{Lifestyle} Mind the word!

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Wer im Ausland mal Bahn fährt kriegt irgendwann einen Rappel: „Mind the gap!“. Dieser Satz hat sich ebenso in mein Gehirn gebrannt wie „Wēixiǎn!“ – die Linienbusse in China sprechen gelegentlich; zumindest in kleineren Städten – er sagt jede Minute durch Lautsprecher nach Außen „Wuätchiän!“ – Gefahr, damit die Leute draußen nicht vor den Bus laufen. Bei einer Fahrt von der Uni zum Woohoomarkt war das das erste Wort, was wir lernte.. man soll Vokabeln ja immer etwa 20 Mal wiederholen bis sie sitzen.

Aber, das sind ja nützliche Wörter. Anders ist es mit Wörtern, die vollkommen Fehl am Platz sind.  Ich habe das Gefühl, wir Deutschen achten nicht mehr darauf, was wir sagen. Die Wortwahl ist essentiell für einen sinnvollen Satz! Als Beispiel: Der Handel bewirbt seine Produkte gerne mit „billig“ – aussagen möchte er „preiswert“. Im allgemeinen Sprachgebrauch hat billig aber mittlerweile die Hintergrundbedeutung: Kostet wenig, weil qualitativ minderwertig. Es ist also negativ konnotiert (doch was gelernt im Abi). Im Radio höre ich immer wieder bei einem Reiseanbieter „Alles, außer teuer.“ – auch da zieht sich mir immer einiges zusammen. Alles, außer teuer. Das „außer“ deutet für mich darauf hin, dass das wirklich alles ist.. preiswerter Urlaub mit katastrophalen Hotels, furchtbaren Buffets, miserablem Service. Ein weiteres Beispiel aus meiner Feuerwehrvergangenheit. Bei einem Seminar (ich schrieb die Presseartikel) gab eine Journalistin sich die Ehre uns erklären zu wollen, wie wir unsere Artikel besser schreiben könnten. Ich solle doch anstatt „wurde gerettet“ „wurde geborgen“ schreiben – das würde dem Text mehr Energie geben. Ich hätte jedes einzelne Mal, wenn ich das in der Zeitung lese (und auch heute noch) auf die Zeitung brechen können. Ich versuchte Ihr zu erklären, warum sie gerade den größten Schwachsinn der Welt von sich gegeben hat und diese Einstellung ablegen muss; wirklich muss und „bergen“ nie wieder als Synonym für „retten“ benutzen soll; alle Teilnehmer des Kurses (alles Feuerwehrmänner und -frauen) versuchte mich zu unterstützen, aber sie wollte es einfach nicht verstehen. Für Euch: alles, was lebt wird gerettet, alles was leblos ist wird geborgen. Das bedeutet: schreibt jemand „Die Feuerwehr barg drei Kinder aus dem verunfallten Fahrzeug“ meint der Journalist meistens, die Kinder seien gerettet worden und leben noch. Tatsache hat er sie in seinem Artikel aber für tot erklärt. Menschen werden nur geborgen, wenn sie tot sind. Journalisten erklären demnach, weil sie es einfach nicht schaffen sich der Bedeutung des Wortes klarzuwerden, regelmäßig überlebende Personen für tot. Das wüssten doch die Leser gar nicht und es liest sich dann halt besser, wenn im Text auch mal ein anderes Wort als gerettet vorkommt (was übrigens selten genutzt wird, achtet mal drauf). Ich gratulierte ihr dazu, ihre Leser für dumm zu halten und wünschte Ihr keinen Job bei einer Fachzeitschrift, denn es wissen viel mehr Menschen über diese Bedeutung bescheid, als sie wohl denkt. Ab jetzt wird es Euch auch viel mehr auffallen – tut mir leid.

