{Sonntagskolumne} Braindoping – Wieso bin ich da nicht früher drauf gekommen?

Neulich unterhielten wir uns über die Klischees Juristen koksen, Mediziner schmeißen Pillen, Soziologen kiffen.. und fragst du mal einen davon so: „Und, du auch?“ kommt nur die Antwort: „Nööö!“

Jetzt bin ich am Ende meines Studiums und ich gebe zu, es fiel mir nicht schwer, doch sowohl Bachelor als auch Master hätten sich vermutlich etwas einfacher durchmachen lassen. Oder zumindest mit ein paar besseren Noten. Ein wenig gezappelt, etwas schnell gesprochen und angegeben, nie zur Ruhe zu kommen, da hätte ich sicher auch ein paar ADHS Tablettchen kriegen können. Ich bin mir sicher, es ist auch gar nicht schwer auf semi-legalem Wege an das Zeug zu kommen. Etwas Ritalin und schon ist die Konzentration mit in der Uni, wo sonst nur der Körper verweilt, während der Geist sich überall rumtreibt, aber den Hörsaal meidet wie Dracula ne gute Aioli.

Zwei Mal bin ich in den fünf Jahren Studium durchgefallen, aus purer „Was du heute kannst besorgen“-Faulheit. Braindoping hätte da sicher nur einmal drauß gemacht, oder keinmal. Wissen wir nicht. Ich unterhielt mich auch mit einer Dozentin mal in einer Zeit auf unprofessioneller Ebene und sie half sich durch das Studium ebenfalls mit Braindoping, jedoch auf die natürliche Art.

„Ich habe immer Kaffee mit Cola und Pfeffer getrunken“, sagte sie und mir stellten sich die drei Haare im Nacken auf. Ich mag ja keinen Kaffee und ich denke Cola und Pfeffer machen die Sache auch nicht besser. Aber solange das kleine Duracellhäschen Leistung bringt, ist es ja auch egal ob es ihm geschmeckt hat, was. Meine Methode war dann doch die ganz profane, wenn ich etwas mehr Energie brauchte – Energydrink auf fast ex und gut ist.

Das würde auch erklären, warum ich von den Pillen Abstand gehalten habe: Weil es kacke ist. Das Zeug macht nen bisschen die kleinen Organe kaputt und Leber und Niere sind doch nun wirklich schon angegriffen genug, wenn man ein guter Student ist und kein Nerd; abhängig macht es auch und das ist blöd, wenn man sich einen neuen Dealer suchen muss nach dem Umzug in die hippe neue Start-Up-Headquarter-Stadt und teuer ist der Kram auch noch und man kann es nicht von der Steuer absetzen; ist im Bafög-Satz übrigens auch noch nicht enthalten.

Heulen wir also nicht den verpassten Chancen nach, sondern hoffen, dass viele kleinen Noobz ordentlich stoffen und sich somit auf langfristige Sicht die Karriere zerschnupfen, was wieder freie Stellen in Traumjobs für mich bedeutet.

Hands up for Braindoping, Noobz! #uneigennützigkannich

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