{Sonntagskolumne} Aufgeben entscheidet nur der Muskel!

Neulich, im Fitnessstudio; der Trainer fragte: „Bist’e schon fertig?“ und ich so stolz „Nööö!“..
Es gibt einen neuen Kurs im Fitnessstudio – BodyWorkout; eine Art MiniBootcamp nur ohne Gebrüll. Der Trainer fragte, ob ich teilnehmen möchte und dachte wohl, ich meine es nicht ernst. Beim ersten Mal sagte er leise zu mir vorher „Das ist kein Zumba!“ – ich gebe zu, Zumba ist wesentlich angenehmer, aber ich habe durchgehalten und erntete ein „Das hätte ich nicht gedacht!“ – ja, unterschätz mich mal nicht!

Ich kann nicht alle Übungen ausführen, aber das können die anderen Teilnehmer auch nicht. Bevor ich in der Plank ins Hohlkreuz falle, breche ich sie lieber ab. Wenn beim Hanteltraining die Arme einfach nicht mehr nach oben gehen, ist die Übungsreihe für mich in dem Moment erfolgreich beendet. Bevor ich bei den Bauchübungen ins Hohlkreuz gehe, hebe ich die Beine lieber nur 2 mm als 10 cm und wenn ich bei der Hocke-Sprung-Liegestütz-5 Mal Anhocken-Übung einfach aus der Hocke nicht mehr hoch komme, dann ist das so.

Es gibt nun Menschen, die an diesem Punkt um sich schauen, sehen, dass die anderen noch können und aufgeben. „Kann ich eh nicht!“; „Ich kann nicht mithalten“; „Ich bin da fehl am Platz“ – nein, warum? Macht es Spaß? Fühlst du dich gut danach? Gehst du soweit, dass du die Übungen einfach nicht mehr ausführen kannst? Dann ist doch alles gut! Natürlich sind die anderen fitter als ich und können vielleicht den Liegestütz mit der Nase bis in den Schweißfleck auf den Boden und die können vielleicht auch mehr als zwei Mal aus der Hocke in diese elegante Sprung-Liegestütz-Beinspiel-Haltung.. interessiert mich nicht!

Bei Übungen mit dem Eigengewicht ist es doch normal, dass ich nicht so viel und lange kann. Nur, weil ich dreißig Kilo mehr als die anderen auf die Waage bringen; wenn bei den Damen nicht sogar noch mehr, kann ich doch nicht automatisch auch dreißig Kilo mehr stemmen! Ein Liegestütz mit 60 Kilo ist einfach etwas anderes als ein Liegestütz mit 100 Kilo. Und daran sollte jeder Aufgeber denken. Bin ich beim Sport um mich mit den anderen zu vergleichen und aufzugeben, weil sie besser sind oder bin ich dort, weil ich irgendwann auch mal an ihr Level heranreichen will? Von nichts kommt nichts – no pain, no gain!

Wann aufgegeben wird kann entweder ich entscheiden oder mein Muskel. Entscheide ich es, bin ich schlichtweg ein Verlierer, ohne Antrieb, selber Schuld, dass es keine Resultate gibt. Lasse ich meinen Muskel entscheiden, habe ich meinen Körper soweit trainiert, wie es physisch möglich war und weiß, wo ich beim nächsten Mal besser sein kann. Wer nicht an die Grenzen geht, kann sie auch nicht überschreiten! Auch wenn ich mit Abstand die unfitteste und dickste bin und die, die bei einigen Übungen (nicht allen!) als erste abbricht, gehe ich da weiter hin und verstecke mich auch nicht ganz hinten in der Ecke – ich stehe nämlich auf die zittrigen Beine, lahmen Arme und das Gefühl schmerzender Bauchmuskeln.. fühlt sich gleich 10 Kilo leichter an! Und von den ersten zehn Teilnehmern, waren nur noch die drei Damen beim zweiten Mal da und neu zwei Herren, die ich vermutlich beim dritten Mal dort auch nicht mehr sehen werde.. wer ist also hier unsportlich?

***

Recently, the trainer in the gym asked me „Dead?“ and I said proud as hell „Nooo!“…
A new course in gym started a few weeks ago; a kind of bootcamp without all that yelling. He asked me before the first time if I want to join and I think he didn’t believe it, but I was there and he was whispering to me „It’s not Zumba!“ – I know! It wasn’t Zumba but I didn’t quit!
Sure, I can’t do any exercises, and so are the others! Before I can’t do it the right way, I stop it. I’m holding the plank as long as I cant do it anymore without falling into a hollow back; I’m pumping as long as I can’t move on.
There are some people looking around, seeing the others still moving and deciding to quit, because they have the feeling not to fit into those courses. But why? If it makes fun and you’re happy afterwards and you gave all, it’s okay! I don’t care if I have to quit as the first one. If you’re doing some own weight exercises, it should be clear that pushups with 130 pounds are much more easier than with 220 pounds! And that’s the point where the loser seperates from the winner. Am I going to gym to compare with others and quit, because they are better than me or do I workout to become such a fucking badass like them? No pain, no gain!
To quit or not to quit is my decision or made by my muscles. If I decide to quit, I am just a loser, without any incentive, no results are my own fault. If my muscle decides, I gave all my best and know my limits which I want to break next time. Even though I am the worst and the one quitting first, I will keep going. I love that feeling of shaking legs, feeble arms and hurting tummy muscles – it feels so much lighter! From ten in the first course, just the three girls made it to the second and and two new guys I am sure we won’t see again.. so, who is unsporting now?

 

2 Gedanken zu “{Sonntagskolumne} Aufgeben entscheidet nur der Muskel!

  1. Eine tolle Einstellung zum Sport. Ich merke auch immer, dass ich mich schnell durch den Vergleich mit anderen runterziehen lasse und versuche auch es bewusst zu vermeiden, beim Sport darauf zu achten, was andere machen. Persönlich finde ich das aber oft schwierig, da man ja doch oft von einem gewissen Ehrgeiz getrieben ist.

    • Ich denke, es ist dann eine Sache von Realismus – Kann ich meine eigenen Möglichkeiten realistisch einschätzen? Habe ich mir realistische Ziele gesetzt? Ist es überhaupt realistisch die ersten Male mithalten zu können? Was ist überhaupt für mich realistisch?

      Klar hätte ich den Ehrgeiz wie die anderen die 4x 30 Sek Plank mit integrierten Beinübungen zu schaffen… aber, für mich ist es realistischer überhaupt erst einmal nur die Plank zu schaffen und an die Beine gar nicht zu denken. Und wenn ich weiß, zu welchen Stationen ich mich erst einmal hinarbeiten muss, kann ich das auch alles etwas lockerer sehen und meinen Ehrgeiz meinen Fähigkeiten anpassen.

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