Ich finde gerade das letzte Beispiel macht deutlich, wie wichtig die richtige Wortwahl ist. Aber auch im Privatleben fallen mir immer wieder sinnlose Wortwahlen auf. Ich meine jetzt nicht Dinge wie „macht Sinn“, sondern Wörter wie „trotzdem“. Dicke Frauen kennen das: „Bist ja aber trotzdem hübsch!“. Nein, verdammt.. ich bin hübsch. Ich bin nicht „trotzdem“ (trotz des Speckbauches) hübsch, sondern ich bin hübsch. Da muss kein „trotzdem“ hin. Kein Grund meine Schönheit abzuwerten.

Oder „eigentlich“. Wir sagen sehr oft „eigentlich“ und verraten uns damit selber. Wir zeigen dem Gegenüber, dass wir „eigentlich“ nur sagen was er hören will, aber „eigentlich“ etwas ganz anderes sagen wollen würden. „Eigentlich“ geht es mir gut, aber in Wirklichkeit habe ich kleine Sorgen, die dich nichts angehen.“Eigentlich“ finde ich diesen Job ganz toll, aber in Wirklichkeit nervt mich mein Kollege zutiefst. „Eigentlich“ war das eine ganz tolle Feier, aber schöner wäre es gewesen, wenn alle etwas mehr Stimmung gemacht hätten. Eigentlich ist „eigentlich“ kein Wort; denn es hat eine Bedeutung, die wir ja eigentlich gar nicht preisgeben wollen.

Ich hatte in einem Forum mal gefragt, wie es sich so mit Schwangerschaftsmode verhält und die Damen mit „Muttis“ angesprochen – ich glaube, das war zu Beginn des tollen Wortes „Shitstorm“, jedenfalls fühlte ich mich wie in einem. Sie fühlten sich beleidigt. „Mutti“ genannt zu werden gab ihnen das Gefühl, ich hätte sie abgewertet oder ihre Hartz4-Mentalität offen freigegeben. Das war ja gar nicht meine Absicht. Ich bin Ossi. Ich wurde in einem Land geboren, das nicht mehr existiert (denken wir mal kurz darüber nach).. die Frauen heißen hier nun einmal Mutti! Mir war nicht bewusst, dass die Anrede, mit der ich meine Mutti anspreche, in anderen Teilen Deutschlands als Beleidigung angesehen wird. Natürlich rede ich auch von „Muttis“, wenn ich mich über eine gewissen Gruppe Frauen lustig mache, aber dennoch ist meine Mutti meine Mutti, ohne negative Konnotation.

Ein weiteres, typisches Wort für meine Gegend (nicht einmal ganz Brandenburg) ist „damit“. Der allgemeine Oderbruch-Spreewald-Randberlin-Dreieckbewohner nutzt häufig „damit“, anstelle „dass“. Ich hatte eine Freundin, die aus Berlin kam und sie machte uns darauf aufmerksam. Sie brauchte etwa ein Jahr um sich an das „damit“ zu gewöhnen. Deutschlandweit und grammatikalisch ganz furchtbar sind aber auch Verbindungen mit „weil“. Viele lassen auf ein „weil“ einen neuen Hauptsatz folgen, statt den Nebensatz richtig zu bilden. „Es geht mir gut, weil heute habe ich frei“ – korrekt: „Es geht mir gut, weil ich heute frei habe“.

Es gibt unzählige Beispiele und wer mal darauf achtet, wird zum Germanisten im Geiste. Gerade, wer internationale Kontakte hat, sollte auf seine Wortwahl und Grammatik achten. Ein kleines Beispiel, das mir meine Spanischlehrerin erzählte. Ein Mann unterhielt sich mit einem anderen Geschäftsmann auf Deutsch; eine Fremdsprache für ihn. Der Geschäftsmann stellte ihm seine Tochter vor und fragte, ob er sie denn schon kennen würde. „Nein, dieses Schwein hatte ich noch nicht!“ antwortete der andere. Entsetzen; logischerweise. Was war passiert? Überall hörte er „Schwein gehabt!“ und da ihm nie jemand erklärte, was der Spruch wirklich bedeutet und er es eben mit „Glück gehabt!“ in Verbindung brachte, dachte er wirklich Glück heißt Schwein auf Deutsch – mehr war es nicht. Hätte sich jemand die Mühe gemacht, in seiner Anwesenheit entweder auf Redewendungen zu verzichten oder sie ihm zu erklären, hätte er die Tochter nie beleidigt.

