Der Trend geht zur Nahrungsverweigerung!…? / Trend: Food Denial!…?

magische_dreieck_ernährung

Es gibt zur Zeit einen ganz offensichtlichen Ernährungstrend: Verweigerung.

Veganern aus Überzeugung dreht sich der salatgefüllte Magen um bei den Jüngern der Vegan-For-Fit-Bewegung; Vegetariar aus Überzeugung sehen sich in Konkurrenz mit den „zu unmotiviert für Vegan-For-Fit, aber irgendwas muss ich ja machen“-Vegetariern und die Laktosefreiindustrie verdient sich eine goldene Nase.

Zuckerfrei, glutenfrei, tiereiweißfrei, nährstoffrei, kaufrei, schattenfrei, allesfrei.. nichts, was es zur Zeit nicht gibt. Der Beweggründe gibt es viele. Ein Teil möchte sich bewusster und nachhaltiger ernähren, ein anderer Teil möchte fitter werden und dazu neue Ernährunsgweisen ausprobieren und ein weiterer Teil (zu dem ich gehöre) muss gesundheitlich enorm auf die Ernährung achten. Es gibt Menschen, die dazu nur eines zu sagen haben: „Iss‘ halt nich so ville von dem janzen Müll, dann jeht dit schon!“ und es geht eben nicht..

There is one trend very clear in our community at the moment: Denial.

The convicted vegan’s stomache churns because of all the Vegan-for-fit followers; convicted vegetarians got competetive with all the „don’t want to be vegan but need to do something“-vegetarians and the lactose free industry earns millions.

Sugar free, gluten free, animal protein free, nutrient free, chewing free, shadow free, free of everything.. nothing is impossible. There are certain reasons. Some ust want to eat smarter and conservativ, others want to become fit and try something new and others (like me) just need to eat in a special way for the personal health. There are people meaning eating less of the junk would help, but sometimes it don’t..

Grundgedanke

Natürlich kann man es ganz klar als Trend bezeichnen. Trends zeichnen sich soziologisch gesehen dadurch aus, dass ein bestimmter Reiz in der Gesellschaft angenommen und ausgebreitet wird – hier ist das die bewusstere Ernährung.

In der Vergangenheit hat sich die Ernährung des Menschen von „absolut überlebenswichtig und nur selektiv im Sinne todbringend/nährend“ hin zu „unüberschaubare Auswahl im Überfluss“ entwickelt. Ich denke, es wird keine Stelle, keine Organisation und keinen Menschen geben, der alle Nahrungsmittel, die unsere moderne Gesellschaft bereithält kennt. Die Überbevölkerung bewirkt nicht nur Umweltschäden, sondern auch Nahrungsmittelknappheit. Wir leben in einer Industrienation, theoretisch gibt es keine Nahrungsmittelknappheit. Praktisch ist sie allgegenwärtig. Auch wenn unsere Supermarktregale prall gefüllt sind, kann uns die Erde nicht alle ernähren. Ganze Wissenschaftszweige beschäftigen sich mit der Ernährung von Massen. Unsere Nahrungsmittel sind immer öfter immer intensiver industriell bearbeitet, teils sogar reine Retortenprodukte. Wir haben uns Dinge zur Nahrungsgrundlage herangezüchtet, die eigentlich nicht dazu taugen. Wir nehmen Lebensmittel zu uns, die unser Körper im Grunde gar nicht verarbeiten kann.

