{Sonntagskolumne} Freaky Friday

Neulich unterhielten wir uns über Horrorfilme und das Pfläumchen meinte, Scream sei der Vorreiter aller Klischeehorrorfilme. Ich fragte dann so: „Kennst du Halloween etwa nicht?“ und er nur: „Nööö!“

Auch mein anderer Kollege konnte kaum glauben, was er hörte und wir versuchten ihm zu erklären, was es mit der Figur Micheal Myer auf sich hat, die er ja doch kennt. Wir überstimmten ihn also, dass die Klischees auch schon in den Siebzigern bei Halloween bedient wurden und seine Scream-Theorie nicht haltbar wäre.. ach ja, Juristen unter sich.

Doch, da lief der Freaky Friday eigentlich schon. Er begann ja eigentlich mit einem tiefen Schlag. Unglaublich schlecht kam ich aus dem Bett, die Waage stand lange nicht so hoch und fühlte mich total gerädert. Doch was muss das muss, denn mein Auto musste.. in die Werkstatt. Das Pfläumchen holte mich von dort ab und normalerweise ist er später dran als ich. Diesen Freitag war er zeitig und wartete an der Werkstatt schon. Wir mussten uns eine Weile gedulden, weil ungewöhnlich viele Kunden an dem Tag dort waren, er erzählte von seiner persönlichen kleinen Katastrophe und schon konnten wir nach einem kurzen Besuch der Backabteilung von Rewe den Weg ins Büro antreten, wo niemand auf uns wartete. Abgeschlossen. Zwei Kollegen hatten frei, die anderen beiden waren in Meetings. Wir konnten also so vor uns hinarbeiten – lediglich hin und wieder unterbrochen von Horrorfilm-Diskussionen, Musik der siebziger und achtziger Jahre, kleineren Videosequenzen unglaublicher dummer Menschen „Und wie isst du als Vegetarier Burger? – Ach, ich nehme einfach den Salat runter!“ und ähnlichem. Dann war auch schon Mittag.

Ich hatte mir den tollen asiatischen Salat gemacht, mit der dezenten Knoblauchnote, für die ich mir noch einige Sprüche drücken lassen musste. Aber, das ist ja halb so wild. Nach weiteren tiefgründigen Analysen des täglichen Alltags, Hunden und Katzen, der Planung unserer Weihnachtsfeier sowie latent sexueller Vorlieben, war dann auch irgendwann der Feierabend heran und meine Mutti holte mich ab. Wir hatten jedoch noch 1,5 Stunden bis das Auto abholbereit war und beschlossen die Großeltern zu besuchen. Auch Tante war mit Mann und Kind dort.. wie praktisch.

Nach einem Stück Apfelkuchen, Mutterns Erzählungen über die andere Seite der Familie (sollte ich mal im Knast landen, es sind die Gene!) und Opas Krankengeschichte wollte ich noch kurz aufs stille Örtchen bevor ich mein kleines Fliwatüt abhole. Gesagt, getan. Und dann ließ sich der Schlüssel nicht mehr drehen. Zuerst dachte ich, der klemmt nur, doch nix.. ich versuchte es einige Minuten lang und niemand (!) schien sich zu wundern. Ich schrieb dann der Mutti „Ich bin gefangen!“ und die Familie versuchte mich vom Klo zu befreien. Schlüssel aus dem Fenster und von außen probieren.. nix. Insgesamt dauerte die Befreiungsaktion etwa eine viertel Stunde. Zeitgleich wurde irgendein Alarm im Haus ausgelöst, der unglaublich nervig den Hintergrund ausfüllte und abegstellt werden wollte. „Nein, ich muss jetzt hier erstmal das Mädel vom Scheißhaus befreien!“, schrie der Oppa von draußen und schaffte es dann tatsächlich die Tür zu öffnen.. Der Alarm erlosch auch nach einer Weile und wir verabschiedeten uns. Was für ein Haus!

Beim Mechaniker kurz fürs Zuspätkommen mit der kleinen Anekdote entschuldigt (wir verstehen uns), konnte ich mehrere hundert Euro Lösegeld später mein Auto befreien und mit ihm nach Hause fahren. Zuhause gleich vom Bruder mit einem sarkastischen Spruch zur Klostory begrüßt – und stolz, wie Bolle, dass er den Sarkasmus endlich gut anwendet – entschied ich mich, den Freitag in der Badewanne ausklingen zu lassen. Nicht zu heiß und nicht zu viel Wasser, keine Rasierer und keine Gesichtsmasken.. man weiß ja nicht, was noch passiert!

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