Müssen wir nun also pausenlos über unsere Wortwahl nachdenken? Natürlich nicht. Es wäre aber ratsam, so oft wie möglich mal darauf zu achten und gegebenfalls auch mal andere darum zu bitten, einen auf Fehler aufmerksam zu machen. Sobald man die Schule verlassen hat, sollte man der korrekten und gepflegten deutschen Sprache mächtig sein. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und bestimmte Redewendungen oder Worte nutzen wir unbewusst immer wieder. Ebenso können wir sie uns auch wieder abgewöhnen. Einfach darauf achten und versuchen sie abzustellen und sie verschwinden nahezu aus unserem Sprachgebrauch. Privat ist das alles gar kein Problem und besonders im Dialekt sollte man da tolerant sein. Wer jedoch beruflich hoch hinaus möchte, sollte in der Lage sein auch Hochdeutsch, mit guter Grammatik und positiver Wortwahl zu sprechen. Einfach, weil es einen guten Eindruck macht und viele Menschen so schneller Vertrauen fassen = gute Sprache ist ein Zeichen von Wissen, Können.. natürlich heißt das nicht, dass jeder, der Dialekt spricht, nichts kann. Um Gottes Willen! Er muss sich nur häufig etwas mehr beweisen.

Als kleine Aufgabe für Zuhause: versucht doch mal einen Tag lang nicht zu fluchen und positive Formulierungen zu nutzen. Positive formulierungen heißt Verbindungen mit „un..“ beispielsweise zu streichen. Es heißt dann nicht „unhöflich“, sondern „weniger nett“ oder „Es geht mir schlecht“ wird zu „Mir geht es nicht ganz so gut“ – die Wirkung ist eine ganz andere; Ihr wirkt persönlich viel positiver und sympathischer. Einfach mal probieren – fällt schwer, leider.

***

We often don’t really care about the words we’re using, but we should start to care about that. Often, a dialect causes some mistakes in grammar or pronounciation; but actually it’s not wrong – dialect ist never wrong. But esp. in conversations with others, maybe some foreigners or in busines life, we should choose the right words, a good syntax and sometimes, we should explain what we said.

There are a lot of examples in German; I’m not that good to tell you similar examples in English. What I can tell is an example I had during my time in the fire brigade. I was writing our articles for the press and one day I were at a training with a journalists who tried to improve our writing. She told me to write „salvage or recover“ more often instead of „rescue“. I’ve seen, there is a similar usage in the dictonary, but in German there is a big difference in meaning! If you recover sth. it’s dead or lifeless (e.g. stones). Everything that is rescued is still alive! German media often use phrases  like „Thre children were recovered“ to tell the reader the paramedics saved the life of three children. Actually they’re saying, the children are dead, only because of the usage of „recover“ or „salvage“ and not „rescue“. The journalist didn’t understand what she is doing to the people. She said, nobody would know instead of us (firemen and -women), but actually there are a lot of people who do!

Another exammple existing in English as well (I guess) is „actually“. „Actually, I’m fine“ – but actually you don’t want to tell. „Actually“ is a word we’re using to say actually nothing. We’re saying sth. the other person might want to hear, but caused of the usage of „actually“ (often subconcious) we’re indicating sth. different.

If you have a lot of international contacts who are learning your language, try to use the right grammar, explain phrases to avoid the other remembering single words with another meaning detached from the phrase. If you want to climb the greasy pole mind your wording! A good language indicates knowledge, trustworthy and know-how more early; otherwise you have to prove yourself hardly.

Out language is a matter of habit. You can try to improve it trying to use positive language and no swearing. For example: „I’m feeling bad“ would be better in „I’m feeling not that good“. It’s seems to be more positive and a lot of people conceive you as a positive and likeable person. It’s hard; try😀

2 Gedanken zu “{Lifestyle} Mind the word!

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