{Sonntagskolumne} Der mit dem Handtuch tanzt

Neulich, vor dem Eingang. Der Master so „Auf was für Typen stehst du denn nun?“ und ich so „Och nööö!“..
Das ist ein bisschen kompliziert zu erklären. Wir standen da also vor der Tür des „Festsaals“ im Nachbarlandkreis und schauten uns die Männer an. Es ist ganz klar erkennbar, wo die Jungs so herkommen, erkläre ich ihm. Die haben in der Gegend einen ganz eigenen Style.
Männer, aus der Umgebung meiner Hochschule, sehen alle gleich aus. Sie haben aufgepumpte (oder aufgespritzte) Oberarme, die sich kaum noch am Körper halten lassen, tragen diese irgendwie hässlichen T-Shirts, eine Nummer zu klein, dafür mit einem großflächigen, aber nicht erkennbaren bunten Aufdruck auf den nicht so ganz vorhandenen Bauchmuskeln; aber der Bauch ist dennoch immer eingezogen. Ich hatte einem Freund einfach mal an den Bauch gefasst, als er nicht aufpasste und ha! ich hatte Speck in der Hand und auf einmal zog er den Bauch ein und spannte die Muskeln an.. da war es, das Sixpack, das sich auf den Selfies vor dem Badezimmerspiegelprofilfoto findet, aber ist nur ein temporäres Sixpack. Dazu tragen sie diese noch viel hässlicheren und unförmigen Karottenjeans, als hätten sie die Oberschenkel eines Pferdes und Knöchel eines Ponys, die coolen Hengste und Nachbauten des Nike Air Max an den Füßen. Der allgemeine Nachbarlandkreisprolet trägt sein Haar immer sehr kurz, hat oft Kinderschaukeln in den Ohren und wenn wir Frauen Glück haben, auch noch so eine ganz furchtbare halbe Fahrradkette um den Hals. Rasieren muss er sich nicht; vermutlich verhindert der Inhalt des Oberarmes den Bartwuchs. Geht der allgemeine Nachbarlandkreisprolet abends aus, trägt er auch sehr gerne mal einfach nur ein weißes Unterhemd und ein ganz wichtiges Accessoire:  ein Handtuch. Frisch gewaschen und gebügelt von Mutti, hängt er es sich um den Hals als käme er direkt vom Workout. Berührst Du allerdings versehentlich einen von ihnen, sind sie dennoch klitschnass, das Handtuch aber trocken.
Ebenso wie der allgemeine Nachbarlandkreisprolet ist auch der hiesige Heimatmacker klar in fremden Kreisen abgrenzbar. Auch der hiesige Heimatmacker hat seine klaren Erkennungsmerkmale. Offenbar hat jede Region solche Stylestereotypen zu bieten.
Wenn wir also nun zurück zur Frage des Masters gehen: Auf welchen stehst du denn nun? muss ich sagen, wenn ich denn wählen müsste, und zu meiner Schande gestehen, gefällt mir der Nachbarlandkreisprolet mehr als der Heimatmacker.. aber nur, wenn er nicht so viel sagt.

***

Recently, in front of the door, the Master asked „Which kind of guy do you like acutally?“ and I said „Oh nooo!“…
It’s difficult. So, we were standing there in front of the club’s door in the neighbour administrative district and watched the guys. It’s totally obvious where they’re from.
Men, located near my university, are all looking the same. Their upper arms are jacked (or injected) and it’s not possible anymore to still hold them near the body. They’re wearing these ugly littel t-shirts; too small but with a big picture covering their abs. I touched the abs of a friend while he didn’t reckon and there was lard. The typically selfie abs profile photo is a fake. Their legs are covered with very ugly carrot jeans; tighs like a horse, ankles like a pony; my little studs and Nike Air Max at their feet. The typical neighbour district redneck has always short hair and very often those children’s swings in his ears and, if we are lucky, those much more ugly bicycle chain necklaces. There is no need for a shave; maybe because of the stuff in his arms? When the typical neighbour district redneck goes for a night out, he likes white tank tops and a very very important accessoire: a small towl; washed and pressed from mommy around his neck. If you touch one of them, they’re totally wet anyway.
Like the typical nighbour district redneck, the local homeland squeeze can be easily recognized in other regions. They have also unique marks. It seems, every region has its own style stereotypes.
So, if we come back to the Master’s question and if I have to choose, I have to say, and I’m a little bit ashamed of it, I would choose the nighbour district redneck.. but only if he shuts up.

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