{Lifestyle} „Und wenn doch erst der Richtige kommt…“

biglove

Kennt Ihr diese Dauerbrennerthemen? Themen, die immer wieder aufkommen und bei denen Ihr immer wieder die gleiche Platte laufen lasst und immer wieder die gleichen, ätzenden Kommentare erhaltet?

Ein Dauerbrennerthema bei mir ist die Sache mit dem „festen Freund“. Ich bin kein Beziehungsmensch; nie gewesen. Ich habe es probiert und fühle mich als Single einfach wesentlich wohler. Es passt zu meinem Wesen besser. Doch dann gibt es ja diese Menschen, die genau wissen, was gut für mich ist und wie mein Leben sein sollte.

Jene Menschen, die ihre Sätze beginnen mit: „Wir sprechen uns mal in ein paar Jahren wieder..“ – na hoffentlich. Es kann doch gar nicht sein, dass man das Alleinsein mag. Es geht doch nicht, dass man keinen Partner haben möchte. Wie kann man denn auch noch offen zugeben, kein „wir“ werden zu wollen?

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Frauen sind doch ohnehin permanent auf der Suche nach dem Prinzen auf dem weißen Gaul, der sie aus ihrem Aschenputteldasein rettet und ihnen die Blutdiamanten zu Füßen legt. Nun kann ich doch nicht daherkommen und sagen, dass ich weder so einen eitlen Gockel, noch ein weißes Pony und schon gar keine Klunker haben will, weil ich auch viel zu faul bin um in der Asche ein paar Erbsen rauszupopeln.. gibt es halt Möhren!

single

Richtig, ich kann nämlich an der Situation nichts ändern. Ich muss mir ja irgendwie die Situation schön reden, dass mich keiner haben will.

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Natürlich sind die meisten Menschen auf der Suche nach dem richtigen Partner. Logischerweise. Der Mensch ist ja kein Alleingänger; er konnte nur gemeinsam überleben und so ist es auch heute noch. In unserer Kultur bekommen wir schon von klein auf eingebläut, man müsse in einer Partnerschaft leben, monogam und verheiratet. Wir fragen Singles, wann sie denn endlich mal einen Partner haben. Wir beäugen Polygamisten wie Außerdirdische und Paare, die seit Jahren zusammen sind müssen sich bei jeder Familienfeier erneut der Frage nach der Hochzeit stellen. Wir haben eine ganz bestimmte Vorstellung, wie ein Leben zu sein hat. Erinnert Ihr Euch an diesen Artikel: „Die hat’s richtig gemacht“ – ich mache es immer noch falsch und werde mit jedem Jahr überzeugter von meinem Fehlverhalten.

Es ist ja nicht so, als würde ich keinen an meiner Seite haben wollen. Ich habe überhaupt kein Problem damit, so ein nettes breitschultriges Menschentier regelmäßig zu treffen. Ich bin aber auch so ehrlich gleich zu Beginn zu sagen, dass er von mir nichts ernsthaftes zu erwarten hat. Ich will keine Eltern kennenlernen. Ich will keine Zukunftspläne schmieden. Ich will keine Kompromisse eingehen oder auf jemanden Rücksicht nehmen in meinen Entscheidungen. Ich will nicht mein Bett teilen müssen. Ich will auch nicht zu Freunden fahren nur weil es seine sind. Ich will niemandem treu sein müssen.

Ich sehe eine feste Partnerschaft, wie wir sie in unserer Kultur verstehen, als einengend an. Für mich. Ich weiß, dass viele darin aufgehen und sich erst dann vollständig fühlen – ich nicht. Ich finde mich so alleine schon super und brauche da jetzt niemanden, der mich komplett macht. Ich kann jemanden gebrauchen, der mich ergänzt und mir die entsprechenden Freiräume lässt. Ich kann aber nicht von jemandem verlangen, sich all meinen Launen hinzugeben, seine eigenen Bedürfnisse komplett zurückzustellen, zu akzeptieren, dass er mir nun einmal manchmal vollkommen egal ist. Ich möchte nach dem Studium wieder ins Ausland und hier keinen Partner sitzen haben. Ich finde, meine Einstellung ist sehr fair – ich mache niemandem etwas vor.