Gründe

Diese Grundlage; die Qualität der Nahrungsmittel, hat die Entstehung und Heranreifung dieses Trends begünstigt. Die moderne Nachrichtentechnik hat dafür gesorgt, dass es leichter ist schneller an gewisse Informationen zu gelangen. Und so fängt es eigentlich bei jedem an: Man sieht im Internet, im Fernsehen, in der Zeitung, etc. einen Artikel oder ein Foto; sei es das Buch des Vegangurus oder bestimmte Nahrungsmittelgänzungmittel oder was auch immer; es hat sich etwas in uns bewegt. Viele haben seit Jahren gesundheitliche Probleme; rennen von Arzt zu Arzt; sind offenbar nicht therapierbar, ja nicht einmal diagnostizierbar. Was liegt da also näher als mal die Ernährungsweise zu verändern? Vor ein paar Jahren waren Unverträglichkeiten und Allergien wie Zölliakie, Eiweißunverträglichkeiten, Zuckerintoleranz noch absolute Fremdworte. Was sollte das sein? Wie kann man denn gegen Zucker allergisch sein und wie zum Teufel wird überhaupt Zölliakie geschrieben? Die Forschung brachte uns nicht nur neue Lebensmittel, sondern auch gleich die Diagnosen, wenn wir sie nicht vertragen.

Der moderne Mensch von heute wird schon als Säugling mit Chemie gefüttert. Pre-Nahrung (leider manchmal unabdingbar) bildet mit artfremdem Eiweiß bereits in den ersten Lebenswochen erhöhtes Allergiepotenzial; gefolgt von den tollen Breichen (schaut Euch mal auf der Rückeite die Inhaltsstoffe an und überlegt, ob Kartoffeln und Mörchen kochen und kleinmatschen nicht doch besser ist) und das geht dann weiter mit der ersten Wurststulle (optimalerweise aus Formfleisch) und endet in der Grundschule mit dem ersten HappyMeal. Wenn Mutti oder Papa nie richtig kochen gelernt haben, aus frischen Zutaten, isst das Kind von kleinauf Fertigprodukte; Tütengratins, Fertigkartoffelbrei und wenn es Pech hat auch noch Fruchtjoghurt der statt Frucht nur Schimmel in seiner Herstellung gesehen hat.

Dass ein Körper die jahrelange Fütterung mit industriellen Lebensmitteln nicht schadfrei überstehen kann dürfte eigentlich jedem klar sein.

Umdenken

Und so kommt es nun einmal, dass viele Menschen mit körperlichen Beschwerden zu kämpfen haben. Die Langzeitfolgen unserer Ernährung sind, meiner Meinung nach, bei weitem noch nicht genug erforscht bzw. bekannt gemacht. Fakt ist, dass unser Verlangen nach unglaublicher Auswahl, Variation und Überfluss, gepaart mit purer Faulheit und Desinteresse am Kochen, die immer weiter voranschreitende Lebensmittelindustrie in ihren langfristig vermutlich gesundheitsschädlichen Produktionen nährt. Die Nachfrage ist da und wird nie weniger werden. Warum sollte man lernen, wie Kartoffelbrei zubereitet wird, wenn man ihn auch einfach in Wasser einrühren kann?

Die Folgen äußern sich bei jedem unterschiedlich und sind oft erst nach einer Umstellung erkennbar. Es gibt Dinge, die scheinen einfach normal, weil wir es nicht anders kennen oder wir schieben neuere „Erscheinungen“ auf etwas anderes. Bei mir zeigten sich Einflüsse auf meinen Körper durch bloße Verdauungsprobleme, mit Blähungen, Bauchschmerzen, Übelkeit, dem Gefühl das Essen würde mir als Kloß im Halse stecken, dem Gefühl meine Speiseröhre wäre nach dem Essen entzündet (zu unterscheiden von Sodbrennen, das ist ein anderes Gefühl), Gewichtsproblemen, teilweise Tagen an denen ich permanent starken Hunger hatte, schlechter Laune, Müdigkeit und einfacher Kraftlosigkeit sowie Gelenkschmerzen. Besonders die Gelenkschmerzen hielt ich für ein Produkt der Gewichtszunahme in China, doch nachdem ich das tierische Eiweiß aus meiner Nahrung entfernte verschwanden auch die Schmerzen innerhalb von nur wenigen Tagen. Meine Kollegin (Glutenallergikerin) hatte ein Wochenende lang ihre Freundin zu Besuch (Veganerin) und so ernährte sie sich, die durch ihre Allergie eine sehr fleischlastige Ernährung hatte, ein Wochenende lang nicht nur glutenfrei, sondern auch vegan und erzählte am Montag wie gut es ihr an diesem Wochenende ging. Wie fit und voller Kraft sie sich gefühlt hatte und wie es ihrer Verdauung gut tat. Ähnliches erzählten auch andere, die mal aus irgendwelchen Gründen vegan gegessen haben.

