{Traveling} Belize – Caye Caulker

Belize wollte ich eigentlich auslassen, doch die Erzählungen machten mich neugierig auf dieses kleine Inselchen namens Caye Caulker. Von Mexiko gibt es zwei Wege um nach Caye Caulker zu kommen. Schnell und teuer und langsam aber billig. Da ich Morgenmensch zu spät aufgestanden bin für die preiswerte Variante, musste ich mit der teuereren Vorlieb nehmen. Mit der Fähre ging es nach einem kurzen Zwischenhalt auf der vorgelagerten Hauptinsel zur offiziellen Einreise direkt weiter nach Caulker. Schon nach den ersten paar Schritten waren alle verzaubert.



Caulker ist klein, bunt, karibisch und absolut tiefenentspannt. Wer zu schnell läuft, wird aus dem Hinterhalt auf das Lebensmotto der Inselbewohner aufmerksam gemacht: Go slow! Niemand hetzt sich, Stress scheint im Wortschatz nicht vorhanden und die Insel bietet auch gar keine Möglichkeit dafür. Was es jedoch wie Schokolade an der Supermarktkasse gibt, sind Alkohol und Drogen. Auf Caulker ist man entweder high oder betrunken oder beides.. zumindest spätestens, wenn sich die Insel in der Sportsbar trifft um danach in die Reggaebar weiterzuziehen. Tagsüber entspannt man dann am Wasser oder nutzt die perfekte Lage der Insel für Schnorchel– oder Tauchtrips. Viel zu sehen oder zu tun gibt es auf der Insel selbst an sich nicht, dennoch gibt es viele Bewohner, die für ein oder zwei Nächte kamen und die Insel seit Monaten nicht mehr verlassen haben.

Caulker gibt seinen Gästen sehr schnell das Gefühl willkommen zu sein; man freut sich über die Person und nicht über die Geldbörse. Natürlich ist der Tourismus die Einnahmequelle, doch die Inselbewohner mischen sich gerne unter die feiernden Reisenden. Eine durchzechte Nacht reicht dabei schon aus, um am nächsten Tag auf der Straße von jedem angesprochen zu werden – ein bisschen wie zuhause. Wie ein Zuhause fühlt sich auch das Hostel  Bella’s Backpackers an, in dem ich wohnte – noch nicht einmal eingecheckt, schon in die Hostelfamilie, die auf dem Balkon zusammen sitzt aufgenommen. Ob Alleinreisender oder Gruppe, dem kann sich keiner entziehen.

Am Abreisetag waren wir fast alle gleichzeitig auf dem Weg nach Guatemala. Da es auch hier wieder die Wahl zwischen teuer und preiswert gibt, machten wir ein kleines Rennen daraus. Ein Teil der Gruppe nutzte den teuren First Class Bus, der direkt von Belize City nach Flores fährt und wir nahmen einen der einheimischen Chickenbusses – alte amerikanische Schulbusse. Unser Bus fuhr bis nahe zur Grenze, von dort nahmen wir ein Taxi und liefen über die Grenze. Der Grenzer in Belize war relativ muffelig, bis er mich fragte, wie denn bitte mein Vorname sei. Das sei sein Name und er bewies es mir auch mit Vorzeigen seines Ausweises. Mir wurde schon einmal von jemandem erzählt, dass Romy (hier Romi) ein Männername sei und nun traf ich auch noch auf einen. Solange wir uns unterhielten war der Muffel gar nicht mehr so muffelig, doch das änderte sich schnell beim nächsten Kunden. Wir wurden am der Grenze von einem Jungen angesprochen. Für ein paar Dollar könnten wir den First Class Bus nehmen. Wenn alle bei der Immigration sind, können wir den Fahrer bezahlen und einfach einsteigen. Auch wenn man Korruption und krumme Geschäfte nicht unterstützen sollte, die Aussicht auf zwei Stunden im klimatisierten First Class Bus für nur einen Bruchteil dessen, was die anderen zahlen, klang doch überzeugend. Und so kamen wir eine halbe Stunde vor den anderen in Guatemala an und zahlten auch noch mehr als die Hälfte weniger.

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