{Food} Was ist eigentlich der Unterschied – Allergien Spezial

unverträglichkeiten

Es ist gerade in den letzten Jahren zum Trend geworden bestimmte Dinge der Ernährung zu verteufeln: vor zwei Jahren waren es die Kohlenhydrate, letztes Jahr wurden alle zum Veganer und dieses Jahr verträgt gefühlt 80% der Weltbevölkerung kein Gluten mehr. Die Industrie freut sich – Kann sie doch durch die gekennzeichneten Spezialprodukte ordentlich Reibach machen.

Doch diese Trends schaffen auch ihre Vorteile – Echte Unverträglichkeiten werden endlich entdeckt und den Betroffenen nach meist jahrelangen Problemen endlich geholfen. Wer ständig mit Bauchschmerzen, Grummeln und dem flotten Otto zu kämpfen hat, freut sich endlich mal etwas über dieses Biest Gluten zu erfahren. Jetzt mal ganz ehrlich und Hand hoch: Wer von Euch kannte überhaupt dieses Stoff bevor er „in aller Munde“ war?

Doch ist eine Unverträglichkeit auch immer eine Unverträglichkeit in diesem Sinne? Was tun, wenn der Allergologe sagt „Eine Allergie kann ich nicht erkennen!“ und was heißt eigentlich vegan, gutenfrei und das alles? Ich werde nicht auf alles eingehen; es gibt natürlich noch viel mehr, aber die meisten zur Zeit behandelten Probleme wollen wir mal etwas genauer beleuchten.

Lebenmittelallergie

Lebensmittelallergien umfasst eigentlich alles, was irgendwie mit einer echten Allergie im Bezug auf Lebensmittel, die wir zu uns nehmen, zu tun hat. Eine Lebensmittelallergie ist von einer Unverträglichkeit klar zu unterscheiden. Allergien zeichnen sich durch eine klare Überemfindlichkeit auf irgendwelche Stoffe aus der Nahrung aus. Wie sich die Allergie zeigt, welche Reaktionen es gibt und was danach passiert, unterscheidet sich bei jedem individuell. Eine Allergie ist vergleichbar mit einer Vergiftung. Der Körper reagiert auf diesen Stoff. Das Immunsystem versucht sich gegen diesen Stoff zu wehren, als wäre er ein Krankheitserreger.

Allergien können durch verschiedene Tests beim Arzt genau nachgewiesen werden.

Lebensmittelunverträglichkeit

Unverträglichkeiten sind eine Art Möchtegernallergie. Hier ist es nicht das Immunsystem, welches reagiert, sondern der Stoffwechsel wird tangiert. Fehlen beispielsweise Enzyme zur guten Umsetzung der Nahrung ruft das bei uns Reaktionen hervor. Bei Unverträglichkeiten hängt es auch oft davon ab, wie viel des Stoffes man zu sich nimmt. Nicht immer muss eine Reaktion erfolgen.

Festgestellt können Unverträglichkeiten häufig nur durch Trial&Error.

Kreuzallergie

Kreuzallergien sind die eigentlich schlimmsten Allergien, die man haben kann – nach meiner Erfahrung. Kreuzallergien sind vielen durch Heuschnupfen bekannt. Ich bin beispielsweise bei den eigentlich Allergien gegen Gräser, Pollen, Tierhaare und Pilze zwar positiv getestet, reagiere aber kaum darauf. Dafür habe ich bei den Kreuzallergien ganz tief in den Topf gegriffen. Das besondere bei ihnen: Wenn durch eine Therapie die Hauptallergie, also zum Beispiel die Allergie gegen Pollen, beseitigt werden kann, verschwindet auch die Kreuzallergie.

Worauf ist man denn da dann so allergisch? Die Kreuzallergie zeichnet sich dadurch aus, dass Produkte mit ähnlicher Zusammensetzung Reaktionen hervorrufen können. Ist man gegen Pollen allergisch, machen einem gerade die Bäume wie Obstbäume, Birke oder Haselnuss stark zu schaffen. Fliegen die Pollen nicht mehr kann es zu Reaktionen auf deren Produkte kommen: Kern- und Steinobst (Äpfel, Birnen, Kirschen, Pfirsische, etc.) oder auch sämtliche Nüsse. Bei den Gräsern ist es ähnlich. Probleme können sich dann hier aus den daraus entstehenden Getreiden entwickeln. Auch bei Tierhaaren gibt es Kreuzallergien. Ich bin beispielsweise gegen Kuhhaare allergisch – das hat schon zu so manchem Scherz geführt – macht mir aber den Verzehr von Rindfleisch und Milch recht schwer. Ferner bin ich auf jegliches Meeresgetier und Algen nicht gut zu sprechen. In Folge dessen kann es Probleme mit Tierfleisch und Eiern geben, wenn an diese Tiere Fischmehl verfüttert wurde.

