne wandern, die mir zeigt wie schnell die Welt sich eigentlich dreht.

Könnte ich mich einfach in die andere Richtung drehen und dabei etwas bewirken, ich würde es tun. Den ganzen Tag würde ich mich rechtsherum und linksherum drehen, wie die Räder der Kassette und dann ginge es schneller voran, wenn es so sein sollte oder langsamer zurück, wenn es nötig ist und dann könnte sich so einiges beeinflusst fühlen. Zeiten beibehalten werden, die nicht vergehen sollen und Dinge an uns vorüberziehen, die besser gar nicht erst bei uns angehalten hätten. Doch Kassetten sind nicht mehr in Mode; Kassetten kennt kaum mehr jemand. Ein CD-Rohling, der wäre angebrachter. Den kann man beschreiben und hat man es einmal falsch gemacht, ist ein Kratzer darauf oder ein Lied, das wir nach zwei- oder dreimal hören nie wieder durch die Lautsprecher schallen lassen wollen und immer wieder vorspringen und wenn wir Glück hatten, war es eine wiederbeschreibbare. Die Qualität leidet zwar darunter und ewig ist das auch keine Lösung, aber ein oder zwei neue Chancen sind schon drin und je offener und toleranter wir sind, desto weniger fallen uns die kleinen Patzer des vorherigen Zusammenspiels auf.

Doch eigentlich sollten wir auf diese kleinen Patzer achten; sie machen ganz viel aus. Diese kleinen Entscheidungen, die hier und da eine Träne gekostet haben, vielleicht ein kaputtes Geschirr und an denen etwas zerbrochen ist; nicht nur Geschirr. Wie mit alten Grammophonplatten, die eben wegen ihrer Patzer geliebt werden. Wenn die blächernen Stimmen durch die Trichter hallen und im Geräusch das Leben hervorbringen. Jede Beule ist zu hören, jeder Kratzer lässt den Ton wackeln und eben das nennt man dann Charakter.

Und wenn wir uns überlegen, was wir am ehesten brauchen um Abenteuer zu erleben, dann ist es doch Charakter. Was nutzt uns Geld, Sicherheit, Zukunft, wenn uns der Charakter fehlt. Die Bereitschaft sich Beulen und Kratzer einzufangen und sie mit stolz nach außen zu tragen, denn sie zeichnen uns und zeigen wer und was wir sind und wenn die MP3-Jünger kommen, mit ihren perfekten Klängen, Übergängen und Tiefensound, kann Charakter nur noch das einzige sein, was uns hilft. Dann leiert der Sound hier und da; nun gut. Dafür leiert aber eine Version unseres Lieblingsliedes, dessen Töne nicht mehr gerade sein können, weil sie abgenutzt sind – positiv abgenutzt; alt und sie werden noch schlimmer werden, denn wir wechseln nicht jede Woche.

Und wenn sie dann am Strand von Bora Bora, in einer Oase in Marokko oder auf einem Pferderückem mit Cowboyhut über einem Hügel Australiens erschallt, ist diese eine Version, mit Fehlern und Macken, genau richtig; wie es sein soll, denn es zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht.

Sometimes I’m dreaming of adventures and than I see my friends on Facebook and Instagram and their adventures, but I am in restrained. That’s how you could name it and there are so many things which want to be explored in the world.

And there are these little monsters called obligations – not for others, but for myself. I have wishes and dreams for my future life and decamp would ruin that; nobody want’s to have an globetrotter as employee. I know, I picked them out. And I am a typical Libra, with typical problems: where to start, where to go and where to end up? Ending up? Seriously ending up? It will happen, but the question is where to strike the roots. Could be the white sanded beach at Bora Bora. Could be a nice place in the desert in Morocco. Or maybe on a great green willow in Australia. Or mabye.. no, the Libra is not able to decide something.

But all the dreams are nothing worth if you find yourself in those reallife questions where to be in the next years and then I’m lying there on my bed under the window at a saturday morning or sunday or every day else without need to get up if I don’t want to get up watching the sky and the aircrafts to/from/near Berlin wondering where they go and where they’re from and where they could bring me and how much those dreams and wishes are worth and.. and than the sun gets by and shows me how fast the world revolves.

If I could spin myself in the other direction and cause something with it, I would do it the whole time. The whole time I would spin right and sping left like the little wheels in cassettes and time could pass faster or slower. Situation could stand if they should and others could pass by much faster than they would. But cassettes are not trendy any more, nobody knows them. A CD might be the better choice. You can write something great on it and if you did something wrong you’ll get scratches or a song you want to skip after the second time and if you’re lucky, you got a rewritable one. Quality would suffer and it’s not for all days, but we get some more chances and if we are tolerant and open mindend wo wouldn’t mind the little slips from the past.

But actually, we should care about those litte slips; they mean a lot. Those little decision, which cost a tear someday or broke the china or something else, not only china. They are like the old record-player, which are loved because of those tinny sounds of the voices creeping through the bell. You can hear every dent and scratch and even that’s called character.

And if you think about the main needs for adventures, it’s character. What is all the money, security and future worth if you have not enough character? The willingness to get those dents and scratches and show them full of proud, ‚cause they label us and at the time the MP3-disciples are coming with their perfect sounds and transitions deep-tones, character is the only thing that helps us. Well, they is somehting droning out sometimes, but that’s fine. It’s a version of our favorite song droning out and worn – positivly worn, old and getting worse, because we don’t change each week.

And if it’s at a beach in Bora Bora, in an oasis in Morocco or at the back of a horse on a hill in Australia wearing a cowboy hat, it’s this one old version with mistakes and idiosyncrasies, totally right, like it should be, ‚cause it makes us smile.

4 Gedanken zu “In bed with.. the sun.

  1. Wort zum Mittwochmorgen🙂 hehe.. ich wünsche dir mal guten Morgen!
    Wie immer, hast du das sehr schön geschrieben, Romy… ich wünschte ich könnte das… aber in meinem Kopf habe ich 4 Sprachen gleichzeitig und alles durcheinander… das Formulieren meiner Gedanken ist für mich schwierig, wenn dann am Besten auf italienisch. Aber mein Blog ist ja nicht auf italienisch geschrieben😉
    Liebe Romy, hör auf dein Bauchgefühl. Ich mache das, wenn ich nicht weiter weiss. Dann stelle ich mir immer beide Möglichkeiten (oder mehrere) vor… Visualisiere es. Und entscheide mich dann für die Variante, die sich im Bauch am Besten fühlt. Manchmal ein Risiko. Aber meistens ist genau das der Weg😉 Kennst du dieses Gefühl, wenn du dich so sehr auf etwas freust? Sei es ein Hobby, Urlaub, oder eine sonstige Tätigkeit? Diese Schmetterlinge im Bauch? Dieses „Hilfe ich muss auf die Toilette“-aufgeregt? Meine Tante sagt immer, das sind meine Engel die wollen mir sagen: „genau das ist richtig für dich, du bist auf dem richtigen Weg“. Haha🙂 süss irgendwie, nicht?
    Have a nice day Schönheit!

    • haha ja toll „die muss mal pipi engelchen“ sozusagen.. aber ich hab die ganz oft, bei vielem.. deshalb ist es ja so schwer. ich will alles und gleichzeitig und zu 100% und so, weißt du😀 toll wäre ja, wenn man einfach alles ausprobieren kann, was einem so im geiste herumschwirrt ohne konsequenzen; das wär doch mal was😀 da wär ich sofort dabei, ohne entscheidungsprobleme.

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