{Sonntagskolumne} Respekt kostet nix

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Neulich, mit der Familie im Restaurant. Die Familie so zum Kellner „Hallo, hier.. hier!!“ und ich so „Och nööö!“..
Kinder, wenn Ihr einen Privatkellner wollt, besorgt Euch einen Butler. Könnt Ihr Euch den nicht leisten, zeigt dem Service im Restaurant oder Café oder wo auch immer ein wenig Respekt – der Job ist nicht einfach und vor Allem nicht bei voller Hütte.
Szene: Romy kommt später aus der Uni und in das Resaurant nach, alle haben schon gegessen, es ist halb Acht. Romy möchte nichts mehr essen, aber was Romy will ist egal.. sie muss. Also wird der Kellner, der sich um die vielen anderen Tische, mit vor Allem auch großen Gruppen kümmern muss, mehrmals aufgehalten wegen der Karte. Romy wird fünf Mal gesagt, sie solle doch etwas zu trinken bestellen (kein Kellner da, zurufen oder wie?).. Romy wählt das geringste Übel für diese Uhrzeit, kalorienmäßig und bauchverträglich aus und bestellt. Der Kellner, die Hände voll wird aufgehalten und ich sage, er solle doch erst einmal ablegen gehen und könne ja dann wiederkommen.. aber nein, das sehen andere Familienitglieder anders und so notierte er die Bestellung. Romy wird noch drei Mal darauf hingewiesen etwas zu trinken zu bestellen.. „Aber das habe ich doch eben getan!“ – stand ja aber nach 30 Sek noch nicht vor ihr. Das Essen kommt also und in der Zwischenzeit wurde der Kellner naürlich noch ein paar Mal angehalten, herangerufen und für einzelne Biere hin und her geschickt. Natürlich lässt man auch gewisse Kommentare dazu fallen, dass einer der drei Kellner gelangweilt wirkt und immer nur das leere Geschirr mitnimmt. Logisch. Die Szenen trugen sich also so noch etwa 1,5 Stunden zu und Romy wurde innerlich immer kleiner auf ihrer Bank und machte sich schnellstmöglich mit dem bestellten Essen der Freunde auf den Weg, als man lautstark versuchte noch die obligatorischen Freischnäpse nach dem Zahlen zu ergattern, die mit Kirschsaft gemischt waren – Ouzo und Saft, sehr lecker übrigens, aber kein 100% Schnaps.. kann man schonmal was sagen.. Geschenker Gaul und Mal, da war was.
Ich gab dem Kellner für das bestellte Essen der Freunde, zu denen ich dann ging, etwa 20% Trinkgeld, weil ich nicht sicher war wie viel er denn von meine Großvater bekommen würde und weil ich finde, dass er weitaus mehr verdient hätte.
Wieso schreibt sie hier so über ihre Familie, wird sich der ein oder andere fragen. Na ganz einfach, weil es mir unglaublich peinlich war! Weil ich dieses Benehmen, was ja auch viele andere Menschen Kellnern gegenüber an den Tag legen, zutiefst respektlos finde. Nur weil es meine Familie ist muss ich das nicht gutheißen.. Wenn ich Essen gehe habe ich in der Regel Zeit; sonst würde ich nicht ausgehen – es ist also nicht notwendig den Kellner hin und her zu scheuchen als müsse man in fünf Minuten wieder los. Besonders in vollen Lokalen dauert es nun einmal. Jeder weiß doch von Zuhause, wie lange manche Arbeitsschritte dauern..
Bitte bringt dem Servicepersonal etwas Respekt entgegen, sagt Bitte und Danke, hetzt sie nicht hin und her, wenn Ihr eine große Gruppe seid gebt Sammelbestellungen auf, Lächelt ihn oder sie an und achtet darauf, wie viel er gerade um die Ohren hat und ob Euer Wunsch nicht vielleicht noch fünf Minuten warten kann, ruft ihn heran durch ein nettes Lächeln und kurzes Handzeichen – brüllt nich durch das Lokal und bedankt Euch mit Trinkgeld.. auch wenn es nicht verpflichtend ist. Wenn Ihr zu den Menschen gehört, die sagen „Das ist sein Job, da muss er durch“ fragt einfach mal, ob Ihr einen Tag mal mitarbeiten könnt – versetzt Euch in seine Lage, im wahrsten Sinne. Dann sind solche Familienfeiern auch nicht beschämend für jene, die nicht einfach aufstehen und gehen können.. sie wollen vielleicht noch einmal dort hingehen ohne negativ wiedererkannt zu werden.

