Jamie Oliver’s Food Revolution

Auf sixx kam diese Woche die Dokumentation zu Jamie Oliver’s Food Revolution in den USA anlässlich des FR-Day 2014. Nachdem er die britischen Schulkantinen revolutioniert hat, wollte er sich an die USA-Kantinen machen. Er hat in der statistisch dicksten Stadt versucht gesunde Ernährung einzuführen. Ein interessantes Projekt und je weiter er dabei voranschritt, desto häufiger dachte ich mir: Wie kann man so dumm sein?

Kurz zusammengefasst: Er ging an Einrichtungen wie Schulen und hat dort versucht die ungesunde Kantine auf gesunde Mahlzeiten umzustellen. Nebenbei hatte er mit seinem vermutlich größten Zweifler, dem ortsansässigen Radiomoderator, eine Wette abgeschlossen; er könne keine 1.000 Leute dazu bringen mit ihm gesund zu kochen.

Vorweggenommen: Er hat die Wette gewonnen und sogar den Moderator überzeugt. Zwischendrin aber mit den stupidesten Ansichten zu kämpfen gehabt.

 

Jamie Oliver’s Food Revolution documentation was shown in TV this week and I was shocked how stupid people can be in addition to healthy food. After he changed the food culture in the cafeterias in the schools in UK, he tried the same in US and had chosen the „biggest“ city.

He made a bet with his biggest detractor, a local radio host, to find 1.000 people cooking healthy with him. Shortly: He won the bet and convinced the host but he had to fight with damn stupid opinions.

Vorgaben und Starrsinn

Ich fand es erschreckend zu sehen, wie sehr sich von oben gewehrt wurde. Nicht nur, dass am Anfang die Köchinnen einfach zu faul waren mehr zu leisten als nur Fertiggerichte aufzutauen und zu erhitzen; die Vorgaben ermöglichten ja gar nichts anderes. Da möchte er den Vorschulkindern ein gesundes Essen servieren und die Schule hat gar kein Messer. Die Kinder lernen bis sie mit 10 die Schule verlassen gar nicht mit Messer und Gabel zu essen. Sie wussten beim Essen gar nichts damit anzufangen. Löffel würden ja reichen. Ich habe in amerikanischen Filmen schon öfter bemerkt, dass die Schauspieler ab und zu in Szenen wo sie essen sollen ganz komisch mit dem Besteck umgehen und das Messer oft nur neben dem Teller liegt. Da wird mit der Gabel auf dem Fleisch herumgedrückt, bis es kaputt ist. Jetzt wundert mich das gar nicht mehr. Wenn es Schulen in Amerika gibt, wo den Kindern vor der Pupertät nicht einmal ein Messer in die Hand gegeben wird und ihnen niemand zeigt, wie man damit umgeht können sie es ja auch nicht können.

Aber nicht nur die Grundlagen des Essens kannten die Kinder nicht. Es gab zu jeder Mahlzeit Milch. Schokomilch. Erdbeermilch. Jamie hat sie verbannt, weil mehr Zucker in dieser Milch enthalten ist, als in Limonade. Einen Tag später stand sie wieder da. Es sei eine Richtlinien des Ministeriums. Die Kinder sollten Kalzium zu sich nehmen und damit sie das tun, müsse man ihnen aromatisierte und gezuckerte Milch geben; besser gezuckert als gar keine Milch. Aber der Zucker mit dem folgenden Übergewicht ist doch für die Knochen schlimmer, als das bisschen Kalzium aufbauen kann? Von den anderen Folgen des übermäßigen Zuckerkonsums mal ganz abgesehen. Aber diese Milchlogik war ja noch nicht einmal der größte Schwachsinn.

