{Traveling} Eine Auszeit von der Auszeit – Malaysia

Schon vor Beginn der Reise war klar: Wenn ich schon in der Nähe bin, muss ich der Dänin auch einen Besuch abstatten. Ob ich überhaupt einen Flug habe, wusste ich jedoch nicht. Bevor wir uns zum Sonnenuntergang in Bagan aufmachten, buchte ich schnell mit dem Handy die Flüge nach Kuala Lumpur für den nächsten Morgen und sicherte mir so drei Mal den Jackpot!

dsc_1188Ein kleiner Kurs in „Wie ich mir die besseren Plätze sichere“: Flug 1 – Bagan – Mandalay: Buche einen kurzen Inslandsflug ohne Platzreservierung und nutze aus, dass die anderen Touris das schlechte Englisch der Flughafendurchsagemaus nicht verstehen und sei als erste an Bord, um dir die erste Reihe mit der meisten Beinfreiheit zu sichern. Flug 2 und 3: Bekomme für die Anschlussflüge keine Bestätigung (oder vergesse sie im Spam-Ordner zu suchen) und gehe somit am Check-In an allen wartenden Gästen vorbei zum Document-Check und erzähle dem Mitarbeiter dort, du seist nicht sicher, ob du einen Flug hast, weil sie dir keine Bestätigung geschickt haben. Zur Wiedergutmachung erhälst du ohne Aufpreis die Fenster-Sitze am Notausgang und darfst deinen 5 Kilo zu schweren Rucksack als Handgepäck mitnehmen, was dir die langen Schlangen an der Passkontrolle erspart. Erfreue dich auf allen drei Flügen angenehmer Beinfreiheit. Fertig.

In Kuala Lumpur kam ich nach etwa 12 Stunden Reisezeit völlig fertig an, was Madame jedoch nicht davon abhielt mich in diesem Zustand zu fotografieren. Wie es sich gehört, legte ich nur meine Sachen ab und wir machten uns auf den Weg in das nächtliche KL auf der Suche nach Pizza und Eistee. Am Wochenende konnten wir gemeinsam KL erkunden. Wir haben eine Moschee besichtigt und dem „Regenwald“ einen Besuch abgestattet, hatten ein tolles 4-Gang-Dinner bei ihrer Chefin und dafür gesorgt, dass sie sich in einem der aktuellen In-Restaurants nicht mehr blicken lassen kann und in den Morgen getanzt. Als sie am Montag arbeiten war, suchte ich alleine nach den Sehenswürdigkeiten dieser Stadt und musste mich nach einem Besuch im Aquarium vor einem heiratswilligen Südafrikaner in Sicherheit bringen. Der HK-Brite aus Yangon lag gar nicht so falsch mit seiner Vorhersage, Kuala Lumpur würde mich als Reiseziel nicht großartig begeistern. Es gibt nichts zu sehen.. Zum Leben und Arbeiten ist die Stadt allerdings super.

kl

Ich unterhielt mich mit der Dänin Zuhause auf der Couch darüber, dass ich irgendwo an den Strand möchte und sie schwärmte von Borneo. Auch die beiden anderen Gäste beim Dinner am Tag vorher kamen gerade aus Borneo und waren begeistert. Ich schaute also bei booking.com nach Hotels in Borneo und fand diese hübsche Bungalow-Lodge auf einer kleinen Insel. Ich buchte mir fünf Tage und schaute nach Flügen. Clevere Kinder, die ihre Trips nicht nur ein paar Stunden vor Abfug buchen, stellen auch regelmäßig fest, dass es manchmal nicht mit zwei Klicks getan ist. Ich übersah, dass das Speedboot zur Insel nur einmal am Tag ablegte und so übernachtete ich in einer anderen Lodge gleich neben dem Jetty. Als ich ankam überwältigte mich die Landschaft in Borneo mit dem hügeligen Dschungel und den Äffchen, die mich in den Bäumen an der Lodge begrüßten. Mit einem kleinen Kajak paddelte ich raus und konnte durch das glasklare Wasser die Korallen und das Leben in der Bucht beobachten, bevor der Regen einsetzte. Zum Abendessen gab es als Extrashoweinlage noch einen Schwarm Fireflys oder, für alle die es noch nie gesehen haben, einen tanzenden Sternenhimmel.

Am nächsten Morgen ging es dann nach Mari Mari Mantanani – eine kleine Insel, in 6 Stunden zu Fuß zu umrunden, ein Dorf, kein Strom, kein Warmwasser, viel Nichts, aber umso mehr weißer Sandstrand. Der perfekte Ort zum Abschalten. Durch den Regen fiel Sonnenbaden im wahrsten Sinne ins Wasser, aber das Meer war angenehm warm und es gab viele Orte um in Ruhe zu lesen oder sich mit den anderen Gästen zu unterhalten. Ich beschloss wieder mutig zu sein und buchte den Baby-Tauchkurs – keine Erfahrung, dafür einen Crashkurs am Vormittag und 10 Meter tief am Nachmittag.

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Irgendwann muss man allerdings auch solche kleinen Paradiese wieder verlassen und so machte ich mich nach 5 Tagen in Borneo wieder auf den Weg zum Flughafen. Ich überlegte vorher, wohin es gehen könnte, schaute mir also die Wetterkarte für die nächsten zwei Wochen an und stellte fest, dass der Regen über der ganzen Region hängt; Thailand bereits mit Überschwemmungen zu kämpfen hat, Bali gerade einmal 17 Grad vorweisen kann und ich keine wirkliche Chance sehe, nach mittlerweile fast zwei Wochen, den Regen endlich loszuwerden und mal wieder trockene Kleidung zu tragen. In China lernte ich auch zwei schwedische Diplomaten kennen, welche erst vor kurzem nach Indien gezogen sind – mein nächstes Ziel stand also fest.

Da ich auf der Insel keinen Weiterflug buchen konnte, besorgte ich mir ein Ticket im Flughafen für den nächsten Flug zurück nach Kuala Lumpur und fiel nur 4 Stunden später in ein Queensizebett im 18. Stock. Nachdem ich das Visum für Indien erhalten und mich, wie empfohlen, für Dehli mit etwas wärmerer Kleidung eingedeckt hatte, sagte ich auch Malaysia nach 1,5 Wochen „Tata“!

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