Perspektiven

Natürlich muss nicht jeder zwingend vegan und glutenfrei, zuckerfrei oder laktosefrei essen. Der bloße Versuch, für ein paar Tage (besser Wochen) die Ernährung umzustellen, kann einiges zum Vorschein bringen. Wer sich viel von Fertigprodukten ernährt könnte einfach dazu übergehen öfter selber zu kochen; mal die liebsten Fertiggerichte selbst zuzubereiten. Alleine die Beschäftigung mit den Nahrungsmitteln und die Nutzung frischer und unbehandelter Lebensmittel kann schon positive Effekte mit sich bringen – ohne dabei zu verzichten.

Es ist gar nicht so schwer, wie es anfangs scheint. Natürlich muss man sich erst einmal damit auseinandersetzen. Was steckt wo drin; beim Einkaufen fast jedes Produkt umdrehen und die Zutatenliste studieren; Lieblinge wieder wegstellen, aber es zahlt sich aus. Wer öfter auf die Inhalte achtet, lässt irgendwann automatisch bestimmte Produkte stehen ohne sie zu vermissen. Der Mensch entwickelt sich durch lernen und nach einer gewissen Zeit haben sich neue Lieblingsgerichte und Liebelingslebensmittel abgezeichnet und eventuell schmecken die alten dann gar nicht mehr. Ich habe das bereits öfter festgestellt. Ich habe hin und wieder Tage, an denen ich normal esse und nach einiger Zeit ohne zeigt sich dann, dass mit das Zeug gar nicht schmeckt. Meine Mutter macht Bolognese mit Hilfe von Maggi und Knorr und ich habe es als Kind geliebt; mittlerweile finde ich das Zeug absolut ungenießbar! Und so geht es mir mit einigen Dingen. Vollmilchschokolade ist ekelhaft süß und aus irgendwelchen Gründen ist auch die allseits beliebte Fanta/Cola/Sprite abartig. Unser Geschmackssinn erfreut sich ebenfalls als einer Umstellung, kann er doch mangels Geschmacksverstärkern endlich mal wieder zeigen, was er wirklich kann.

Ich finde es überhaupt nicht verwunderlich, dass immer mehr Menschen zu Ernährungweisen übergehen, die sich von den „normal“ abzeichnen. Da fragt sich doch, ob unsere „normale“ Ernährung wirklich so normal ist; vor 100 Jahren hätten unsere Urgroßmütter vermutlich noch ungläubig in unserem „normalen“ Essen herumgestochert und in das trockene Brot gebissen. Was mich dabei allerdings immer etwas ärgert, sind Menschen, die der Meinung sind, andere haben nicht das Recht zu dieser Ernährungsweise. Es gibt Veganer, die sich unglaublich darüber aufregen, dass es Menschen gibt, die sich vegan ernähren ohne den Tierschutz dabei im Hinterkopf zu haben – Frechheit! Es gibt Leute, die der Meinung sind, Fleisch ist ein essentielles Nahrungsmittel und alle Vegetarier müssen an Mangelerscheinungen sterben. Gluten ist nur eine Erfindung der Industrie um mit neuen Brotsorten viel Geld zu verdienen; hat sich doch all die Jahre nie jemand beschwert. Was mich wieder dahin zurückführt, dass all die Jahre nie jemand auf die Idee gekommen ist, seine Verdauungsbeschwerden könnten von Gluten kommen; dass bis vor einigen Monaten noch sehr gerne mit Glutamat verwechselt wurde – aus purer Unwissenheit über Existenz und Wirkung.