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Andere halten das für absolut kalt, herzlos und egoistisch. Sie versuchen mich dann wie religiöse Fanatiker auf Missionarstour von dem Konzept der Liebe zu überzeugen – ihrer Meinung nach weiß ich nämlich nicht, was das ist. Ich muss mir anhören, in zwei oder drei Jahren wird das alles ganz anders sein – biologische Uhr und so. Und wenn ich dann noch sage, dass ich gar keine Kinder haben möchte.. Lieber in Deckung gehen. Mein Liebslingszitat dazu aus der letzten Woche: „Aber dann hast du doch vollkommen umsonst gelebt!“

Natürlich kann ich nicht nie sagen. Logisch weiß ich, dass ich nicht weiß, was in ein paar Jahren sein wird. Es ist doch vollkommen klar, dass mein Leben sich jede Sekunde grundlegend ändern kann und damit auch meine Ansichten. Jeder, der geschieden ist, weiß das – man hat ja schließlich mal aus der hoffnungslos romantisch / optimistischen Überzeugung geheiratet, der weiße Gaul würde das Prinzchen nie abwerfen und man könne gemeinsam bis ans Ende des Regenbogens reiten. Doof nur, wenn die rosarote Brille von der Nase rutscht.

Nun gibt es aber in dieser Kommunikation nicht nur jene Missionare, sondern auch das genaue Gegenteil. Lässt Du einen Mann wissen, Du möchtest dich nicht fest binden, kannst Du auch gleich eine Preisliste aushängen. Ich kann mich tagelang toll mit einem Mann unterhalten und sobald ich ihm sage, wie es ausschaut, erzählt er mir entweder was von großer Liebe, reagiert vernünftig (seeeeelten!) oder (und das ist meistens der Fall) beginnt mich zu behandeln wie die Uschi vom Straßenstrich – die Kommunikation sinkt erheblich im Niveau ab, die Themen werden sehr sehr einseitig und Respekt wird nicht mehr in den Mund genommen, man könnte ja dabei spucken.

Na ja, kann ich da nur sagen.. Da ich ja den Prinzen nicht suche, können mir diese Hofgaukler auch egal sein. Ich finde es nur schade um diese sehr sinnlosen, einseitigen und belehrenden Unterhaltungen mit eigentlich jedermann. Ein simples „Ja, cool.. deine Entscheidung“ wäre als Reaktion doch mal toll. Da spricht doch eigentlich nichts dagegen, oder? Jeder einfach wie er mag, auch wenn es gegen die eigene Überzeugung ist.

Wenn es ihn da draußen gibt, diesen einen, der mich endlich mal lehrt, was Liebe eigentlich ist, mir meinen Egoismus austreibt und mich zurück auf die ehrbaren Pfade des christlich monogamen Familienmenschen führt, schickt ihn hier vorbei. Kommt er weinend zurück, war er wohl doch falsch.

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Do you know all the important issues like „What’s about a boyfriend…?“ and the lousy anwers? I’m not that kind of relationship-girl; never been! I tried, for some years, but I’m much more happy as single. But there are of course a lot of persons knowing better than me how my life should be. I really love those who are starting a conversation with „Let’s talk again later…“ – hopefully. It’s not possible not trying to find Mr. Right and become an „us“.
Acutally, women are always searching for the prince on a white horse saving them out of their cinderella life and presenting them some blooddiamonds.  Well, I seriously don’t need such an vain guy getting along, a pony, I don’t like blingbling and I’m way too lazy to pick peas out of the ash – I would make carrots!
„Most single say they’re happy, because they’re not able to change the situation – with a partner everything’s forgotten!“ – Of course, I have to say that because no one wants me!
Of course, people need a partner and went on together – they just survived in history because of that. We get teached from early ages we need a partner, living monogamous and get married. Lots are confused seeing singles, polygamists or couples not marrying – their lifestyle is not what they expect. Do you remember this article about „Doing it the right way„? I’m still doing it wrong and with every year passing by I’m more convinved about doing it wrong.
Don’t get it wrong: It’s okay for me to have somebody, but I’m honest and telling them they don’t have to expect that much. I don’t want to know the mommy. I don’t want to take care of his feelings. I don’t want to think about him and making plans together for the future. I want to go abroad again and I don’t want to leave somebody. I think, that’s quite fair. I like myself alone and I don’t need somebody to feel „complete“.
Some are saying that’s cold hearded and selfish and they are often trying to teach me love like a religious fanatic at his missionary tour. I don’t want to have children and saying that is worse than I don’t want to have a boyfriend. Of course, I know life changes and so convictions do, but I never say never. Life is changing is something every divorced one would emphasize after the prince was pitched from the nag and the rose-colored glasses are broken.
But communicating that shows often the real side of men. Some become those missionaries, some are okay (very seldom) and the most transform to fucking assholes asking for a kind of price listing and acting like I’m the hooker from the next corner. Level increases, topics become very onesided and respect is nothing they use.. they could spit while saying it.
Well, I don’t care – I don’t want the prince so fuck the gleeman. It’s just so sad people are not able to have a good conversation with just an „Oh, it’s your decision, I’m fine with that!“ – is it so bad?
If you know a guy who is able to teach me love, exorcise my selfishness and shows the way back to the honorable chtistian trails of monogamy, give him my number. If he’s crying later.. it wasn’t me!

