{Lifestyle} Alle elf Minute verliebt sich kein Single in mich

Ich bin es und mit mir sind es auch etwa 10% der anderen in Deutschland – überzeugt von der Art und Weise und nicht gewillt, es zu ändern. Wir sind Single! Wir leben alleine seit jeher, nach einer Trennung oder gar Scheidung oder sehen einfach kein Licht am Ende des Tunnels.

In Deutschland  sind derzeit etwa 16 Millionen Menschen solo unterwegs. 8 Millionen davon sind auf Singlebörsen zugange und suchen den ein oder anderen mehr oder weniger ernstgemeinten Flirt mit eventuellem Altarausgang.

Ich weiß nicht, wie viele Jahre schon der Satz „Alle elf Minuten verliebt sich ein Single über >>hier Name eingeben<<“ über die Mattscheibe in mein Wohnzimmer drängt, aber es sind gefühlt schon 54. Rechnen wir doch einmal nach, wie viele Singles es weniger geben dürfte.

http://www.youtube.com/watch?v=4ml0ig7kwTk

Für alleine 2014 ergäbe sich:

Ein Tag hat 24 Stunden, das sind 1.440 Minuten. Das wären also pro Tag 140 neu verliebte Menschen.
Das Jahr 2014 hatte 365 Tage. Daraus ergäbe sich eine Neuverliebtenanzahl von sage und schreibe 51.100. Letztes Jahr müssten sich also 51.100 Singles verliebt haben.

Das Portal agiert seit 2001. Seit 14 Jahren verlieben sich also jährlich 51.100 Singles. Also sind 715.400 Singles weg vom Markt. Bei einem Verhältnis von fast 50% sind das 357.700 Männer. Einfach weg. Weggedated. Eingefangen. Am Rockzippel einer anderen.

Nun bleiben also nur noch 8 Millionen Onlinesingles abzüglich 50% Frauen abzüglich der vergebenen Männer: 3.285.000 Männer, die jedes Jahr weiter schrumpfen. Dabei soll ich dann noch „den Richtigen“ finden? 3 Millionen Männer in Deutschland – das ist ja nichts!

Ich habe also nur die Möglichkeit meine Erwartungen herunterzuschrauben.

Aber wo fange ich da an? Groß soll er sein, groß genug für hohe Schuhe, klein genug auch barfuß noch knutschen zu können. Idealerweise kauft er mir die passenden Schuhe auch, weil er ja Geld hat. Er ist nämlich k-l-u-k und beruflich erfolgreich; so ein richtiger Karrieremann eben. Er hat aber auch noch genug Freizeit mit mir die Welt zu bereisen und dabei lerne ich seine Freunde kennen, die an den schönsten Orten der Welt Ferienhäuser haben und uns einladen. Natürlich nur im sich zu revanchieren für die Herberge in einem „unserer“ Feriendomizile. Er besitzt nämlich mehrere Häuser und Wohnungen und so können wir immer da sein, wo gerade etwas los ist – er geht selber gerne aus. Als geselliger Typ ist er witzig und charmant, kann sich über Gott und die Welt unterhalten und schwinkt auch gerne mal das Tanzbein – aber Schlager kann er nicht leiden. Er mag Musik sehr gerne. Generell ist er ein sehr kreativer und auch gleichermaßen handwerklich begabt. Ob nun das heimische Wohnzimmer oder er selber, er legt gerne Hand an zur Verschönerung und sieht daher auch sehr gepflegt und gut aus. Dessen ist er sich bewusst, aber andere Frauen habe keine Chance. Eigentlich ist er ja auch noch Jungfrau und hat keine nervigen Exfreundinnen, weiß aber instinktiv was er tun muss um der beste Liebhaber ever ever ever zu sein. Er will nicht um Teufel komm raus heiraten und Kinder mag er auch noch keine haben. Er hat mit seinen weltlichen Gütern zu Wasser, zu Land und in der Luft genug zu tun. Davon erholt er sich auch gerne mal; bestenfalls jeden Morgen. Da spricht er nicht gerne und lässt mich lieber in Ruhe bis er mir Frühstück gemacht hat. Das hat er von seiner Mutter gelernt, die leider nicht mehr unter uns weilt und daher auch keine Familienbesuche erwartet.

Erwartungen sind da das Stichwort: was soll ich denn jetzt davon aufgeben? Das sind doch schon die Basics. Ich habe doch schon begriffen, dass der Prinz heute nicht mehr mit dem Schimmel angeritten kommt.. er fährt Audi. Und ich weiß auch, dass die Mäuse nicht zu Pferden werden und der Kürbis zur Kutsche.. ich komm auch in Lumpen und auf dem Fahrrad in die besten Clubs. Und ich bin mir durchaus bewusst, dass ein Frosch ein Frosch bleibt, ob ich ihn nun küsse, gegen die Wand werfe oder mit ihm „Will it blend?“ spiele. Märchenprinzen gibt es nicht, aber das ist auch gut so; mein Traumtyp hat zu viel Stil um Strumpfhosen zu tragen.

Frau ist sich eben selbst die nächste

Solange mein Mäuschen nun also noch auf sich warten lässt, schalte ich einfach mal den Timer aus, der alle elf Minuten den Hinweis gibt, dass es gleich soweit sein könnte und begnüge mich mit weniger. Die ersten Brücken waren ja schließlich auch noch nicht als Stahlbeton, sondern Holz, verrotteten, stürzten ein und machten Platz für das Nonplusultra.

Da muss ich jetzt einfach mal realistisch sein. Da führt kein Weg vorbei. Und ich bin da ja auch offen. Man muss es einfach positiv sehen. Bei 25.000 Singlemännern, die vom Markt jährlich weggedated werden, heißt das einfach auch 25.000 mal hat sich eine andere erbarmt und „dem Falschen“ ein Heim gegeben und dafür gesorgt, dass ich mich nicht mit ihm rumärgern muss. Irgendwann bleibt einfach nur noch die Créme-de-la-créme übrig. Wie bei der Kartoffelernte: die kleinen fallen durch das Gitter mit jedem Meter auf dem Weg zum Ende des Regenbogens und am Ende bleiben nur die großen über und da stehe ich dann mit einer Schüssel Kräuterquark.

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