Es schadet niemandem, sich genauer mit seiner Ernährung zu beschäftigen. Es hat keine negativen Folgen. Wir können dabei nur lernen und es muss auch keine entgültige Lösung sein. Niemand muss den Rest seines Lebens verzichten. Den täglichen Fleischkonsum reduzieren; die Nutztung frischer Lebensmittel; der überwiegende Verzicht auf Nahrung, die mehr aus E besteht als Nährstoff – das ist für jeden machbar; egal wie viel oder wenig Zeit er hat oder wie seine finanziellen Mittel aussehen. Fertigessen ist nicht wirklich schneller zubereitet und preiswerter schon gar nicht.

Verurteilt niemanden, der sagt er könne oder wolle bestimmte Dinge nicht essen – denkt lieber darüber nach, ob es an Euer Ernährungsweise etwas zu optimieren gibt und fragt denjenigen nach seinen Beweggründen und wie es sich für ihn auswirkt. Zeigt Interesse, statt Ablehnung. In Zukunft wird es noch viel mehr Menschen geben, die bewusst „Nein, danke!“ sagen werden, da bin ich mir sicher.

In the past the humans just need to take care of food that feeds them, not kills. Nowadays the industry created food to feed the masses – the earth itself can’t handle the masses of humans alone. The industrial food causes a lot of diseases we didn’t know before and that causes the trend of changing the way of eating. The human body is not made for industrial food. It starts with the babys and their convinience food and it never ends; it gets worse as older they get. The long-term effects are not known now, but the health problems of the most people could be a sign. I had a lot of problems before I changed my way of eating and some people I talked to tried some new ways, like vegan, as well and told me they’re feeling much better. Fresh food is always better for our bodys than convinience – without any exceptions. If someone has problems, I changing couldn’t be the wrong decision. There are only benefits. There is no need to eat whatever-free; just reducing meat and diary, starting to cook by oneself and with fresh products and just to be concerned with it could help alot. If you feel tired sometimes, without energy, problems with the stomache, etc. try to eat smarter first than eating pills. And don’t judge people who are saying „no, thank“ – ask them for their reasons and the effects and think about your way of eating. Prospectivly a lot of more people will start changing their eating habits, I’m sure.

2 Gedanken zu “Der Trend geht zur Nahrungsverweigerung!…? / Trend: Food Denial!…?

  1. Du sprichst mir so aus der Seele! Also, gleich vorab, ich bin kein Gesundheitsfanatiker und halte diesen momentanen Verzichts- und Entgiftungstrend (Vegan, Detox, usw.) leider für reine „Geldmacherei“ – ich finde es durchaus sehr wichtig auf seine Ernährung zu achten, aber teure Säftchen in hübschen Flaschen zu kaufen ist meiner Meinung nach nicht der richtige Weg.
    Was übrigens nicht heißt das ich etwas gegen Veganer oder Vegetarier habe, ich respektiere deren Einstellung natürlich, aber sofern es mir als „Modeerscheinung“ über den Weg läuft – sorry- finde ich es ziemlich dämlich!

    Früher, in WG Zeiten, da hab ich fast nur „Tüte“ gekocht, aber irgendwann hat sich in mir etwas geregt und ich wollte wissen ob ich das nicht auch richtig kochen kann… So sind alle Fertig-Tüten verschwunden und stattdessen viele Kräuter bei mir eingezogen.
    Natürlich gibt es auch bei mir mal eine TK-Pizza, aber das ist wirklich die Ausnahme…
    Im Großen und Ganzen achte ich schon sehr auf frische Lebensmittel und ein ausgewogenes Verhältnis von Fleisch, Salat und Gemüse. Und ich kann nur hoffen das mehr Menschen zu diesem Bewusstsein gelangen, denn über kurz oder lang wird das eine teure Angelegenheit für uns, denn diesen vielen Wohlstands-Krankheiten kosten eine Menge Geld…

    Ich finde man hat nur dieses eine Leben und vor allem nur diesen einen Körper, den kann man ruhig pflegen! Ein völliger Verzicht muss ja auch nicht sein, denn man sollte das Leben ja auch genießen können….

    Also, danke dir für den wunderbaren Artikel!

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
    Kerstin

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