{Lifestyle} Trendcheck – Saft Kur

2015 scheint das Detox-Saftkur-Jahr zu werden. Keiner kaut mehr; jeder schluckt nur noch. Aber warum? Was ist an einer Saftkur besser als am Heilfasten/Suppenfasten/etc.? Bringt es überhaupt was? Und wie sieht es aus mit Zuckerschock?

Das alles habe ich mich auch gefragt und einfach mal ausprobiert. Dazu habe ich nicht eine der vorgefertigten Saftkuren für etwa durchschnittlich 50 Euro (3 Tage) im Internet bestellt. Das muss doch auch alleine gehen.

For a short english version, please see below.

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Dem Versuch ging ein Obsttag voraus. Das soll dem Körper helfen sich an die folgenden Tage der Kur zu gewöhnen. Einen Tag lang gab es also nur Obst – alles was das Obstregal so hergab. Von getrockneten Früchten, wie Datteln und Feigen, über Südfrüchte und heimische Obstsorten konnte sich vieles in meiem Obstschälchen wieder finden. Da ich den Tage ohnehin auf der Couch verbrachte und mir Unternehmenssteuerrecht einflößte, hatte ich keine großen Probleme. Dank der Bananen und Datteln plagte mich kein Hungergefühl (außer zur Essenszeit). Ein guter Obststag besteht aus Früchten mit ordentlich Substanz, die füllen und wo der Kiefer was zu kauen hat; richtig guten Vitaminbomben und Geschmacksfavoriten. Wer im Besitz einer Saftpresse ist, kauft natürlich noch viel mehr und auch Gemüse. Ich habe keine und mich daher auf Obst beschränkt, das a) entweder in der Menge an dem Tag verdrückt wird oder b) lange genug hält um auch nach der Kur noch gegessen zu werden, wenn es den Obsttag überleben sollte.

Außerdem habe ich bereits an diesem Tag mein Gewicht notiert und den Bauchumfang gemessen um vergleichen zu können, was von Tag zu Tag passiert.

Da ich, wie erwähnt, keine Saftpresse besitze, habe ich Säfte gekauft. Wichtig ist hierbei darauf zu achten, dass es nicht die billigsten Säfte sind – diese sind meistens keine reinen Säfte, erhitzt worden und mit ordentlich Zuckerwasser angereichert. Diese Säfte tun rein gar nichts für uns. Die solltet Ihr auch so nicht kaufen.

Ich habe mich also nicht lumpen lassen und 13 Liter Saft gekauft. Im Überschlagen habe ich gemerkt, dass es prinzipiell mehr als doppel so viel ist, wie ich brauche – jedoch lassen sich verschiedene Säfte nur mit Auswahl mischen und reine Obstsäfte sind jetzt auch nicht das Gelbe vom Ei. Sie werden ihre Verwendung schon finden.

Ich habe also den Abend des Obststages damit verbracht, mir mal ein paar hübsche Rezepte herauszusuchen und vor Allem eine Art Plan. Wie viel Saft sollte denn eine Portion haben? Wie sollte der zusammengesetzt sein und wie oft am Tag trinkt man den eigentlich?

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Ich habe 5 – 6 Mal pro Tag einen Saft mit 500 ml zubereitet. Früh 600 ml und Abend nur noch ein normales Glas mit etwa 250 ml. Die eignen sich auch super zum mitnehmen und unterwegs verzehren. Frische Säfte halten sich etwa einen Tag.  Zur Not gehen auch zwei, aber dann solltet Ihr sie spätestens getrunken haben.

Man sollte den Saft nicht einfach hinterschütten, sondern schön Schluck für Schluck trinken.. bisschen Zeit lassen, schmeckt auch besser. Zwischendrin gibt es stilles Wasser und ungesüßten Kräutertee. Ich gehöre zu jenen Menschen, die etwas warmes am Tag brauchen mit kräftigem Geschmack; da reicht so ein Tee nicht. Gemüsebrühe kommt da genau richtig; auch die schön Schluck für Schluck in aller Ruhe.

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Insgesamt wird der Körper also mit viel Flüssigkeit gefüttert, was uns auch die Frage beantwortet: Warum Detox? Entschlacken? Oder wie man es nennen möchte?