Kreuzallergien müssen nicht auftreten! Bei manchen sind sie auch nur sehr gering und werden kaum wahrgenommen; eine Kommilitonin von mir kann allerdings nicht einmal Bananen oder jegliches Obst essen. Auch hier gilt: Probieren geht über studieren.

Laktoseintoleranz

Laktroseintolerante Menschen leiden unter einer Unverträglichkeit – stoffwechselbedingt; Laktase heißt hier das entsprechende Enzym. Bei der Laktoseintoleranz mag der Körper den Milchzucker nicht. Mittlerweile haben laktoseintolerante Menschen eine sehr gute Auswahl an Lebensmitteln bzw. durch die kleinen Tabletten so gut wie kaum noch Probleme bei der Nahrung. Eine Laktoseintoleranz kann sich verschieden zeigen: von Blubbern im Bauch, Blähungen zu Durchfall oder auch Erbrechen kann alles möglich sein. Wer nach dem Verzehr von normalen Milchprodukten Probleme im Bauch hat, sollte das beobachten und untersuchen lassen – viele halten sich selbst für laktoseintolerant, obwohl vielleicht ein anderer Stoff Probleme verursacht hat oder der Magen/Darm-Trakt einfach gerade nicht auf der Höhe war. Wer zu viel isst, zu schnell oder unausgewogen kann ähnliche Symptome aufweisen. Manchmal hilft es auch schon die Menge zu reduzieren und nicht allzuviel Milch (in jeglicher Form) zu sich zu nehmen. Die Sache mit der Milch und dem menschlichen Körper hatten wir hier schon einmal.

Übrigens: Laktosefrei gibt es gar nicht. Laktosefreie Produkte sind eigentlich gar nicht laktosefrei, sondern einfach um das Enzym Laktase angereichert, welches dann im Produkt schon erledigt was der Körper eigentlich tun sollte. Diese kleinen Tabletten aus der Apotheke sind also sozusagen schon in den Joghurt eingerührt. Etwa 80% der Konsumenten laktosefreier Produkte bräuchten sie laut einer Studie gar nicht. Käse ist oft gar nicht so laktosehaltig oder fast laktosefrei durch seine Verarbeitung. Joghurt und sämtliche Sauermilchprodukte sind oft die meisten Betroffenen problemlos verzehrbar, da die Milchsäurebakterien die Arbeit der Laktase übernehmen und nur bei besondern empfindlichen Menschen eine Reaktion hervorgerufen wird. Wer laktosefreie Butter kauft, ohne genau geprüft zu haben, ob er das auch muss, gibt oft einfach nur verdammt viel Geld aus, denn der Laktosegehalt in Butter ist verschwindend gering. Ähnliches gilt für Zwieback oder Wurst, usw. – es ist ein ganz neuer Industriezweig entstanden, der den Produzenten richtig viel Geld bringt und die für die meisten Betroffenen gar nicht sinnvoll sind. Wer jedoch wirklich stark zu kämpfen hat und auf die teuren Spezialprodukte angewiesen ist, kann sich durch eine entsprechende Bescheinigung auch von der Kasse bei den Kosten unterstützen lassen.

Milchallergie

Von der Laktoseintoleranz klar zu unterscheiden ist die klassische Milchallergie. Das Problem ist hier nicht der Milchzucker sondern das Eiweiß. Betroffene haben oft die gleichen Beschwerden wie laktoseintolerante Menschen, leiden jedoch beim Verzehr von laktosefreien Produkten weiter. Hier gibt es die tolle Ersatzlösung Laktasetablette und laktosefreie Milch leider nicht – der Feind Milch muss gänzlich umgangen werden und auf Alternativen, wie Sojamilch (hier jedoch Vorsicht; wird manchmal auch nicht vertragen), Mandelmilch, Haftermilch, etc., zurückgegriffen werden. Oft haben kleine Kinder diese Allergie und verlieren sie im Laufe der Zeit auch wieder. Hier handelt es sich um eine klare Allergie die durch Histaminproduktion im Körper nachgewiesen werden kann und auch zu langfristigen Schäden führen könnte.