Eine weitere Vorgabe besagte, die Mahlzeit müsse aus 225 Gramm Obst und Gemüse bestehen. Jamie hatte eine asiatische Nudelpfanne angeboten mit 7 Gemüsesorten und einer Obstschale. Die Leiterin sah auf einen Blick, dass es nicht 225 Gramm waren (abgewogen hat sie nichts) – er dürfte das Essen so nicht mehr ausgeben und es müssten Pommes dazu gereicht werden. Pommes, so die Vorgabe, zählen nämlich als Gemüse und so käme man bei Burger und Pommes auf 225 Gramm. Fritten? Im Fett frittiert. Gemüse = gesund = mindestens 225 Gramm. Halten wir kurz inne und denken darüber nach.

Die Schulen haben dennoch versucht die Mahlzeiten so gut es geht umzustellen und bekamen auch da wieder Probleme. Das Ministerium schickt ungesundes Essen, das weder verschenkt noch verkauft werden darf – riesen Kartons; Essen für weniger Geld als der Karton wert ist. Um diese Vorräte aufzubrauchen sollte wieder Fast Food an den Schulen eingeführt werden. Bürokratismus vs. Gesundheit.

Zu Beginn war die Nachfrage rückläufig und die Eltern gaben ihren Kindern ungesunde Pausensnacks mit. Kennt Ihr noch Lunchables? Cracker, Käse und Wurst.. gab es mal als ich Kind war. War auch ganz schnell wieder vom Markt verschwunden. Davon hatten die Kinder viel dabei und unter 40 Kindern, die er sich ansah, hatte eines einen Apfel dabei. Später stiegen die ausgegeben Essen wieder an.

Mitarbeiter, die sich offen für diese Ernährungsumstellung ausgesprochen haben, bekamen Drohmails. Wie dumm muss ein Mensch sein, einem anderen Menschen solche Mails zu schicken, weil er seinem Kind gesünderes Essen geben möchte? Es war ja nun nicht so, dass die Kinder nur noch Salat vorgesetzt bekamen. Es war vielmehr so, dass sie keine Fertigbolognese mehr bekamen, sondern selbst gemachte. Die Burger waren nicht fertig, sondern selbst gemacht und auch Fast Food wie Sloppy Joes oder Taccos standen auf dem Plan, nur eben nicht industriell.

Kinder können selbst entscheiden?

Kinder wissen nicht, was gut ist und was nicht. Kinder essen, was ihnen vorgesetzt wird. Es gab eine Lehrerin, die ihren Schülern sagte, sie sollen nur die nicht aromatisierte und gezuckerte Milch trinken und keines der Kinder griff zur Schokomilch. Kinder sind prinzipiell immer abenteuerlustig und experimentierfreudig. Man kann ihnen alles vorsetzten und schauen was passiert. Auch Kinder sind Gewohnheitstiere und brauchen gelegentlich etwas Zeit. Dass Kinder Pizza, Pommes und Pasta als Lieblingsessen angeben ist vollkommen logisch – wir würden doch auch sagen, dass es lecker ist. Es schmeckt ja auch.. ist halt nur nicht so gut. Aber nur, weil sie es gerne essen, müssen sie es nicht jeden Tag bekommen. Wenn die Eltern Zuhause gesundes Essen auftischen, greifen sie Kinder auch außerhalb dazu. Man kann Kindern viel beibringen und gesunde Ernährung kann nicht einmal schwer sein dabei; von Anfang an das gute Zeug und man hat keine Probleme. Wenn „gesund“ allerdings vor den Kindern als schlecht dargestellt wird, dann nehmen sie das auch für sich an. Wenn es in der Schule gesundes essen gibt und Mutti sagt, ich darf das nicht essen und gibt mir einen Lunchables mit.. wo soll denn das Kind den Antrieb hernehmen das Zeug nicht zu essen und zur Kantine zu gehen?

