{Sonntagskolumne} Die Geister, die ich rief

Neulich, im Büro. Meine Kollegin so „Und, wie war das Wochenende?“ und ich so „Och nööö!“..
Ich bin immer noch der Meinung, das Schicksal existiert in einer gewissen Weise und es will uns etwas mitteilen.
Mein Schicksal geht gerade sehr auf meine Vergangenheit ein. Immer schaue ich auf die Autos, die mir entgegenkommen. Wartend meiner schlechten Augen das Kennzeichen erkennend um mir letztlich Entwarnung zu geben. Doch eines Abends, ich fuhr vom Sport nach Hause, denke ich an nichts Böses; im wahrsten Sinne und da passiert es. Einmal nicht aufgepasst. Dieses Auto. Dieses Kennzeichen. Dieser Typ, offenbar gerade Single (sonst sähe er anders aus), lange nicht beim Frisör gewesen, diese süßen Löckchen in der Stirn, die dann entstehen; länger nicht rasiert, wissend um sein schlechtes Aussehen mit Bart und offenbar an den Nägeln kauend fuhr er vorbei: der Ex der Exe. Und als wäre es nicht genug, fahre ich drei Tage später am Supermarkt vorbei und sehe diesen Fußballer in Jogginghose und Hoodie, mit Bart und Löckchen und diesem seltsam vertrauten Gang einen Einkaufswagen holen. Ich mochte ihn in diesem Look immer am liebsten; ein bisschen lässig, ein bisschen Sportler, ein bisschen Penner. Nichts destotrotz wohnt er nicht einmal in der Nähe; was tut er hier? Als wäre dieser eine Herzinfarkt nicht ausreichend, versetze das Schicksal mir gleich noch einen Tritt in den Arsch.
Ich erzählte ihr also von meiner Begegnung der besonderen Art und das Schicksal erfreute sich seiner Aufmerksamkeit. Kaum ausgesprochen erhielt ich am Abend eine Anfrage bei Facebook. Der Mann, der mir vor ihm das Herz brach. Mit Baby auf dem Arm im Profilbild, 7 Jahre älter und offenbar doch kein Jahr gealtert. Niedlich grinste er da in die vermutlich Handykamera seiner, laut Profil, Verlobten.. mit diesen wunderbaren stahlblauen Augen und den kleinen, niedlichen Fältchen an den Augen.
Die Geister, die ich rief, sind aber nur zu dritt komplett und ein weiterer Verflossener machte sich ein paar Tage später auf, wieder einen Fußabdruck in meiner kleinen Welt zu hinterlassen.
Da waren sie nun, drei Geister meiner Vergangenheit in nur wenigen Tagen und da muss man doch nun ehrlich zugeben: Das ist doch schon Karma, oder etwas nicht? Meine Ignoranz auf die erst vor kurzem wieder erhaltene Quartals-Ich-will-dich-sehen-Mail des Ex der Exe; meine noch naive und unreife Art dem Neupapa damals die Hölle heiß gemacht zu haben und das Resultat der Lästereien auf die neue Barbiepuppe des dritten musste einfach irgendwann wieder auf mich zurückfallen.
Wenn es nun dabei bleibt, wäre ich sehr froh, liebes Karma. Du könntest durchaus schlimmeres nachts vor meinem Bett auftun, mich an der Hand durch vergangene Tage leitend und mir meine Zukunft zeigend die Folgen meiner Bindungsverweigerung wie durch eine Glaskugel direkt auf die Nase binden.
Liebes Karma, ich heiße weder Scrooge, noch bin ich ein griesgrämiger alter Mann; ich hasse Weihnachten, ja, aber dennoch, lass deine Geister wo sie sind. Ich fahre fort und antworte dir auf jeden vergangenen Mann mit einem Neuen; wirst schon sehen und dann komm mal irgendwann hinterher mir all meine vergangenen Geister aufzuzeigen – du solltest dir für die Zeit vielleicht Urlaub nehmen.

 

Nachtrag: Seit gestern sind es übrigens schon vier Verflossene..

***

Recently, in the office, my colleague „How was your weekend?“ and I said „Oh nooo!“…
I’m still convinced, destiny exists in a strange way and it tries to tell us something. Mine is living in the past. Usually, I pay attention to every car, waiting for my bad eyes preceiving the registration giving me the all-clear-signal. One evening, unaware of anything bad, this car, the registration, the guy (obviously single), long time no visit at the barber, having these cute curles then and the beard, knowing he’s badly looking with it – the ex of all. And, seems not to be enough, a few days later there was this guy walking across the supermarket parking, wearing jogger and hoodie and having the creepy familiar walk. But one is not enough, my destiny went on. After I told my colleague at work, the guy who broked my guy before, made a friends request at facebook; smiling with his baby in the profile; after 7 years looking same great and obvisously happy with his, according to his profile, fiancee.
The spirits, that I’ve cited are only complete in sets of three and another one created a new footstep in my little world. There they were: three spirits from the past in only a few days and you have to be honest: it seems to be karma, istn’t it? My ignorance for the quartal-I-want-to-see-you-mail from the ex of all; the naive and callow way of making the now new-babys-father the hell and all the gossip about the new barbie of the third, needs to reflect on me.
It would be great if you could stop by now, dear Karma. The offers could be worse.
Dear Karma, I’m not Scrooge and not a embittered old man; I hate christmas, yes, but please, leave the spirits where they are. For every men from the past, I will answer you with a new one and you will have a fight to show them all someday.. maybe you should apply for leave for that time.

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