Der Körper, besonders der Darm, wird mal richtig ordentlich durchgespült. Der Vorteil bei der Saftkur besteht in den Säften selber: sie sind reich an Nährstoffen, die der Körper in dieser Zeit braucht. Man kann sie auch mit Balaststoffen anreichern, aber da Weizenkleie, Hafer, etc. in der Regel nicht glutenfrei sind und ich meine Leinsamen leider entsorgen musste, fällt der Part bei mir aus.

Die Vorarbeit ist nach drei Obstsalaten. Man sollte die Kur nicht nur damit beginnen, sondern auch idealerweise beenden. Nach den Fastentagen würde man seinem Körper keinen Gefallen tun, wenn man ihn gleich wieder mit der normalen Ernährungsweise vollstopft. Der Magen braucht auch wieder eine kurze Zeit sich an feste Nahrung zu gewöhnen. Früher hieß das Zaubermittel hier Schonkost; mittlerweile heißt das glaube ich Vollwertkost. Leicht verdaulich, reich an Nährstoffen, nur kleine Mengen.

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Entlastungstag:

Ich stehe ja auf Obstsalat und je bunter desto besser. Zum Frühstück gab es einen sehr großen mit dem restlichen Sojajoghurt der noch im Kühlschrank stand. Mittag wurde er schon kleiner und mit Mandeln angemacht und Abend ließ ich dann nur noch Beeren hinein und den Rest Birne; keine Banane mehr. Extra Zucker geben ja relativ viele noch an ihre Salate, das muss aber gar nicht sein – nicht im geringsten. Zwischendrin habe ich immer mal ein paar Datteln und Cashewkerne genascht und eigentlich keinen Hunger verpürt. Appetit, ja, aber das muss man von Hunger unterscheiden lernen. Der Zucker hat jedoch auch seinen Tribut gefordert und so was mir ohnehin schon grotten schelchtem Schläfer die Nacht nicht sonderlich ruhig.

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Tag 1:

Es ist Montag und ich muss in die Uni Klausur schreiben. Ich habe vorher drei Mal überlegt, ob ich die Kur wirklich über die Klausurphase ziehen möchte und bin zu dem Entschluss gekommen, dass dies die beste Zeit dafür ist! Ab Donnerstag müsste ich wieder arbeiten; das Wochenende alleine ist mir zu kurz – in diesen letzten vier Tagen habe ich noch eine ganze Menge Ruhe und kann ggf. auch einfach Zuhause bleiben, wenn es mir nicht so gut gehen sollte. Mein Körper ist regelmäßige Fastenkuren schon gewohnt (am meisten aus medizinischen Gründen mit dem kompletten Verzicht auf Nahrung, nur Wasser – Ihr wisst, mein Körper ist ein kleines Arschloch). Ich weiß also was passieren kann und was nicht – Klausur schreiben dürfte allemal drin sein.

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Ich machte mir also früh bereits den ersten Cocktail direkt nach dem Aufstehen. Eigentlich ist es ganz einfach: Ihr mixt Euch einen Cocktail und lasst den Alkohol weg. Was anderes sind die Säfte eigentlich nicht. Alkoholfreie Cocktails. Mittag zum Mitnehmen (Ananas, Banane, Pfirsich.. gOil!), nach der Klausur direkt einen und zum Abend hin dann weniger und gemüselastiger (rote Beete, Karotte, Holunder, Apfel – kann man mal machen). Dank Rote Beete Saft, Möhrensaft oder auch Holunderbeerensaft bekamen die Drinks eine einmalige Farbe.. das spürte auch mein Shirt an jenem Tag. Holunderbeerensaft ist tief dunkelrot bis lila und wäre sicher super zum Färben geeigent. Ich bin halt ’ne Kleckerliese. Muttis Fleckenwegzeugs wird es schon richten. Die nacht war ähnlich unruhig, wie die erste und ich habe bereits Abends schon angefangen unglaublig zu frieren. Da half auch Jogginghose und Hoodie nix im Bett.


