{Sonntagskolumne} Vatertag gibt es keine Geschenke

Neulich unterhielt ich mich mit meinen Kollegen über den Vatertag und was ich dem Papa denn schenken könnte und war von den Reaktionen mehr als geschickt. Ich fragte dann so: „Ihr schenkt ihnen nichts; wirklich?“ und die Jungs nur knallhart: „Nö!“

Der Vatertag ist doch nur zum Saufen da und ihre Väter hätten da noch nie was gekriegt. Ja, mit was für Soziopathen arbeite ich denn zusammen? Wieso kriegen denn die Väter nix? Wo bleibt denn da die Gleichberechtigung? Frauen, besser Mütter, haben ja gleich zwei Tage: Frauentag und Muttertag separat und an beiden Tagen gibt es zumindest ein Blümchen und an Muttertag dann auch oft ein richtiges Geschenk. Wieso haben die Frauen denn zwei Tage verdient und der Vater, der Herrentag und Vatertag an einem Tag zugesprochen bekommen hat, bekommt nix?

Auch Väter müssen doch geehrt werden! Sie sind doch viel härter dran als die Damen. Ja, gut, so ein Kind rausquetschen tut schon weh, aber „wenn du den Wurm dann erst einmal in den Armen hast ist doch alles wieder vergessen!“ – und heutzutage machen Medikamente und Kaiserschnitt das „To posh to push“-Erlebnis doch perfekt; nur noch halb so viel Arbeit für die Ladies. Für so einen Mann ist ein Kind auch nicht einfach.

Erstmal muss der zusehen, wie seine Frau leidet wie ein Tier, muss sich die Hand brechen lassen und das Championsleaguespiel sausen lassen und was kommt dabei raus? Eine kleine Methangasmaschine, deren schwarze Kacke das „Wie süß“ schon erheblich beeinflusst. Dann kümmert er sich nicht weniger liebevoll um die kleine Brut und hat schwer zu kämpfen im „Guter Bulle Böser Bulle“-Spiel entweder den bösen Bullen einfach zugeschoben zu bekommen („Pass bloß auf, wenn der Papa nach Hause kommt!“) oder den guten Bullen so gut wie möglich aufrecht zuerhalten, um dem pupertierenden Etwas eine Rückzugsmöglichkeit vor dem herrischen Muttertier zu bieten.

Gerade als Mädchen sollte man den Papa ehren, weil er sich in großer Selbstbeherrschung übt. Eigentlich würde jeder potenzielle Freund und Verehrer erschlagen, zerstückelt und im Kamin verheizt. Und auch die Jungs wüsste ohne Papa teilweise gar nicht, wie so einige Dinge in der Männerwelt funktionieren.

Warum also haben die Papa bei Euch keine Geschenke verdient? Ist doch nicht mehr so, als würden sie mir ihren Kumpels losziehen und mit Birke geschmückte Räder durch die Landschaften bewegen, an jeder Kneipe auf dem Weg anhalten und rotzevoll bei Mutti ins Bett fallen. Mutti ist ja mittlerweile die, die einen schönen Familiengrillabend mit Freunden am Vatertag schon drei Wochen im Voraus plant und dann versuch mal als Mann da zu sagen „Nö, bin mit den Black Panthern unterwegs!“ – da kriegste aber ganz schnell gezeigt, wer hier die Hosen trägt. Wenn man ihm also nicht einmal mehr seinen traditionellen Volltrunkentag gönnt, kann es doch wohl wenigstens eine kleine Aufmerksamkeit sein oder?

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