{Sonntagskolumne} Des Faulis kleine Schwester

Neulich, „Hast’e schon wat jemacht?“ und ich so „Nööö?!“..
Es ist Klausurenzeit und – nun, eigentlich sind schon 4 von 6 Klausuren rum und ich muss noch zwei schreiben plus ein Essay. Also bis Mittwoch. Das Essay habe ich zumindest schon einmal angefangen – 15% habe ich 😉

Jetzt bin ich ja leider von purer Faulheit getreten und das wird mit jedem Semester schlimmer. Ich habe im ersten Semester Bachelor tatsache noch freie Zeit genutzt um Dinge nachzuarbeiten und für die Klausuren zu lernen. Da habe ich sogar vor Weihnachten damit begonnen für die Klausuren Ende Januar zu arbeiten. Dann ließ das schon massiv ab. Mittlerweile habe ich es soweit geschafft, dass ich sogar zu faul bin die Skripe der Dozenten auszudrucken und anzuschauen. Ich habe ein Skript ausgedruckt, den Rest nur partiell und angeguckt habe ich sie dennoch nicht. Nicht nur, dass ich der Umwelt etwas gutes tue und die Skripe nicht anfasse und somit einiges an Papier spare, ich bin schon froh, wenn ich zumindest einen Tag vor der Klausur den Stoff anschauen kann.

Das Können liegt dabei ja gar nicht an mangelnder Zeit, obwohl ich dieses Jahr wirklich schlecht getimed habe – normalerweise kann ich drei Wochen am Stück frei machen – es ist schlichtweg die fehlende Motivation mich hinzusetzen und des Mist durchzugehen!

Ich schlafe gemütlich aus und Ihr wisst, ich bin niemand der schnell in die Gänge kommt. Vor Mittag passiert hier also rein gar nichts. Nachmittag sieht das immer wie folgt aus: Den Schreibtisch lasse ich dieses Semester links liegen und packe mich auf die Couch. Erst einmal zudecken – wird ja sonst kalt und man darf ohne Decke über den Beinen nicht auf einer Couch sitzen; so will es das Gesetz (als Juristin muss ich Vorbild sein, was das Gesetz angeht). Dann nehme ich mir den Laptop und checke Mails. Und dann nehme ich mir mal das aktuelle Hefterchen, bestehend aus einem Papiersammelsorium, zusammengehalten von einem Aktendulli. Natürlich habe ich die Blätter erst vor ein paar Tagen zusammengeheftet. Ich versuche also auszuloten, was wichtig sein könnte. Der neuen Medien sei Dank kursieren natürlich alte Klausuren in der Hochschule, die von den Dozenten aus ebenso purer Faulheit kaum bis selten geändert werden. Das erleichtert die Sache schonmal ungemein! Und dann geht es los. Meine Augen sehen die Blätter, die Schrift, die Formeln, Paragraphen und Rechnungen und mein Gehirn tanz Limbo.. „How low can you goo…?“ – erst wenn mein Gehirn die Limbostange mit seinem vermutlich ebenso dicken Bauch wie meinem heruntergerissen hat oder einfach nach hinten in den Karibiksand geplatscht ist, kann die Konzentration losgehen. Ich entscheide blitzschnell ob ich eine Aufgabe bearbeiten möchte oder Mut zur Lücke beweise. In der Regel hängt es vom Arbeitsaufwand ab. Müsste ich aufstehen und einen Taschenrechner holen? Müsste ich einen Gesetzestext aus dem Regal holen? Müsste ich erstnhaft nachdenken? Alles Ausschlussgründe.

In Klausurzeiten wasche ich viel mehr ab als sonst und auch die Wäsche wird öfter mal aufgehangen, zusammengelegt. Ich hatte sogar mal wieder etwas gezeichnet. Ich habe seit bestimmt 10 Jahren nicht mehr gezeichnet! Es gibt so viele Dinge, die man tun kann, wenn man etwas anderes tun sollte! Es ist der Wahnsinn. Gar mystisch!

Wäre ich ein Student, der nicht in den Vorlesungen trotz Ablenkung noch etwas mitbekommt, wäre ich wohl schon längst exmatrikuliert. Müsste ich ernsthaft nacharbeiten und regelmäßig die vorgesehene Lernzeit Zuhause investieren, ich wäre vermutlich schon längst wieder zurück in die Bank gegangen. Das würde ich nicht über’s Herz bringen. Mal eine Woche im Semester die Freizeitaktivitäten auf ein Minimum reduzieren, da gehe ich mit – aber das ganze Studium über? Ich bin im Master. Mit Bachelor wären das 5 Jahre!

Ihr kennt doch sicher die 80/20 oder auch 70/30-Regel? Nicht? Sie besagt: Ihr schafft 80 bzw. 70 Prozent der Arbeit in 20 bzw. 30 Prozent der Zeit – der Rest ist Detailgefummel. So kann man mein Studium eigentlich beschreiben. Ich gebe mich mit 80% zu Frieden solange ich nur 20% investieren muss. Habe ich Lust und Zeit gehe ich auch über 80%.

Zweimal im Jahr erhascht mich die Erkenntnis, dass ich einfach noch Studentin bleiben muss – meine Bereitschaft Arbeiten zu erledigen auf die ich keinen Bock habe, ist bei weitem noch nicht ausgeprägt genug! Da muss noch einiges passieren. Aber das ist wie mit dem Kinder kriegen. „Hälst du es in den Händen, sind alle Schmerzen vergessen!“ – sind die Noten erst einmal da, ist mir scheiß egal, dass ich vorher Zeitprobleme hatte! In diesem Sinne werde ich mir morgen ein Semester Wissen im Unternehmenssteuerrecht einprügeln, Dienstag Wissen zum Insolvenzrecht und Abends vor dem Fernseher und am Montag das Essay schreiben, welches spätestens am Mittwoch abgegeben werden soll.

Ich wäre das ideale Opfer. Ich bin in den Augen eines Strebers undankbar für die Möglichkeiten die ich habe und nutze mein Potenzial nicht ausreichend. In einer kranken Welt würde ich mich in der heruntergekommenen Nasszelle eines Strebers mit Minderwertigkeitskomplexen wiederfinden, angekettet an die Jan-Niederle-Reihe mit der Aufgabe, eine Woche durchzupauken. Schaffe ich das nicht, verliere ich zwar nicht mein Leben, muss aber beim finanziell angeschlagenen Weltkonzern McDonalds an der Kasse arbeiten bis sie Kurzarbeit anmelden. Jigsaw – ich krieg dich!

safe

***

Recently, somebody asked me „Did you already started?“ and I said „Nooo?!“…
No, I haven’t done anything for the upcoming exams and the essay, yet. I’m simply too lazy. And I am too lazy to translate the text above – In short: I become more lazy each semester. I am doing my Master’s now and I am fine with 80% if I just have to invest 20% of my time – I am a really bad student and a Nerd-Jigsaw would definitly bother me for beeing unthankful for my possibilities. Three days to go; two exams (4 are already done) and one essay to write. Deadline: Wednesday / 2015-01-28 / 12:00 pm!

 

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