{Sonntagskolumne} Und ich hab mir so viel Mühe gegeben..

Neulich fragte ich so: „Reicht es nicht, dass mal nicht angemalt bin?“ und sie so: „Nööö!“

Halloween heißt klingelnde laufende Meter auf der Suche nach Zucker und wenn sie nichts bekommen, gibt es Saures. Glücklichweise wohnen wir in einer Gegend mit wenigen Kindern und so klingelt es nicht so häufig; mehr für mich. Trotz Süßem haben die kleinen Mistmaden jedoch der Mutterns Dekokürbis in Scherben verwandelt, denn Zurückhaltung und einer nach dem anderen gehört nicht mehr zu den jugendlichen Tugenden. Doch die kleinen Plagegeister sind ja gar nicht das Problem.

Die Schüssel ist grundsätzliche gefüllter als nötig und da kann doch das hauseigene Kind auch mal reingreifen. So meine Logik. Die Mutter sieht das anders. „Du musst dich anmalen und verkleiden, wenn du was Süßes haben willst!“

Nicht nur, dass ich am Tag vorher geschaut und keine Süßigkeiten gefunden, mich am 31. beim Wäscheaufhängen beim Holz lasierenden Vater beschwert habe, wir hätten doch nicht Ostern und erst mit Einbruch der Dunkelheit das Zuckerzeug rausgeholt wurde, nein, ich musste mir auch noch sagen lassen: Das ist für die Kinder!

Ich bin auch ein Kind! Euer Kind, meine lieben Untermieter! Und wenn es um Süßkram geht, bleibt das ja wohl auch so. Außerdem ist doch der Sinn von Halloween sich schaurig zu verkleiden und anders auszusehen als sonst. Was habe ich also gemacht? Ich habe mich ungeschminkt, mit Assipalme auf dem Kopf und in Jogginghosen bekleidet in die elterliche Wohnung begeben.

Anders als sonst war ich eben nicht angemalt und nicht in nette Klamotten gesteckt; nein, ich sah aus wie ein Großteil der ostdeutschen Vorzeigegesellschaft mit Protestschildern vor Flüchtlingsheimen: ich war ein erwachsener Assi! Das wohl beste und einfachste Kostüm der Welt und doch wurde ich nicht als schaurige Version unserer Gesellschaft erkannt und man wollte mir die Süßigkeiten vorenthalten.

Dass ich diesen Beitrag im Zuckerschock schreibe, verrät vermutlich meinen späten Erfolg. Morgen werde ich es dann mal wieder probieren: Schminke im Gesicht, unbequeme Kleidung und Haare gemacht und dann soll mir nochmal einer mit den Worten „Du musst dich anmalen und verkleiden!“ den Süßkram verweigern!

3 Gedanken zu “{Sonntagskolumne} Und ich hab mir so viel Mühe gegeben..

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