Milchallergie heißt jedoch nicht zwingend Verzicht auf alles milchhaltige. Oft werden auch hier Produkte vertragen, bei denen durch die Verarbeitung das Protein beeinflusst wird (z.B. abgekochte Milch, Käse). Durch Tests kann der Arzt eine Allergie feststellen und Hilfen geben. Was vertragen wird und was nicht muss dann oft auch einfach ausgetestet werden.

Eiweißunverträglichkeit/-allergie

Die Eiweißunverträglichkeit ist ähnlich zu behandeln wie die Milchallergie – leider haben die Betroffenen hier nicht nur Probleme mit dem Milcheiweiß, sondern mit sämtlichem tierischen Eiweiß. Fleisch, Milch, Eier.. alles schwierig. Das Eiweiß kann vom Körper nicht schnell genug abgebaut werden und so können sogar giftige Stoffe entstehen; beispielsweise Leichengifte oder Krebserreger. Wer lange Probleme ignoriert kann die natürliche Schutzschicht des Darms schädigen, was dazu führt, dass diese Substanzen vom Körper absorbiert werden.

Durch einen Urintest können diese Fäulnisstoffe nachgewiesen werden und Erfolg oder Misserfolg einer Therapie nachgewiesen werden. Wie bei den anderen auch: Alles kann nichts muss – manchmal werden die einen Dinge vertragen, andere bereiten Probleme.

Zölliakie / Glutenunverträglichkeit

Glutenunverträglichkeit und Zölliakie sind klar voneinander zu unterscheiden. Bei der Zölliakie handelt es sich um eine Allergie (Immunsystem) und bei der Glutenunverträglichkeit um eine bloße Reaktion (Stoffwechsel). Die Allergie kann soweit führen, dass Betroffene wie bei einer Pilzallergie schon kleinste Sporen als schädigend empfinden können. Das führt dazu, dass die Benutzung eines Brettchens zum Schneiden von Brot trotz Abwasch schon Probleme bereiten kann, wenn normales Brot und Spezialbrot darauf verarbeitet wurden. Menschen mit Unverträglichkeit interessiert das nicht wirklich: die Mengen an Gluten sind derart gering, dass sie oft sogar einfach einen normalen Keks essen können, ohne Probleme zu bekommen. Die Menge macht es auch hier wieder.

Wie kann ich nun feststellen, was ich habe?

Die Symptome sind bei allen Unverträglichkeiten / Allergien ähnlich: der Magen/Darm-Trakt macht was er will. Wenn es sich nicht beim Arzt genau bestimmen lässt, worum es sich handelt hilft nur das Ausschlussprinzip. Jede Mahlzeit wird notiert und danach festgehalten, wie es dem Betroffenen geht. Hat er morgens beispielsweise ein Brötchen mit etwas Wurst und Butter gegessen und es ist nichts passiert; zum Mittag Nudeln mit Sahnesauce und danach Bauchschmerzen und Abend nur einen Rohkostsalat mit Steak, scheint es sich um ein Problem mit Milch zu handeln. Bekommt er bereits nach dem Frühstück Probleme, nach dem Mittag auch, ist aber nach dem Abendessen ohne Beschwerden, werden es wohl das Brötchen und die Nudeln gewesen sein. Generell sollte man nicht nur zwei oder drei Tage schauen, sondern über einen etwas längeren Zeitraum. Der Körper braucht einige Zeit ehe er alles abgebaut hat. Unser Immunsystem ist auch nicht immer auf voller Höhe und vielleicht haben wir uns auch einen kleinen Magen/Darm-Virus eingefangen. Ich habe immer etwa einen Monat als Zeitdauer gewählt um zu schauen, ob das Weglassen bestimmter Lebensmittel eine Besserung herbeiführt.

Vegan ist nicht laktosefrei

Wie Ihr wisst, ernähre ich mich überwiegend vegan (siehe Tierhaare/Kreuzallergie/Fisch) und ich stoße immer wieder auf das Problem, dass die Leute nicht wissen, was das heißt. Meine Mutter kommt regelmäßig mit laktosefreien Produkten an und auch meine Kollegen kaufen laktosefreien Käse zum Bürofrühstück, weil sie denken, das geht dann. Das ist ja auch ganz lieb von ihnen. Sie glauben allerdings, laktosefrei ist nur halb so schlimme Milch und doch dann nur ein bisschen unvegan.. das macht doch nichts. Sie haben sich also Gedanken gemacht und dann muss man doch sagen: Nee du, kann ich nicht gebrauchen. Wie wir bereits festgestellt haben, handelt es sich bei Laktose um Milchzucker und bei (meiner) veganen Ernährung um das Weglassen des Proteins. Eiweiß und Zucker sind nicht das gleiche! Ein „echter“ Veganer interessiert sich weder für Protein noch Zucker – der möchte einfach die Tiere nicht gequält haben und somit sind auch laktosefreie Produkte für ihn keine Alternative; die Kuh musste die Milch ja trotzdem abgeben und ihr Leben in einer engen Stallbox leben.