***

Recently, in an restaurant, the family yelled at the waitress „Hey, here.. c’mon!“ and I was like „Oh nooo!“…
Dudes, if you want a have a waiter all for yourself get a butler. If you can’t pay a butler, please show a little respect to all the waiters in restaurant, cafés or anywhere else. This job is not easy – esp. not while full house.
The scene: Romy, late after a long day, went to the restaurant where the rest of my family has already eaten. Romy got told ceveral time to order some food, but Romy didn’t want to eat that late – but that didn’t care. So, what they did was yelling at the waiter to come even though he had a lot of other clients. I got told to order something to drink five time but I didn’t want to yell for him. Romy had chosen the least evil for that time, calories and my incompatiblenesses. The waiter came along out table with hands full of work and someone stopped him. I told him to go further and do his work ad come back if he’s ready, but he took my order. I was told again to order something to drink – I already did, but after 30 sec. still not having it. I got my food and while I was eating alone the waiter was stopped and hurry-scurry for one beer one after one. Of course, there was the need to make some jokes of the one who looked a little bit bored and who only got the dishwashes. This scene kept going for 1,5 hour and Romy became smaller and smaller on her seat. I ordered the food for my friends as fast as possible to leave that scene while my family started to aske for the free shots after paying – stidently.
The waiter got 20% tip for the food of my friends, because I wasn’t sure how much he got from my grandfather and he really deserved it. Why is she writing in that way about her family, some of you might wondering. Because it was fucking embarrassing! Just because it’s my family, I do not have to suffer that kind of behaviour and I know a lot of more people acting in restaurants in a similar way.
While going to a restaurant I know to need some time. I wouldn’t go if I want to leave after five minutes. There is no need to shoo the waiter. As more guest they have as longer it takes time – everybody knows that.
Please be kind and friendly to waiters and show some respect, say please and thanks, don’t shoo him, collect your orders if you are in a bigger group, smile at him and have a look at his stresslevel – you could wait five minutes, don’t yell at them – smile, give a little sign and give a tip, even though it’s not binding. If you are one of those people thinking it’s ok because it’s his job, please ask for a day to try the work and see how it is – walk in his shoes, literally. After that it’s maybe not that embarrassing to peolpe being there with you; probably they want to go there again without getting recognized negativly.

4 Gedanken zu “{Sonntagskolumne} Respekt kostet nix

  1. Ich kapiers auch einfach nicht. ‚Ist ja auch mein Job‘ ist mittlerweile sogar ein Satz, den ich mir oft vorsage, wenn ich dank ordentlicher Überlastung mal wieder nicht alles geschafft habe und ich von meinen Auftraggebern mal wieder darauf hingewiesen wurde, was alles fehlt, nicht läuft, etc. Und das ist doch eigentlich traurig. In meiner -vlt auch naiven Denkweise- gehe ich einfach davon aus, dass jeder sein Bestes gibt, Fehler nicht absichtlich macht und eben macht, was er kann.
    Obs jetzt in meinem Fall ist, Planungen und organisatorische Sachen für einige größere Projekte gleichzeitig. Oder eben in einem Lokal, das aus allen Nähten platzt, nicht sofort sämtliche Getränke und das Futter aufm Tisch steht. Oder wenn Schwestern im Krankenhaus sich einen abhetzen und nicht sofort angerannt kommen können, weil sie gerade bei einem anderen Patienten sind.
    Ich habe das Gefühl, die Zeit wird immer ’schneller‘ und alle immer hektischer und genervter, keiner hat mehr Zeit für irgendwas, geht mir ja auch oft so. Ich bemühe mich immer um ein ‚Danke‘, ein Trinkgeld oder auch einfach mal ein Lächeln. Das bewirkt schon viel…
    Liebe Grüße, Katha

    • ich muss bei sowas immer an die folge von how i met your mother denken wo barney und robin in kanada sind und sie kaffee kaufen und die kassiererin denkt sie sei amerikanerin weil sie weder danke sagt noch bitte.. ich denke, wir gewöhnen uns so ein verhalten viel zu schnell an – gott sei dank kann an sich auf alles wieder abgewöhnen

  2. Ich sehe das genau wie du, ich sehe das ja täglich bei mir im Job.
    Die Leute meinen auch immer, dass ich da eben durchmuss, aber bei allem Respekt, wenn ich von drei Familien an der Kasse vollgequatscht werde, weil wir ja keine riesige Info am Eingang gibt die man fragen könnte, man fragt lieber die volle Kasse, die Mutter zum vierten Mal irgeneinen Unsinn am Kartenlesegerät verzapft, weil die eigentlich nur mit ihren Kindern beschäftigt ist, ich von der Seite gefragt werde, ob ich auch nochmal an der selbstbedienkasse gucken kann (wenn Sies net könne, lassen Sie es doch einfach), dann nebenbei am Telefon hänge, weil ich ne Artikelnummer erfragen muss und dann fragt mich der nächste Kunde, warum das so lange dauert und warum ich denn so unfähig wäre. Na danke auch 😀

    Dann kommm ich in meine Abteilung zurück und alles liegt auf dem Boden.
    Ja die Leute haben leider kein Benehmen, vor allem samstags beim einkaufen oder essen gehen nicht! 😀

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