Ich wollte doch nur ein wenig Sonne oder Warum Pauschalreisen niemals meine Gunst gewinnen werden 

Den Sommer habe ich damit verbracht an meiner Masterarbeit zu schreiben und nur wenig von den sonnigen und warmen Tagen abbekommen. Eine Woche wollte ich mir noch gönnen und schaute nach Abgabe meiner Thesis sofort wo es denn hingehen könnte. Mein Urlaub stand von vornherein unter keinem guten Stern…

Ich guckte online nach Zielen die jetzt noch Sonne versprechen und nicht zu weit weg sind; die große Reise steht ja noch bevor. Doch was passiert? Ein Hurricane verwüstet die Karibik, Kanaren und Balearen werden von einer Kaltfront überrollt. Afrika könnte kaum teurer sein. Griechenland ist mit von den Flugstreiks betroffen. Meine Begleitung springt kurzfristig ab. Ich überlegte bereits doch arbeiten zu gehen.. Doch dann: Türkei. Pauschalurlaub an der türkischen Ägäis in einem Touribunker – das letzte was ich wollte, aber 325 Euro und 28 Grad lockten mich. Am Flughafen angekommen die Erkenntnis der Flug hat drei Stunden Verspätung. Ein Horrorszenario für Menschen mit Flugangst.

Drei Weinanfälle und 50 ml Jägermeister später saß ich also neben Cindy und Kevin und hoffte auf eine baldige Landung – und ein anderes Hotel für die beiden Turteltäubchen in platinblond und testosteronbreit.

Ich hatte nie Verständnis dafür, dass jemand zwei Wochen in einer Bettenburg am Mittelmeer mit all inclusive Schmuckbändchen am Handgelenk als den besten Urlaub überhaupt ansehen kann. Und ich verstehe es jetzt noch weniger. Ich mag über den Standard im Hotel gerne hinwegsehen – es ist halt ein Massenbunker – you get, what you pay for. Da muss man realistisch sein.

Nun sind wir in der Nebesaison und die Masse ist nicht da – dafür sind jedoch noch genügend Touristen übrig. Wenn das die Reiseflaute ist unter der die Türkei zu leiden hat, erklär mir doch mal bitte einer, wie man es hier in der Hauptsaison zu guten Zeiten aushält? Ich meine das nicht böse, ich will es wirklich gerne verstehen.


Es ist unglaublich laut.. Die einen Volksgruppen brüllend sich nur an, die anderen knallen alles was man dazu nutzen kann. Die nächsten empfinden offenbar größtes Glück, wenn ihre Bälger die drei Kinderbereiche ignorieren und zwischen den Sonnenliegen Flugzeuge immitietend umherrennen – und sind die ruhig kommen die Brüllaffen wieder aus der Fütterung.

Diese ist sowieso der Höhepunkt des Tages und ähnelt einem Kantinenerlebnis in einer Schule mit 10.000 Kindern. Die 12 an den Tischen bettelnden Katzen lasse ich nur am Rande erwähnt. Genuss der inländischen Küche kann man das nicht nennen. Da die Essenszeiten nicht meinen entsprechen, schaffe ich es auch regelmäßig Mahlzeiten zu verpassen. Nun stünde eine Snackbar bis zum Abendessen bereit, doch widerstrebt es mir,  Pommes und Burger mit kaltes-altes-Fett-Geschmacksnote als adequaten Snack anzusehen. Ich habe dennoch, und werde alles probieren; es muss doch einen Lichtblick geben. 

Der Ausflug in die Stadt war interessant, doch nicht ausfüllend genug um den Tag herumzukriegen. Andere Ausflugsziele sind jwd. 


Ein paar Tage entspannen wollte ich, etwas Farbe kriegen, im Meer planschen..  Noch hat sich nichts davon verwirklicht. Während ich das hier schreibe, läuft in der Lobby ein Weihnachtslied und ich überlege, ob ich wieder in die Stadt fahren oder den Strand anvisieren soll. 


Das ist es also, das Pauschaltourileben: fressen, rumliegen, bisschen durch die Gegend brüllen, fressen, in der Lobby nach dem letzten Signälchem des WiFis suchen und wieder etwas essen. Meines ist es nicht – so versnobbt das für den ein oder anderen jetzt klingen mag – und ich habe meine anfängliche Befürchtung, fünf Tage wären zu kurz, revidiert – übermorgen geht der Flieger nach Hause und ich ich freue mich schon drauf mir nach der Verteidigung den Rucksack auf den Buckel zu binden und echten Urlaub zu machen.

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