{Lifestyle} Buchreview: Miss Pettigrews großer Tag / Miss Pettigrew Lives For A Day

Bildquelle: http://www.deannamarsigliese.com

Ein weiteres Buch hat sich einen Platz in meinem Kamin erkämpft und mich teils verzückt und teils enttäuscht. Warum, wieso, weshalb? Weil es einfach wirklich entzückend ist, wenn man sich, wie ich, gedanklich in den 20er und 30er Jahren verlieren kann.

Ich bin ja so ein Badewannenleser, seit ich nicht mehr mit dem Zug fahre und daher ist die beste Kombi einfach Gesichtsmaske, ein tolles Schaumbad und ein Buch. Ich bin in die Kneippschaumbäder dank unseres Betriebsrates irgendwie verliebt, muss ich gestehen..  Aber das ist eine andere Geschichte. Ich habe also die letzten Badewannengänge mit Miss Pettigrew und ihrem großen Tag verbracht. Ja, das Buch spielt wirklich nur an einem Tag.

Die Story

Miss Pettigrew ist eine Gouvernante mittleren Alters, die sich um eine neue Anstellung bemüht und so vor der Tür der Sängerin Delysia La Fosse landet. Diese ist ein sehr quirliger Mensch; immer auf Zack und sehr liebenswürdig. Sie hat einen Hang zu Männern und Männer haben einen Narren an ihr gefressen – so kommt es, dass Miss Pettigrew bereits nach Eintritt in die Wohnung Bekanntschaft mit dem ersten Herren macht, den Delysia verzweifelt versucht loszuwerden. Der Besitzer der Wohnung wird nämlich bald da sein und auch mit ihm unterhält sie eine gewisse Beziehung. Nachdem Miss Pettigrew auf gewitzte aber bestimmte Art und Weise Herren Nr. 1 losgeworden ist, kümmert sie sich um Herr Nr. 2. Nick ist eher gefährlich anmutend; Nachtclubbesitzer und besitzergreifend. Auch er lässt sich nach einem kleinen Wortgefecht von Miss Pettigrew aus seiner eigenen Wohnung verweisen – eine Heldentat, wie es scheint. Kurz darauf erscheint Mann Nr. 3, den Delysia vor dem Altar hat stehen lassen und der sich aus Wut und Frust danach so sehr betrunken hat, dass er nach einer Rangelei mit der Polizei für ein paar Tage ins Gefängnis musste. Michael ist der Schönling, der Miss Pettigrews Herz im Sturm erobert und gleichzeitig Partner von Nick.

Nachdem Miss Pettigrew bereits nach wenigen Stunden die Bekanntschaft der Affären von Delysia gemacht und sie für sie „losgeworden“ ist, kümmert sich Delysia um Miss Pettigrew. Gemeinsam mit ihrer Freundin kleiden sie sie neu ein und machen aus der unscheinbaren Gouvernante eine schöne Frau mit der sie um die Häuser ziehen werden. Nachdem Edythe, Delysias Freundin, von der Heldentat mit Nick erfahren hat, bittet sie Miss Pettigrew auch ihr in ihrer Beziehung zu helfen.

Miss Pettigrew macht erste Erfahrungen mit Alkohol, maßloser Feierei, den oberen Zehntausend und dem leichten Leben im England der 1930er Jahren. Den Höhepunkt erreicht das Buch in der Nacht, im Club von Nick und Michael indem Delysia auftritt. Nachdem sie den bereits betagteren Joe in der Gruppe neuer Freunde kennengelernt hat, verlassen alle schlagartig nach einer Schlägerei zwischen Nick und Michael das Lokal. Jeder Herr schnappt sich eine Dame und verschwindet – Joe nutzt die Chance und kümmert sich um Miss Pettigrew. Er verschafft ihr einen romantischen Augenblick und ihr wird bewusst, „was“ sie ist und wo sie eigentlich hingehört. Zurück in Miss La Fosse Wohnung gesteht sie, nur eine Gouvernante zu sein – in Delysias rasantem Leben kam der Grund, warum Miss Pettigrew überhaupt vor der Tür stand, nie zur Sprache. Delysia ist nach wie vor angetan von Miss Pettigrew und auch Joe lässt telefonisch ausrichten, sie dürfe „das Vögelchen nicht entfliehen“ lassen.