Eltern sind Vorbilder und Kinder ahmen sie nach – in allen Dingen! Isst Papa nichts von dem Gemüse, wird es der Sohnemann auch nicht machen. Zwingt Mutti ihn dennoch, ist Gemüse der Feind. So einfach ist das. Prinzipiell kann jeder selbst entschieden was er isst und was nicht; das ist ein Persönlichkeitsrecht. Das Recht über eigene Belange selbst zu entscheiden. Natürlich möchte niemand darin beschnitten werden und geht auf die Barrikaden, wenn es dennoch jemand versucht. Aber, Eltern sind nicht nur Vorbilder. Kinder können in solchen Dingen noch nicht alleine entscheiden und so tun es die Eltern. Diese sollten immer zum Besten entscheiden. Wenn sie nun aber, besseren Wissens, dem Kind den Zugang zu gesunder Ernährung verwehren, inwieweit ist da die Fürsorgepflicht berührt? Wenn Eltern ihren Kindern lieber ungesunde Fertigmahlzeiten vorsetzten, aus purer Faulheit sich mit gesunden Alternativen zu beschäftigen, ist das rechtens?

Sollte ungesunde Ernährung strafbar sein?

Ich gehe jetzt vielleicht etwas weit, aber denken wir doch einmal darüber nach: sollte die Ernährung des Kindes nicht rechtlich verfolgt werden können? Ist eine ungesunde Ernährung, aus welchen Gründen auch immer, nicht eine Art Misshandlung? Oder Körperverletzung? Die juristische Definition für Körperverletzung findet Ihr im §223 StGB:

(1) Wer eine andere Person körperlich mißhandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

Hier haben wir verschiedene Teile: die andere Person ist das Kind, ganz klar. Nun geht es weiter mit misshandelt. Misshandlungen werden in körperlich und psychisch unterschieden. Gesundheitsschäden sind klar. Wenn nun also durch die ungesunde Ernährung das Kind gesundheitliche Probleme bekommt: Übergewicht, daraus resultierende Schädel an Organen und Knochen, Allergien, etc. – dann ist das doch ein Gesundheitsschaden. Wenn das Kind so dick ist, dass es sich beim Spielen durch einen einfachen Sprung das Gelenk bricht, ist das doch Körperverletzung, die hätte vermieden werden können (und nicht durch das Verbieten von Sprüngen auf dem Spielplatz). Muss ich meinem Kind nun dieses Spielen aus eben diesen Gründen verbieten, beschneide ich es doch in seiner kindlichen Entwicklung. Wird das Kind gehänselt oder geschubst und getreten von kleinen unerzogenen und intolleranten Bastarden, ist das doch psychische Qual. Mein Kind ist doch dann sowohl körperlich als auch psychisch durch mein Desinteresse an Gurken und Tomaten beeinträchtigt. Mein Kind wird doch durch mich geschädigt. Es gibt sozial schächere Eltern die immer wieder begründen, gesunde Ernährung wäre zu teuer und ziehen dann noch einmal an ihrer Zigarette. Ist es nicht eine Art Missbrauch dem Kind schlechtes Essen vorzusetzen um die eigene Nikotinsucht zu befriedigen? Kippe statt Karotte?

Sollten also Eltern, die ihre Kinder bewusst nicht so gesund wie möglich ernähren und diese Folgen hinnehmen ohne etwas dagegen zu unternehmen, strafrechtlich verfolgt werden können? Sollte ungesunde Ernährung mit ihren Folgen nicht auch unter Missbrauch und Körperverletzung gelten? Die Kinder aus dem Beitrag haben ärztlich bestätigt eine kurze Lebenserwartung, weitaus kürzer als ihre eigenen Eltern, verursacht durch ihre Eltern. Verursacht durch diese dummen Vorgaben der Ministerien. Verursacht durch die Verwehrung gesunder Ernährung. Absatz zwei besagt: Der Versuch ist strafbar. Ist das bewusste Vorbeigehen am Obst- und Gemüseregal im Supermarkt hin zu den Tiefkühltruhen mit Pommes, Pizza und Co. nicht ein Versuch? Es ist auf jeden Fall kein Versuch für gesunde Ernährung – im Umkehrschluss also eine für ungesunde.

Sollten Kinder im Erwachsenenalter ihre Eltern auf Schadensersatz verklagen können, wenn ihnen von Kleinauf keine gesunde Erährung beigebracht wurde und sie als Erwachsenen mit den Folgen zu kämpfen haben? Sollten die Eltern dazu verurteilt werden können, den mittlerweile erwachsenen Kindern zum Beispiel Abnehmkuren, Ernährungsberatung und schlimmstenfalls Operationen bezahlen zu müssen?

