Ein Ossi in Hessen – Fulda und Frankfurt (Main) / Quick Trip Fulda & Frankfurt

Frankfurt

Wie Ihr mitbekommen habt, war ich Dienstag bis Donnerstag nicht Zuhause. Ich war für meine Bachelorarbeit in unserem Werk in Fulda bei meinem Mentor und unserer Gesundheitskoordinatorin und wenn ich schon mal in der Gegend bin, dachte ich mir, kann ich auch einen Abstecher nach Frankfurt /Main machen.

Ich machte mich also am Dienstag Morgen um 4 Uhr aus dem Bett um in Berlin den ersten ICE Richtung Schweiz zu nehmen. Ja, Schweiz. Nachdem ich gleich als erstes am heimischen Bahnhof auf unseren Betriebsrat traf und im Regio mit ihm gemeinsam fuhr, erwartete mich im ICE ein „Wie.. Schweiz? Ich will nach Hessen!“; da aber mein Betriebsrat, die beide nach Hanau wollten, ebenfalls einstiegen vertraute ich dem Ausdruck mal. Ich bekam die Karte von der Firma und habe mich daher nicht damit beschäftigt wohin der Zug eigentlich fährt. Dass Interlaken Ost in der Schweiz liegt weiß ich doch nicht… Der Mann neben mir tat mir ein bisschen leid, aber er hätte sich ja auch woanders hinsetzen können. Ich kann nicht still sitzen und schon gar keine 4,5 Stunden lang. Endlich in Fulda angekommen zog ich mir dann auch schon den Unmut eines doch sehr netten Taxifahrers zu. „Ich möchte bitte zum Reifenwerk.“ Er hatte 1,5 Stunden angestanden und das Reifenwerk liegt fußläufig vielleicht 15 Minuten entfernt; aber woher weiß ich das denn und dank Verspätung hatte ich halt nur noch zwei Minuten bis ich da sein sollte.. 6,20 EUR für 1,5 Stunden ist aber auch wirklich unterirdisch – auch hier an diesen Herren ein großes Sorry.

Zum Feierabend meinte mein Mentor ich solle mit doch mal die Fuldaer Altstadt ansehen. Ich also im Hotel eingecheckt, mich im 70er Jahre Charme wiedergefunden, die Schuhe gewechselt und losgelaufen. Fulda ist wirklich schön. Eine sehr schöne Altstadt, historisch, gut erhalten oder saniert, mit allem was das Herz begehrt. Ich lief also stundenlang (ja, 3) durch die Innenstadt, schaute mir Kirche, Dom und Stadtschloss an, fand mich in dem ein oder anderen Laden wieder und hörte am Ende mit vollbepacktem Arm im H&M „Nein, tut mir leid, da können Sie nicht mehr rein. Wir schließen gleich, Sie dürfen das nicht mehr anprobieren.“ Bitte was? Schon ‚mal was vom Ladenschluss um 20 Uhr gehört.. wer macht denn heute noch um 19 Uhr zu? Ich drückte Ihr die Klamotten, von denen ich fest entschlossen war sie kaufen zu wollen, in die Hand und ging enttäuscht. Bei der Überlegung was es denn zum Abendessen geben sollte, entschied ich mich für Frankfurter grüne Sauce im Hote; soll man ja wohl mal probieren wenn man schon im Frankfurter Raum ist, was.. ich ziehe unsere Spreewälder Kartoffeln mit Kräuterquarkvariante doch vor 😀 Die Nacht war ein Grauen. Das Bett war das schlimmste Bett, das mit je unter den Po gekommen ist. Ich tat kein Auge zu und war am nächsten Tag so verspannt, dass sich die Rückenschmerzen über den Nacken in die Zähne zogen und ich so erst Ibo frühstücken musste.

Am nächsten Tag sagte mein Mentor nach der Arbeit stolz er würde mich zum Bahnhof bringen; der kleine Sportwagen war für mein kleines Köfferchen dann aber doch zu klein – er passte nicht in den Kofferraum. Aber wir sind da ja nicht so; auf dem Schoß sah ich zwar nichts mehr vom Weg, aber ich musste wenigstens nicht laufen. Gut so, denn [und Gott, ich hoffe er hat das nicht gesehen] ich lieferte am Bahnhof eine Show, wie auf dem Laufsteg. Mit den Pfennigabsätzen über das Kopfsteinpflaster, die große Tasche mit dem Laptop über der Schulter, der Koffer in der anderen Hand, trat ich unglücklich auf und knickte um. Ich fing mich und stoplerte mit dem anderen Fuß und knickte wieder und das vier oder fünf mal; wie die Models auf dem Laufsteg, die sich gerade noch so halten konnten. ABER ich fiel nicht hin! Gekonnt ist eben gekonnt. Ich finde, wer sich entscheidet solche Schuhe zu tragen, muss auch würdevoll damit leben können, ein paar Mal im Jahr auch damit umzuknicken.