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Tag 2:

Ich hatte beim Aufstehen keinerlei Hungergefühl, schwindelig war mir aber. Kaum in der Senkrechten, war mir gleich wieder nach waagerecht. Als das Schwarz vor den Augen schnell wieder schwandt, konnte es aber losgehen. Heute ist ein Lerntag – ich bleibe also Zuhause. Normalerweise heißt es Dienstags ja „Zumbaaaa! ♫“, aber ob das passieren wird, musste ich erst einmal abwarten und schauen, was der Tag so bringt. Zum Frühstück gab es jedenfalls einen typischen Frühstückssaft: Karotte, Apfel, Orange. Dann noch ein paar verschiedene Kreationen und ruck zuck war der Tag auch wieder rum. Sport war kein Problem, aber ich hätte gedacht zumindest danach Hunger zu haben. Aber, das ist ein gutes Zeichen: Sind Magen und Darm komplett leer hat man auch keinen Hunger. Dafür habe ich mich nach dem Sport schon sehr auf meinen Saft gefreut: Banane, Orange, Ananas und Karotte. Die Nacht war wieder alles andere als ruhig. Um halb zwei war noch lange nicht an Schlaf zu denken.

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Tag 3:

Ich hatte überlegt die Kur über drei Tage + einen Entlastungstag = 4 Tage zu betreiben. Irgendwann muss ich aber auch mal schlafen und ich denke nicht, dass ein dritter Tag notwendig ist. Ziehen wir also heute ein Fazit:

Der erste Tag ist eigentlich am schwersten, wenn der Hunger noch vorhanden ist. Ab dem zweiten wird es einfacher. Kein Hunger mehr; kein Essen im Gedächtnis; alles geht wie von alleine. Die Säfte schmecken je nachdem wie man sie zusammenmischt. Gemüsesäfte natürlich nicht so schön süß; teilweise erdig; das ekelhafteste ist Sauerkrautsaft. Aber wie immer ist das ekelhafteste am gesündesten.

Das Gewicht schwankte in einem für mich normalem Wert. Zum Abnehmen sind solche Kuren ohnehin nicht geeignet. Was da an Gewicht verloren ging ist nur Wasser, kein Fett.

kurve

Wenn man damit nicht abnehmen kann/soll, wofür macht man sowas dann?

Es gibt eigentlich nur einen Grund; so heißt das gute Stück Neudeutsch ja auch: Detox. Wer einen gesunden Lebenswandel pflegt, sich gut ernährt, auch mal bewegt, die Finger von Drogen lässt, der braucht das eigentlich nicht. Aber wer sagt: „Das brauchst du nicht, wenn du dich gesund ernährst!“ der denkt recht engstirnig! Wem es so wie mir geht, der einfach regelmäßig Probleme mit der Verdauung hat, für den sind solche Entlastungstage wahre Wunder! Nicht nur der Körper erhält eine Ruhephase, auch die Psyche. Ich hatte ein „Darüber spricht man nicht“ zum Thema wie die Verdauung unsere Lebenswaulität beeinflusst überlegt; wenn Euch das mal interessiert, was in Eurem Lebens (überraschenderweise) alles nur davon beeinflusst wird, weil Ihr etwas nicht vertragt, lasst es mich wissen.

Warum sollte man eine Fastenkur nicht zum Abnehmen nutzen?

Fasten ist für den Körper eigentlich nur Hungern. Das merkt Ihr daran, dass Ihr am ersten Tag einfach enormen Hunger habt. Hungert Ihr merkt sich Euer Körper das und lagert alles was Ihr ihm danach zuführt liebensgerne in seine (und Eure!) Pölsterchen ein, falls Ihr ihm nochmal eine Dürrephase antun wollt. Ein Überbleibsel aus der Steinzeit. In der Neuzeit nennen wir das „Jojo-Effekt“. Das wird noch nicht so passieren, wenn Ihr mal ein, zwei oder drei Tage so eine Kur macht. Länger sollte es aber nicht wirklich sein. Wer danach seine Gewohnheiten und Ernährung nicht grundlegend ändern möchte, sollte von einer längeren Zeit absehen. Eine Fastenkur kann als guter Startschuss für eine Umstellung genutzt werden, jedoch nicht als Diät(ersatz).

Und wie ist es mit diesen fertigen Kuren aus dem Internet?

Wenn Ihr so eine Drei-Tage-Kur machen möchtet, schaut Euch einfach mal die Angebote an. Wer sich einen Entsafter kaufen möchte, kann das tun, für drei Tage im Jahr sollte man aber überlegen, ob die Anschaffung lohnt. Die Preise für so eine Drei-Tage-Kur liegen in der Regel um 50 Euro und sind meiner Meinung nach vollkommen in Ordnung. Natürlich würdet Ihr Zuhause alleine Geld sparen, aber so ein Entsafter würde sich erst nach mehreren Jahren rechnen, Ihr habt den ganzen Abfall, Arbeit, etc. Fertig gekaufte, wualitativ hochwertige Säfte wären hochgerechnet nicht wirklich preiswerter. Rechnet man Versand, Verpackung, Zubereitung, Vertrieb, etc. hinzu, seid Ihr preislich sehr gut bedient. Ich habe aber den Verdacht, die Saftkuren werden in Zukunft teurer werden – Nachfrage regelt den Preis!