 

Kritik

„Miss Pettigrews großer Tag“, geschrieben von Winifred Watson, ist eine Art Aschenputtelgeschichte, nur mit einer bereits erwachsenen Frau. Ich war zuerst erstaunt, wie authentisch das Buch sprachlich und in Beschreibung der Szenerie die Zeit wiedergibt, bis ich schlaues Kind auch mal den Klappentext las und gesehen habe, dass es tatsache in der damaligen Zeit geschrieben und einfach nur wieder neu aufgelegt wurde. Ich mag die Vorstellung des Lebens in den „Goldenen Zwanzigern“, welches erst mit dem zweiten Weltkrieg so wirklich sein jähes Ende fand. Eben dieser Teil ist es, der mich an der Gesichte „verzückte“.

Was hat mich nun enttäuscht? Der Film! Als ich noch zwei Kapitel über hatte, schaute ich mangels Alternative im TV den zugehörigen Film. Der Film ist an sich ganz nett und unterhaltsam – nicht jedoch, wenn man das Buch gelesen hat. Ich mag es nicht, wenn Filme die Geschichte aus dem Buch zu sehr verdrehen. Beispielsweise hat Edythe im Buch eine ganz tolle Aura; sie wirkt sehr sympathisch und liebenswürdig – im Film ist sie jedoch eine Zicke, der man nur schlechtes wünscht. Zudem sind die Beziehungen nicht dem Buch entsprechend und die Figuren aus ihrer szenischen Hülle gerissen. Die Thematik des zweiten Weltkrieges wird im Buch in keiner Silbe erwähnt, erhält im Film jedoch viel zu viel Bedeutung. Die Story stimmt, die Umsetzung und Details sind Mist. Der Film fängt schon anders an und endet noch schlimmer – zwischendrin vermieste er mir jegliche Phantasie. Das Buch schafft tolle Szenen und Handlungen, die im Film vollkommen außer Acht gelassen wurden.  Den Charaktären wurden zudem gar nicht die Möglichkeit gegeben, ihre sie ausmachenden Züge darzustellen.

Ich kann das Buch durchaus empfehlen, rate jedoch vom Film ab – wer nicht vorhat zu lesen, kann ihn gerne schauen, wird aber vom Inhalt des Buches nicht viel mitbekommen. Der Film hat jedoch ein Gutes: Im Stil von Delysia kann man sich durchaus verlieren. Die Schauspielerin alleine ist schon eine Schönheit und dazu hat der Stylist eine wirklich gute Arbeit geleistet!

***

I finished another book: „Miss Pettogrew lives for a day“ – a really nice kind of cinderella-story about Miss Pettigrew; a governess who blundered into the life of the singer Delysia La Fosse, written by Winifred Watson. She is a young and beautiful woman with a liability to different guys. Miss Pettigrew helps her to establish an order and find the right guy.

The story takes place at only one day. A day full of action and new situations for Miss Pettigrew where she finds out, how life could be. She’s part of a world she never really lived in; just worked for. She makes first experiences with alcohol, partys, the upper tenthousand and the easy life in England in the late 1930s.

The book is great to loose yourself in the phantasy of the roaring twenties up until world war 2 and be part of a day in which a „nobody“ finds herself and maybe a new, first love.

I really liked the book, but I made the mistake to watch the movie as well. The movie is good.. alone. The story is similar to the one in the book, but way to different! The characters are not the same; the relationships are different and the whole feeling from the book the movie destroys. The only great thing in the movie is the style of Delysia – the stylist made a very good job!

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