6 Gedanken zu “{Lifestyle} „Und wenn doch erst der Richtige kommt…“

  1. Hm…das erinnert mich an mich vor ein paar Jahren, da war ich genauso drauf und wollte auch keine Kinder und hab mein Singleleben voll ausgekostet. Da hätte Dein Post echt von mir sein können, ich hab genauso gesprochen: ich will nur eine Beziehung haben, wenn es nicht mit Einschränkungen daherkommt und so. Und letzendlich stellte sich heraus: ich bin wohl doch eher der Beziehungsmensch. Jedenfalls bin ich seit ein paar Jahren liiert und muss mich tatsächlich trotzdem nicht einschränken, jedenfalls nicht so, dass es mich stören würde. Aber das muss jeder für sich selber wissen und wer wäre ich, andere zu beurteilen? Wenn Du für Dich gerade so happy bist, ist das doch prima. Aber genauso wie sich Geschmäcker ändern können (gottseidank hatte ich mit 20 keine Kohle, um mir teure Möbel zu kaufen, die mir heute überhaupt nicht mehr gefallen würden), ändern sich auch Ansichten. Aber das sollte immer nur aus einem selbst heraus kommen und nicht, weil einem die Gesellschaft da einen Stempel aufdrücken möchte, ist ja klar!
    Liebe Grüsse, Sarah

    • Siehst du und bei mir hat sich diese „Schatz, können wir zusammenziehen und Kinder kriegen und für dich ziehe ich auch wohin wo ich gar nich sein will“-Einstellung geändert und ich bin froh, dass ich es damals nicht habe soweit kommen lassen.

      Ich finde ja auch, es gibt sicherlich einen Menschen, der perfekt zu uns passt und mit dem kann man dann eben auch genauso sein wie man mag und das Leben so gestalten wie man es möchte – bis der kommt, muss man sich aber auch nicht zwingend mit jedem x-Beliebigen herumärgern. „Viel Spaß mit den Falschen, bis der Richtige kommt“ und Gott sei Dank bin ich auch davon überzeugt, dass es mehr als nur einen davon gibt – wenn Du deinen gefunden hast, hoffe ich, dass es auch lange so für Euch bleib!😀

  2. ich find deine Einstellung gut! Erfrischend ehrlich!
    selber bin ich auch seit einigen Jahren Single und (außer an gaaaanz arg verregneten toten Sonntagen) vermiss ich niemand an meiner Seite. Wenn DER Eine, dann evtl. mal die Güte besitzt und an der Tür klingelt – ok…. kann man drüber reden😉
    Wenn die Lebensituation es zulässt – und man trotzdem noch sich selber treu sein kann bzw. sein Leben nicht komplett über den Haufen schmeißen muss.

    eine sehr tolle Aussage ist auch „du bist verkorkst und hast Angst vor einer Beziehung“
    hab ich Angst davor mich auf jemanden einzulassen, wo ich von Anfang an das Gefühl habe, das wird nichts? oder bin ich mir schlicht und ergreifend zu Schade, es mit „jedem“ zu probieren?

    Jeder sollte heutzutage für sich selber entscheiden dürfen, welcher Beziehungstatus /-form für einen selbst der Richtige ist.

    • Gerade zu deinem letzten kann ich nur ausholend zustimmend nicken – jeder sollte sein leben gestalten dürfen wie er es mag und auch zu dem Punkt „mit jedem probieren“ bin ich absolut dabei – manchmal frage ich mich auch, ob mit mir was nicht stimmt, wenn ich sehe, dass Leute an einem Abend jemanden kennenlernen und am nächsten Tag schon ein Paar sein können.. das ist eines der größten Mysterien dieser Welt für mich😀

  3. Ich finde mich in deiner Ansicht vollkommen wieder! Ich habe keine Lust mich zu binden, weil ich wahrscheinlich nicht an die „Filmliebe“ glaube und ich schon viel zu viele Ehen gesehen habe, die nach ein paar Jahren auseinander gegangen sind.Da ist das Singleleben doch viel entspannter und stressfreier.

    Sehr schöner Blog übrigens!🙂

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