{Sonntagskolumne} Bucket Lists oder Warum Ihr alle zu langweilig seid für diese Welt

Neulich, beim Stöbern nach potenziellen Geldvernichtungsmaschinen aka Weihnachtsgeschenken. Ich halte ein Buch in den Händen mit dem Thema, das ich in letzter Zeit immer wieder höre/sehe/lese: „Dinge die du getan haben solltest…“ und ich denke mir, kaufen oder nicht kaufen? Und ich komme zu dem Schluss „Nööö!“..

Bucket Lists sind Listen mit Dingen die man getan haben sollte bevor.. Bevor was ist Euch überlassen. Das Thema „100 Dinge die man im Leben getan haben soll“ oder „100 Dinge die du tun solltest bevor du erwachsen bist“ scheinen die Ice-Bucket-Challenge oder der Gruppenzwang des Winters 2014/15 zu sein. Je nachdem wer diese Liste erstellt hat finden sich dann solche Dinge wie „schlafende Kühe umschubsen“, „in einen aktiven Vulkan gesichert mit einem Haushaltsgummi bungeejumpen“, „Selfies vom Meilenbreiten machen“ oder aber auch einfach nur „7 Kinder vor dem 25. Geburtstag zeugen“. Sinn und Unsinn einer solchen Liste entscheidet sich mit ihrem Verfasser. Was jedoch auffällt: oft kommen bei diesen „100 whatever bevor du abnippelst“-Listen schlimme Gefühle auf. Überlegt doch mal: Da stehen Dinge drauf, die unglaublich cool sind, gefährlich, spannend, abenteuerreich, Ihr könntet Euer Leben im Moment des ultimativen Glücks verlieren.. doch dann steht da auch so etwas wie Kinder zeugen; Familie gründen; Haus bauen und eine Frau glücklich machen indem man ihr einfach nur ein Stück Altmetall an den Nachbarn des Stinkefingers drückt. Ja wie soll das denn gehen?

Welcher Mensch mit gesundem Menschenverstand, normalem Bildungsweg, Einkommen und Tagesablauf kann denn sowas? Wer ist denn in der Lage zum Machu Picchu zu pilgern, in einem Kloster ein paar Monate mitsamt Schweigegelübte zu chillen, die Road 66 mit der Harley entlangzudonnern, AIDS zu heilen und auch noch dabei Familie zu gründen.. und für die auch da zu sein? So ein hübschen Reihenhäuschen mit weißem Gartenzaun und Kiesauffahrt möchte bezahlt und gepflegt werden; die Kinder sollen ein sorgenfreies Leben haben und die Frau nicht arbeiten müssen. Wie erlangt man denn diesen Status noch in einem zeugungs- und gebärfähigen Alter, wenn man vorher die Welt bereist hat, mit einem Rallyewagen von Paris nach Dakar gefahren ist und in einer Rooftopbar in New York zu Silvester während des ultimativen Feuerwerks die Line seinem Lebens gezogen hat?

Was ist denn, wenn man seine Bucket List nicht schafft? Ist das jetzt das Tor zum Paradies? Fragt der bärtige Alte da oben auf der Wolke nicht mehr nach guten Taten und Sünden und dem ganzen Käse? „Wie viel hast du abgehakt? – Was? Nur 59%? Dann bist du durchgefallen; 60% musst du erreichen um zu bestehen! Ab mit dir zur Ellermutter!“ und schwupp find’ste dich inmitten von unzulänglichen langweiligen Familienvätern wieder, die zwar eine wunderschön gepflasterte Einfahrt und einen polierten Mercedes vorzuweisen haben, jedoch niemals das rote Tuch vor einem Stier geschwungen oder ein selbstgeklöppeltes Kugelschreibertinte-Muttis-Nähnadel-Herz auf den Arsch tätowiert bekommen haben. Was macht der olle Deibel denn mit denen? Kochtipps austauschen? Und was steht eigentlich auf seiner Bucket List?

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Recently, while I was searching for some money dasher aka christmas presents. I had found a book dealing with an issue I see/read/here everywhere: „Thinks to do before…“ Buy or not to buy? „Nooo?!“..
Bucket lists are lists with things you have to or want to do before.. before depends on you; 30, marriage, death.. It seems all those „Things to do befor you die“ or „Things to do before you are an adult“ seems to be the Ice Bucket Challenge or group pressure of winter 2014/15. The content depends on the one who wrote it: „Push down sleeping cows“, „Bungeejuming into an active vulcano secured with a simple kitchen elastic“, „Making selfies with your butt“ or „conceive 7 children before turning 25“. Sense or nonsense depend on you. But one thing is always obvious: those „100 whatevers to do before you peg out“ are ridiculous. Think about it for a moment: The most things are adventurous, cool, exciting, you could die in a moment of total happiness.. but there are things like children, family, house and making a woman happy with putting her a piece of scrap metal beside „the finger“. How the hell should that work?
Which person with a common sense, ususal education, income and daily life is able to do all those things? Who could pilgrimage to Machu Picchu, take a time out in a monastery or drive along the Route 66 with a Harley, find a way to fight AIDS and… have a family? A cute townhouse with white garden fence and a nice gravel driveway wants to be paid, kids shall have a good life a the wife don’t wants to work. How shall you get that status whithin a fertile and prolific if you have to travel the world, win a race Paris-Dakar and sniffing the line of your life at new year’s in a roof top bar in New York before?
What happens if you can’t do it? Is a bucket list the gate to heaven? Changed the bearded old man above on his cloud from sins and good will and all that stuff? „How much did you tick? What? 59% You need 60% to pass! Down with you – go!“ and presto you’re beside boring family guys with paved driveways and Mercedes who had never the chance to sway the red flag in front of a bull or get a self made tattoo with ballpen ink and a hot needle on their asses. What is the devil doing with them? And what does the devil write on his bucket list?

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