{Sonntagskolumne} Das gab’s die letzten zwanzig Jahre nicht..

Neulich, kam die Frage: „Geht’s dir nicht so gut?“ und ich so „Nööö!!!!“..
Nee, mir geht’s nicht so gut. Die letzten Wochen waren eher schwierig. Das habe ich die letzten zwanzig Jahre so nicht mehr erlebt.

Erst fängt es an mit zwei Wochen Magenproblemen, nachdem wir auf einem großen Fest im Nachbardorf einen Burger aßen. Magen kenne ich; das ist schon wie Radfahren – dieses Gefühl ist so vertraut, wie der alljährliche Geschmack der Billigschokolade im Adventskalender.

Dann folgt gleich im Anschluss eine Erkältung. Rotz und Schnodder bahnte sich seinen Weg durch die oberen Öffnungen meines Körpers und mussten so gut und schnell wie möglich bekämpft werden, um nicht der geplante Pragreise im Wege zu stehen.

Ich schaffte es also zwei Tage vor Abreise wieder fit zu sein und Prag in vollen Zügen zu genießen. Doch dann folgte der Tag der Abreise. Wir hatten schon aus dem Hostel ausgecheckt und die Zeit bis zur Abfahrt in der Stadt verbracht, als mir ein alter untersetzter Mann in den Nacken hustete. Von ganz unten holte er den Schnodder; mit aller noch verbleibender Muskelkraft drückte er die Luft gen Rachen und weit geöffnet, die Hände so fern wie möglich von seinem Mund haute er mir einen ordentlichen Zweifachhuster in den von ihm gerade einmal 10 cm entfernten Nacken. Ich drehte mich um und er sah mich auch noch an, als hätte ich in diesem Moment etwas falsch gemacht.

Die Klimaanlage im Zug gab mir dann vermutlich den Rest. Immer trockener wurde mein Mund und nach 5 Stunden im Abteil stieg ich mit entzündeten Mundschleimhäuten, Rachen, Zahnfleisch und Zunge aus dem Zug und dachte mir nichts böses.. das wäre nicht das erste Mal Klimaanlagenmitbringsel. Ich hatte Dienstag in der Uni zwar Halsschmerzen, aber nichts weltbewegendes und Mittwoch bei der Arbeit musste mein Edelpraktikant dann leidern. Der Pulli, die Heizung und der zusätzlich umgelegte Schal halfen nichts: ich habe gefroren! Zuhause wartete noch die Geburtstagstorte der Mutter auf mich, doch die tangierte mich kein Stück.. meine Couch rief nach mir. Das Fieberthermometer ebenfalls: 39,0!

Das letzte Mal hatte ich Fieber zu Lebzeiten meiner Oma. Ich lag bei ihr auf der Couch und durfte Beverly Hills 90210 schauen, während sie mir Suppe kochte. Meine Oma starb 1997. Zwanzig Jahre lang hatte ich nicht mehr im Sinne, wie sich Fieber anfühlt und nun durfte ich es gleich mehrere Tage erleben. Gepaart mit den wahrscheinlich schlimmsten Halsschmerzen meines Lebens, die sich in Ohren und Schläfen weiterzogen und mir die Nachtruhe schier unmöglich machen. Seit einer Woche ist nun also an Schlaf nicht zu denken gewesen, auch wenn aus dem Fieber mittlweile nur noch erhöhte Temepratur wurde und das Wärmegefühl sich von Frieren auf Schwitzen verabschiedete. Ich liege also bei einer Außentemperatur von effektiv 5 Grad, laut Thermometer, unter einem Fenster durch das gefühlt mindestens 30 Grad warme Luft einfließt.

Der Tee fließt in Strömen und das Essen vergammelt – immerhin habe ich abgenommen. Nun zieht neben dem herrlichen Wetter allerdings auch das gesellschaftliche Ereignis des Jahres meiner Hochschule an mir vorbei, welches mein letztes hätte sein sollen. Und als wäre das nicht schlimm genug.. sind meine Eltern nun auch noch in den Urlaub gefahren und es ist keiner da um mich zu betütteln..

 

Ein Gedanke zu “{Sonntagskolumne} Das gab’s die letzten zwanzig Jahre nicht..

  1. Oh Nein… Aber dieses Jahr ist irgendwie überall der Wurm drinn. Bei mir zog sich das wie ein roter Faden, von letztem Jahr Oktober bis dieses Jahr August durch. Dann wurde es besser… gerade kuriere ich aber mal wieder eine Erkältung aus. Hoffe das wars dann für die nächsten 20 Jahre, mein Bedarf ist nämlich gedeckt. Deiner bestimmt auch – ich drück dir jedenfalls die Daumen!

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