Ich bin wirklich geschickt darüber, wie finanzielle Aspekte über gesundheitlichen stehen können. Wie die eigene Trägheit als Grund für geschädigte Kinder hingenommen wird. Wie wir, die das Glück haben in einer industriell weit entwickelten Welt leben zu können, auf einem Käufermarkt mit allem was die Nahrungsmittelindustrie zu bieten hat, unsere Ressourcen nicht nutzen. Wir können uns gesünder ernähren als je zuvor und uns wirklich etwas Gutes tun und wir können unseren Kindern von kleinauf beibringen, warum Paprika besser sind als Pommes – warum muss eine teure und mittlerweile weltweit angelegte Kampanie darum kämpfen?

 I was shocked to see how the politicians tried to prohibit healthy food. Not only the cooks were too lazy to change their way of cooking from convenience  to fresh but the ministry offered only convenience. The kids get flavoured mild with more sugar than lemonade instead of pure milk to make them drink it; better sugar milk than no milk – the sugar affects their bodies in a worse way the calcium helps their bones. Jamie had to change some meals because of some norm which say one meals includes 225 g fruit and vegetables and one of his meals shouldn’t have enough (the woman never weighed it) – he should offer french fries, they are vegetables. Hell, no! Fried potatoes are not vegetables; it’s pure fat! 

Children are not able to eat healthy if adults don’t offer them the good stuff. They don’t know about good and bad food. They do, what their parents do and if they are not good role models the children never start eating healthy. There was a group of kids drinking the pure milk instead of chocolate milk, because their teacher told them and it was ok for them. One adult who teached them about healthy food and they ate it. Some parents changed from cafeteria to lunch box; unhealthy lunch boxes. Why not allowing the children to eat the healthy meals? I couldn’t understand their way of thinking.

Maybe it’s quite a stretch, but isn’t it a kind of physical injury and abuse not to feed the own child in a healthy way? The children have or become deseases caused by their overweight; they have problems with ribbing and less selfconfidence and so on.. things which could be prevented if they would get healthier food. Adults are liable for a balanced diet of their children and shouldn’t they be indictable for actions against a healthy lifestyle of their kids? Should children be able to make a suit to their parents when they are grown up and fighting against the consequences; paying cures, food advice or maybe surgeries?

We are lucky to live on a market with everything you could imagine, so why do we need an expensive campaign like that to feed out children healthy?

 

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2 Gedanken zu “Jamie Oliver’s Food Revolution

  1. Noch bis zum Abi hat mir meine Mama morgens mein Schulbrot geschmiert, n Blättchen Salat drauf, n paar Scheibchen Gurke dazu, vlt ne Tomate. Heute sieht mein tägliches Mittagessen ähnlich aus. ‚Gönne‘ ich mir was vom Bäcker, stelle ich fest, dass es zwar oft sehr lecker ist, aber a) recht teuer b) auf nem belegten Brötchen so viel Fett ist (Butter, Remoulade, was auch immer), dass man direkt das schlechte Gewissen mitgekauft hat.
    Ich finde es schon sehr traurig, dass wohl viele Kinder heute keine mit Liebe selbstgemachten ‚Mama-Brote‘ mehr dabei haben, keine Apfelschnitze, Träubchen,… und das schon im Grundschulalter…
    Viele Grüße, Katha

    • ja so kenne ich das auch noch. wir haben in der schule und im kindergarten aber auch ganz andere sachen zu essen bekommen und auch meine mensa in der uni jetzt kocht ganz anders – da sind meistens alle 4 gerichte hausmannskost und es ist immer ein gesundes alternatives essen dabei – die haben zwar ne menge aufwand das alles gut und frisch zu kochen, aber es geht, wenn man will…in der weiterführenden schule gab es außer der caféteria gar nicht und da gabs nur schntzel im brötchen als warmes essen..

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