{Lifestyle} Hindernis Flugangst – Wie Dir die Welt trotzdem offen steht!

Ich habe eine Angst, die ich mit vielen teile: Aviophobie oder auch ganz einfach Flugangst. Sie ist bei jedem anders intensiv, zeigt sich unterschiedlich und hält auch nie gleich an. Manche bekommen Herzrasen alleine nur beim Gedanken daran, in ein paar Tagen in ein Flugzeug steigen zu müssen, andere ärgern sich mit Durchfall den ganzen Flug über und wieder andere könnten nur weinen.

Ich gehöre zur Gruppe der allgemeinen Heuler. Das kann bereits beim Boarding anfangen, spätestens jedoch beim Start. Je höher das Flugzeug steigt, desto höher steigt auch der Pegel im Auge. Kein Grund Zuhause zu bleiben! Wer sich von seinen Ängsten abhalten lässt Träumen und Zielen nachzugehen, steckt sich selbst in ein Gefängnis. Die Welt stand uns noch nie so offen, wie es jetzt der Fall ist und es wäre eine Schande diese Chancen nicht zu nutzen.

Flugangst muss Euch nicht davon abhalten, die Welt zu entdecken und es gibt einige Möglichkeiten der Flugangst Herr zu werden für diesen tollen Blick:

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Sich seinen Ängsten stellen

Wer davor zurückweicht sich seinen Ängsten zu stellen, wird sie nie überwinden können. Es ist auch nicht versprochen, dass man sie ganz verliert. Wer jedoch mit seinen Ängsten konfrontiert wird, hat die Möglichkeit zu lernen mit ihnen umzugehen.

Für mich war es jahrelang tabu in die Ferne zu fliegen, während alle meine Freunde von tollen Urlauben erzählten, Auslandsaufenthalte planten und die Welt erkundeten. Da ich aber genau das auch wollte, bliebt mir nichts anderes übrig als mich dieser Angst zu stellen und einen Flug zu buchen. Wer den Blog schon länger verfolgt, kennt mein Auslandssemester in China und auch die Geschichte des Fluges, an dem ich die Tabletten vergaß. Ich saß zwischen meinen Freunden, hyperventilierte und weinte und die beiden chillten mit Kopfhörern in den Ohren und Augen zu im Sitz. Das Gute an der Sache: So schlimm war es nie wieder!

Ich habe zwar immer noch ein flaues Gefühl, wenn ich am Einstieg warte und kann den Gurt kaum festgenug zurren und auch die Tränen steigen mir in die Äuglein beim Start, aber es geht ganz gut und ich kann mir ruhigen Gewissens Flüge buchen.

Ablenkung und Entspannung nimmt der Angst die Kraft

Was mir besonders bei Kurzstreckenflügen hilft, ist Ablenkung. Medikamente sind für kurze Strecken nicht geeignet und da man sich ja nicht immer einen antrinken kann, muss es auch anders gehen. Für mich steht ganz oben Musik. Entweder stecke ich mir die Stöpsel schon sehr zeitig in die Öhrchen oder, wenn ich mit jemandem zusammen unterwegs bin, erst kurz vor dem Start. In der Regel spiele ich Musik auf das Handy, die mich entspannt und mit der ich mich irgendwo wegträumen kann. Ich mache sie dann so laut, dass ich von außen so gut wie nichts mehr mitbekomme und kaum sitze ich, mache ich die Augen zu und träume mich schon zum Ziel oder denke an irgendetwas anderes schönes. Musik, die sich dafür sehr gut eignet ist zum Beispiel diese hier oder die oder auch die hier.

Bei den Rückflügen ist es meistens besser als hinzu, da mich die freien Tage zusätzlich entspannen und der Alltagsstress nicht mehr mitfliegt.

Kleine Hilfsmittel, wenn es mal länger dauert

Ich war vor dem Flug nach China bei meinem Arzt und ließ mir etwas verschreiben. Da ich durch meine Schlafstörungen schon weiß, wie wenig Baldrian und Co. bei mir bewirken, setzte ich gleich auf die Chemiekeule. Wer mit natürlichen Mitteln schon etwas bewirken kann, greift zuerst zu denen. Ich erhielt also Tabletten, die vollkommen egal machen. Man ist nicht benebelt und voll bei Bewusstsein (niemand würde merken, dass man etwas genommen hat), aber ziemlich uninteressiert an der Umwelt.

Die Tablette braucht etwa eine Stunde, bis sie wirkt und hält dann 6 bis 11 Stunden – perfekt also für Langstreckenflüge, jedoch ungeeignet für kurze Strecken. Auf Kurzstrecken innerhalb Chinas habe ich die Tabletten sehr schnell nicht mehr verwendet, weil die Nebenwirkungen nicht ohne waren, wenn wir öfter reisten und ich sie innerhalb kurzer Zeit nahm. Ich hatte auf einem Flug Halluzinationen und Abend im Bett große Probleme mit einem Muskel im Gesicht, der mir immer wieder den Mundwinkel hochzog, sobald ich mich entspannte.

Manchmal hilt es auch tatsächlich, sich einfach einen anzutrinken. Es darf natürlich nicht zu viel sein, sonst kann es sein, dass sie Fluggesellschaft Euch nicht mitnimmt; die angstfreisten Flüge hatte ich jedoch in der Tat als ich voll war.

Kleine Ratschläge, die vielleicht auch etwas bringen

Mit vollem Magen fliegt es sich besser, heißt es, da der Körper mit der Verdauung beschäftigt ist und weniger Energie für Angssymptome aufwenden kann. Ein kleiner Snack in der Abflughalle ist also nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Wer nicht die teuren Snacks am Flughafen kaufen möchte, kann sich auch einfach ein Brötchen mitnehmen. Das bekommt Ihr in der Regel problemlos durch die Sicherheitskontrolle.

Flugpersonal merkt meistens, wenn sich ein Passagier mit Flugangst an Bord befindet. Wer schon beim Einstieg weint, kann auch kaum übersehen werden. Es schadet jedoch nichts, das Personal vorher zu informieren. Sie lernen in Schulungen, wie man besser damit umgeht und können eine Hilfe sein.

Wem Musik zur Entspannung nicht hilft, der kann sich vielleicht auch einfach auf seine Atmung konzentrieren oder sich vorher ein paar Entspannungsübungen beibringen lassen. Auch ein Buch oder Film können hilfreich sein – jedoch nur, wenn man sich darauf konzentrieren kann; ich kann es nicht.

Es gibt auch Menschen, die mit Hilfe von Profis ihre Angst in den Griff bekommen haben. Besonders wenn Ihr unter sehr starker Angst leidet und jeder Flug eine Qual ist, solltet Ihr vielleicht eine professionelle Angsttherapie oder Hypnose in Betracht ziehen. Niemand muss Dinge aushalten, die man auch verhindern kann.

Ob nun Flugangst oder Angst vor etwas anderem: Macht Euch nicht verrückt und lasst Euch nicht von Dingen abhalten, die Ihr gerne erleben möchtet. Der eigene Wille ist stärker als die Angst; lasst ihm eine Chance!

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