Ich war erstaunt wie lange der Regio von Fulda nach Frankfurt braucht; das sah auf der Karte alles viel Näher aus. Dass am Donnerstag in Hessen Feiertag sein würde, wusste ich vorher auch noch nicht. Mein Hotel in Frankfurt lag direkt am Bahnhof – das Bristol kann ich durchaus empfehlen, wenn Ihr für wenig Geld, zentrumnahe gut übernachten möchtet. Ein stylisches und modernes Hotel mit einem schlaffähigen Bett. Da ich keine Lust hatte den Abend im Hotel zu verbringen und sonst noch keiner Zeit hatte, beschloss ich mir Tinder zu Herzen zu nehmen und wählte mir einen Herren aus mit dem ich etwas Trinken ging. Die Gartenterrasse im Skyline Plaza ist wirklich schön, das Alex (die Bar) grottenschlecht! Mieser Service und noch nie so einen furchtbaren Drink gehabt. Keine Weiterempfehlung; lieber etwas mitbringen und die restliche Terrasse genießen.

Nach einer endlich guten Nacht, traf ich am Morgen dann auf Julia – Ihr kennt sie schon. Mein Teil der Tagesaufgabe war es zum Bahnhof zu kommen und Ihr überließ ich den Rest. Wir liefen also am Bahnhof los und liefen und liefen und liefen. Durch das Bankenviertel, EZB, Börse, Alte Oper, Chinesischer Garten, Goetheplatz, Zeil, den Main entlang, Dom, Römer, Julias FH, (…) – die Reihenfolge stimmt natürlich nicht. Wie es sich gehört fasste ich mir schwurmäßig vor der Börse an’s Herz und schwor freiwillig nicht mehr im Vertrieb einer Bank zu arbeiten. Ich stellte fest, dass Teile Frankfurts aussehen wie Fulda; siehe den einzig wahren Promi, der fotografiert werden musste Frau Justitia und dass der Main ein doch recht dreckiges Gewässer ist. Glücklicherweise ist die Julia ebenso seelisch schwarz wie ich und wir konnten trotz geschlossener Läden (Wer braucht Frohnleichnam?) einiges erleben in der Stadt. Chubaka, Micky Mouse und einige andere Fabelwesen bewegten unsere Gemüter. Wir stellten fest, dass die historischen Bauten im chinesischen Garten schon vor tausenden von Jahren Stromanschlüsse besaßen. Einen Stylingtipp aus der hessischen Großstadt habe ich dann noch mitgebracht: Arsch frisst Hose ist ganz großer Trend und Bundweiten werden jetzt nach Unterbrustweite rausgesucht; je höher Ihr sie gezogen bekommt, desto cooler seid Ihr. Dazu noch der Steve Urkel Gang und Ihr seid die neuen Hipster. Neben zahlreichen Dingen, die fotografiert werden wollten (siehe Mr. Potatohead oder auch die Frankfurter Baukrankskyline, machte ich zum Schluss doch noch ein Hochhäuserfoto – ging irgendwie unter. Es gibt so wenige Wolkenkratzer dort, wisst Ihr.

Ich fuhr mit dem ICE am Abend wieder zurück; kaum Hanau verlassen rief das Zugpersonal nach einem Arzt und wir standen in Fulda.. Fulda wieder 😀 Ich verabschiedete mich gedanklich schon von meinem Anschlusszug; der letzte bis zum nächsten Morgen und harrte der Dinge die da kommen. Tatsache drückte der ICE-Fahrer ganz schön auf die Tube, so dass wir gut 10 Minuten früher in Berlin ankamen. Eine weitere Zugfahrt später; noch einmal Auto, war ich gegen 1 Uhr am Freitag wieder Zuhause. Totmüde, mit Füßen eines anderen.. also meine können das jedenfalls nicht gewesen sein und Ihr werdet es nicht glauben, da ja noch die gleiche Bettwäsche drauf war, durchfuhr mich ein sehr heimisch wohliges Gefühl als ich den „Ich-Geruch“ der Bettwäsche durchfuhr.. Zuhause 😀 Weg sein ist zwar toll, aber Kurztrips schon anstrengend.

Alles in allem waren es zwar drei sehr anstrengende, aber schöne Tage. Mal wieder etwas anderes gesehen; festgestellt, dass auch Frankfurt schöner ist als Berlin und die Julia mal gesehen. Ein voller Erfolg.

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I had a two day stay in beautiful historical Fulda for my final paper and one day in Frankfurt, the city with the most splendid skyscrapers in Germany. As you can see on the pictures I had some time in Fulda to make a little sightseeing after wirk. Fulda is a quite nice town in Hesse in middle Germany. It’s very historical in the center; well-preserved from the middle ages and a quite nice street for a pub crawl. Wednesday I took the train to Frankfurt. I used Tinder to find a guy for some drinks; didn’t want to stay in the hotel – it works quite well. Thursday was another sightsseeing day with Julia. Thousands of miles walked through the inner city of Frankfurt; have a look at the pictures to see the nicest places, I would say and some weird thinks I needed to take pictures of. Thursday evening I went back home; half past one on friday I finally layed in my bed. It was a very exhausting trip, but very nice as well. Frankfurt; another big city more beautiful than Berlin 😀

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2 Gedanken zu “Ein Ossi in Hessen – Fulda und Frankfurt (Main) / Quick Trip Fulda & Frankfurt

  1. Während Du im schönen Hessenland unterwegs warst, habe ich mich in Karlsruhe und Straßburg rumgetrieben – nächstes Mal sollten wir das besser koordinieren!
    Lieben Gruß, Catou

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