Fazit

Nahrungsmittel zu verteufeln ist gerade ganz modern und oft vollkommener Schwachsinn. Eine Leserin schrieb letztens in einen Kommentar, sie möchte nun auf Weizen verzichten, weil sie das Buch „Die Weizenwampe“ gelesen hat; der Herr Hildmann verdient sich gerade dumm und dämlich, weil sein Buch „Vegan For Fit“ zum Bestseller wurde und vor ihm haben die Mädels von „Skinny Bitch“ bereits einige Veganer erzeugt. Der eine verspricht ewige Jugend und Gewichtsverlust im Handumdrehen (Totaler Quatsch, btw) und die anderen machen klar auf das Schicksal der Tiere in den Mastbetrieben aufmerksam (lest „Skinny Bitch“ ruhig mal). Dann gibt es noch jene die Zucker verteufeln und mit „Zucker, der heimliche Killer“ auch diesen von unserer Nahrungsliste verbannen wollen. Sogar vor Salaten wird nicht Halt gemacht und bestimmte Salatsorten als nutzlos für die Ernährung eingestuft (armer billiger Eisberg).

Lest meinetwegen all diese Bücher – es schadet vom Prinzip her gar nichts, sich zu informieren. Lest sie aber auch kritisch. Nehmt nicht alles für bare Münze. Hinterfragt einige der Aussagen. Wer denkt, durch den Verzicht auf was auch immer abnehmen zu können, denkt nicht richtig. Warum es kurz funktioniert hatte ich Euch schon einmal hier erläutert. Ein gut funktionierender menschlicher Körper braucht eine ausgewogene Ernährung und Bewegung. Wer sich falsch ernährt und nicht bewegt, wird auch durch den Verzicht auf irgendetwas nichts reißen können – außer vielleicht ein paar Mangelerscheinungen.

Habt Ihr jedoch wirklich Probleme und wisst nicht woran es liegt, besorgt Euch so ein kleines Muttiheft und führt einmal Tagebuch. Analysiert Eure Essgewohnheiten; schreibt auch auf, wann und was Ihr an Sport gemacht habt und notiert auch die Mengen der Getränke, die Ihr zu Euch nehmt! Zu wenig Wasser führt zu Verstopfung – das hat dann mit dem Essen gar nichts zu tun. Folgt nicht jedem Trend und hört anstatt auf andere lieber auf Euch und Euren Körper. Der sagt Euch schon was er will und braucht – auch genannt: Heißhunger, aber das ist ein anderes Thema.

***

There are a lot of allergies and incompableness in out food at the moment, caused of out lifestyles and the industrial processing and maybe our hyper-hygiene-routines. But sometimes it’s not the way it looks like and some of the allergies are none.

Allergies are based in our immune system and simple incompablenesses pending to the metabolic system – two very different things! To understand the problems our bellys sometimes have, we need to understand the differences and what happens in our bodys.

Milk is often a big problem for a lot of people. If you don’t come along with lactose (the milk sugar) or the milk itself (the protein) depends on allergies or incompableness. You could check that with a doctor. Similar with wheat and gluten – gluten allergy and gluten incompableness is not the same! The first one is very serious, the other one depending on the amount of gluten you eat. Another problem are crossallergies – depending on another allergy, like pollen, grasses or animals. For example: I have problems with milk caused of an allergy in cow hair or eggs and chicken which have been given fish flour. The crossallergies don’t exist by themself.. if you can cure the basis allergy the crossallergy will pass by as well.

It’s a trend to quit with some products and hope for a better life, but that’s not how a good diet works. There are a lot of books like „wheat belly“, „vegan for fit“ or „skinny bitch“ telling us how to eat better, but seriously, only your body is the one who knows how to feed you! If you really have problems after some meals, try to notice what you had, the drinks and the sports you did and analyse it (maybe with your doctor) and try to find a reason – but don’t start eating with diet products just because a book said so!

 

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