Probiert es einfach mal aus, wenn es Euch interessiert – Euer Körper wird es Euch danken, wenn Ihr nicht übertreibt! Wenn Ihr schon eine der Kuren gemacht habt, wie waren denn Eure Erfahrungen? Auch nicht geschlafen?😀

[Seid Ihr noch unter 18 sprecht bitte erst mit Euren Eltern; bei gesundheitlichen Problemen mit einem Arzt und wenn es Euch nicht gut geht, brecht ab!]

***

I tested a juice detox diet for a few days to see, what are the benefits and why is everybody totally down for it. I started with a fruit day to help my body for the next days and it worked very well. I bought high quality juices (fruits and vegetables) in the supermarket to see, if it is necessary to buy those stuff in the internet. After two days I broke up, just because I didn’t really sleep while that phase (maybe because of the sugar) and I guss, two days are totally okay. It helps to clean the stomache totally for a restart or new diet. For people like me, with a lot of problems with the stomache, it is a great pause from all the pain, bad feelings and so on. I can definitly recomment a three day diet to you, if you want to try. Juice diets are not for those who want to loose weight; you will gain much more than you’ve lost afterwards! For a first try, order one of the diets online and give it a try!

8 Gedanken zu “{Lifestyle} Trendcheck – Saft Kur

  1. Das klingt echt gut und sobald ich nicht mehr schwanger bin, werde ich auch wieder Obsttage einlegen. Finde schon alleine das echt gut. Eine Saftkur steht aber auch ganz oben auf meiner „to do“ Liste, möchte es mind. 1x probiert haben😉

    Herzliche Grüße, Frauke von
    ekulele

  2. mega spannend🙂 ich hab einmail eine Biotta-Saftkur gemacht (gibt’s Biotta auch bei euch?). Das stimmt, der Magen gewöhnt sich daran, man hat kein Hunger.. mir war nur viel schwindelig aber sonst ging es mir eigentlich gut, schlafen konnte ich auch. Nur hatte ich sooo eine Lust auf alles! und jedes mal musste ich einen Löffel Honig nehmen, damit ich diese Lust stillen konnte😀 oooh wie ich mich auf festes Essen gefreut habe! aber weisst du was? hab’s dann echt viel mehr geschätzt. Jeden Bissen, wie im Paradies🙂

    • Mit haben die Nudeln dann auch sehr geschmeckt und während dessen die Brühe! Was herzhaftes und kräftiges war so toll! Leider habe ich gestern abend wohl einfach vergessen dass ich vorsichtiger sein muss und am eigenen Leib erfahren warum ich euch geschrieben habe ihr sollt aufpassen weil der Magen sich erst wieder umgewöhnen muss.. Strafe muss sein.

  3. Finde ich voll spannend, das mit der Saftkur, bin aber leider der undisziplinierteste Mensch, den ich kenne. Wir haben zur Einweihung unsrer neuen Küche einen Entsafter geschenkt bekommen (hätten wir uns nie selbst gekauft, aber die Frau meines Papas wollte uns sowas schenken, für was man normal selbst zu geizig wäre). Seitdem machen wir auch fleißig Saft aus diversen Obstsorten, hin und wieder auch mal Gemüse. Schmeckt (bis auf das Gurke-Karotte-Ingwer-Experiment) auch immer sehr lecker. Ist natürlich ein bisschen aufwändig, aber immerhin ist es gesund und ohne irgendwelches Zusatzzeugs.
    Rechnen wird sichs vermutlich erst mal nicht, aber solange es noch Spaß macht (ja, ist schon Arbeit) und schmeckt, is doch alles gut. Aber wie gesagt, zu so ner Saftkur hätte ich nie die Disziplin, Respekt für deine ’nur‘ drei Tage.
    Liebe Grüße, Katha

    • Liebe Katha man kann das ja auch mal nur einen Tag machen😉 ich glaube, so ein entsafter ist schon etwas tolles wenn man ihn nutzt: gesünder kann der Saft gar nicht sein!

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