{Traveling} Happy New Year Myanmar! 

Lange war es ruhig und das hatte auch seinen Grund: mittlerweile habe ich den Master und mich dazu entschlossen den lange ausgesetzten Urlaub einzufordern. Ich habe direkt nach meiner Prüfung den Rucksack gepackt und mich am 23. Dezember in ein Flugzeug ohne Rückflugticket nach Bangkok gesetzt.

Seit ich China verlassen habe, hatte ich Carl nicht mehr gesehen und war umso glücklicher, dass er mittlerweile in Bangkok lebt und Weihnachten zu Hause sein wird. Wie feierten also Heilig Abend im Sing Sing Theater und am 25. lag auch meine Reisebegleitung dann in seinem Bett in unserem Dorm als ich aufwachte. Nachdem wir am Montag in der Botschaft das Visum für Myanmar abholen konnten, saßen wir mit dem mittlerweile in Bangkok angekommenen Dritten im Bunde im Bus Richtung Ranong. Früh um acht öffnete der Grenzer seine Schotten und prüfte meinen Pass ganz genau.  Ob ich den sicher sei, dass ich das auf dem Foto wäre..  Ich kann es ihm nicht verübeln: drei Nächte in Bangkok hinterlassen Spuren und ich hätte mich wohl selbst nicht erkannt.

Ranong ist der südlichste Grenzübergang und somit auch nur mit dem Boot zu bewältigen – ich wüsste auch nicht warum man auf anderem Wege Myanmar betreten sollte bei dieser einzigartigen Kulisse, die sich noch im Morgennebel auftut.

Da wir entgegen der üblichen Route vom Süden in den Norden reisen, begrüßte uns das wahrscheinlich schönste Küstenstädtchen, dass ich je gesehen habe. In Kawthaugn ist die Zeit stehen geblieben mit den kleinen Gassen und den Häusern irgendwo zwischen asiatischem Altbau und britischer Kolonialherrschaft. So viel Charme hatte ich nicht erwartet.

Unser nächstes Ziel sollte Kawthaugn etwa 50 Jahre voraus sein. Myeik war eine 13stündige  holprige Busfahrt entfernt und empfing uns nachts um zwei. Gleich der zweite Anlauf brachte auch schon ein verfügbares Hotel, welches genau dem entsprach was ich von Myanmar architektonisch erwartete. Alt, etwas dreckig, kaputt und dunkel..  dafür mit Meerblick und Blick über die ganze Stadt.

Wir hatte das erste Mal die Möglichkeit die Badehosen auspacken und buchten eine Tour: einsame Insel, Kayaktour durch die Mangroven vorbei an den Dörfern der Seagipsys und Aufsehen erregen – 8 schneeweiße Menschen in einer kleinen Nussschale auf dem Meer. In einer 180.000 Einwohnerstadt mit gerade einmal 60 weißen Touristen eine Besonderheit. Dass Touristen in dem erst seit 2014 frei bereisbaren Süden noch besonders sind, merkte ich,  als ich Tags alleine durch die Stadt lief – mit unglaublich viel Neugier ließ man mich keine drei Meter am Stück vorankommen. Am Abend haben wir uns dann mit der ganzen Truppe der Bootstour und anderen Touristen sowie unseren Guides in einer Hafenkneipe getroffen und ausgiebig Silvester gefeiert und den Burmese beim Flankieren auf der von der zu diesem Zeitpunkt mit etwa 50% der Ausländer besetzten Promenade zugesehen.

Den Kater haben wir erfolgreich während der gerade einmal sieben Stunden Busfahrt nach Dawei ignoriert. Auch wenn es ewig dauert und die Straßen für unsere Verhältnisse in einem furchtbaren Zustand sind, gibt es doch immer viel zu sehen.  Der Kontrast zwischen Bambushütte und Kautschukfarm auf dem Land und den Kolonialstädten an der Küste ist schlichtweg beeindruckend.

Dass allerdings nicht jeder Tag gleich toll ist, wenn man länger unterwegs ist, merke ich besonders heute: die Jungs sind mit dem Scooter auf Erkundungstour – ich habe in Myeik nicht die besten Erfahrungen damit gemacht und lasse die Dinger lieber stehen. Auch ist der Abstand von den beiden gerade gar nicht verkehrt. Ich sitze in einem Café und überlege, was ich tun soll – mich von den Jungs trennen, weil es irgendwie doch nicht so recht passt mit uns oder noch etwas mit ihnen zusammen weiterreisen? Ich trinke wohl erst mal meinen Eistee aus…

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